Neuer Landschaftsplan Dortmund

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Lebhafte Info-Veranstaltung des SPD – Ortsvereins Mengede

Notizen am Rande von einem interessierten Laien

Länger als 25 Jahre ist der bestehende Landschaftsplan bereits gültig. Seit 2014 befindet sich ein Vorentwurf für eine Neuauflage im Beratungsmodus. So hatten z. B. die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen in der Bezirksvertretung Mengede im Juni 2016 sechs Ergänzungsvorschläge zu diesem Vorentwurf erarbeitet, die von der BV Mengede einstimmig verabschiedet wurden.

In der Zwischenzeit hat sich die Verwaltung mit den diversen Änderungsvorschlägen auseinandergesetzt und eine Entscheidungsvorlage unterbreitet. Nach Auffassung der „Grünen“ werden in dieser Vorlage alle Vorschläge der BV Mengede nicht berücksichtigt.

Das war die Ausgangslage zur öffentlichen Vorstandssitzung der Mengeder SPD am letzten Dienstag im Mengede Volksgarten. Die verantwortlichen Vorstandsmitglieder hatten mit der Themenwahl ein gutes Gespür bewiesen, denn mit gut 30 Personen war die Sitzung außerordentlich gut besucht; was einmal mehr beweist: Wenn aktuelle Themen zur Information/Beratung anstehen, die den Lebensbereich der hier lebenden Menschen berühren, dann ist auch Resonanz zu verspüren.

Interessant war, dass die Besucher sich auch nicht durch das komplizierte Thema haben abhalten lassen. Landschaftsschutz, temporäres Landschaftsschutzgebiet, Umwandlung von landwirtschaftlich genutzten Flächen in Dauergrünland, Erweiterung des Naturschutzgebietes „Im Siesack“ um die ehemalige Hoesch-Deponie am Kanal – das sind alles spezielle Fragen, die fundierte Kenntnisse der rechtlichen Rahmenbedingungen voraussetzen.

Es ist dem kompetenten Gast Dr. Werner Höing vom Umweltamt zu verdanken, dass die Veranstaltung zu einem guten Ende kam. Zeitweise ging es ziemlich durcheinander bei der Klärung der Fragen, welche Bedeutung ein Landschaftsschutzgebiet im Vergleich zu einem Naturschutzgebiet habe, ob es hinnehmbar sei, das HRB in der Mengeder Heide/Ickern nicht vom Landschaftsschutzgebiet in ein Naturschutzgebiet umzuwandeln, da es sich um eine wasserwirtschaftliche Anlage handelt – nur um einiges zu nennen.

Bei allen plausibel klingenden Erklärungen schwang bei den Zuhörern allerdings ein gewisses Misstrauen mit; das rührt wohl daher, dass im Dortmunder Süden bestimmt Dinge anders geregelt werden können, als im Dortmunder Norden.
Bei dieser Gelegenheit hätte man es sich gewünscht, etwas zu den geplanten Konzentrationszonen für Windenergie im Stadtbezirk zu hören. Die waren jedoch kein Thema.

So wurde es ermutigend empfunden, als Dr. Höing darlegte, dass der Stadtbezirk Mengede bereits jetzt zu den wertvollsten Gebieten Dortmund unter dem Gesichtspunkt des Landschafts- und Naturschutzes zählt. Im übrigen seien Verwaltung und Politik sich einig in dem Ziel, noch eine bessere Vernetzung der Landschaftsschutz- und Naturschutzgebiete zu erreichen. Er ermunterte die Mengeder Akteure, alle Bedenken und Anregungen in das laufende Verfahren einzubringen.

Das ist allerdings einfacher gesagt als getan, denn um dies qualifiziert leisten zu können, muss man sich durch einen riesigen Stapel Papier durcharbeiten. Schon allein die jetzt vorliegenden 740 Änderungen und Anregungen zum vorliegenden Entwurf des Landschaftsplans sind auf 111 Seiten niedergelegt. Der gesamte Entwurf umfasst mehr als 800 Seiten.

Aber es wird nichts helfen, denn nur wer umfassend informiert ist, kann seine Interessen wahrnehmen.

Hinweis: Zur Vergrößerung der Fotos diese bitte anklicken!

 

 

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