Ärger rund um Königsheide und Halde

Groppenbrucher legten Bezirksvertretung Beschwerdeliste vor

Die Königsheide sorgt seit langem für Ärger im Groppenbruch.

Die für Zuhörer reservierten Plätze im Sitzungssaal des Amtshauses sind selten voll besetzt. Der Aschermittwoch 2017 machte eine Ausnahme. Bereits in der Einwohnerfragestunde wurde es lebhaft: Viele Groppenbrucher waren gekommen, um der Bezirksvertretung Beschwerden und Sorgen vorzutragen sowie an längst versprochene Abhilfe zu erinnern. Die Liste der Beanstandungen enthält die zu schnell befahrene Königsheide (L 654) mit alljährlichen Wildunfällen, die dort fehlende Schulwegsicherung sowie den Missbrauch der Haldenfläche für illegale Motorradrennen und als Müllkippe.

Das Überqueren der schnell befahrenen Landstraße ist für Fußgänger eine wahre Mutprobe.

Erst am letzten Februar-Wochenende sei es zu einem Motorradunfall mit Verletzten gekommen, berichtete ein Anwohner, der darüber hinaus eine wenig sachgerechte Baumpflege entlang der Landesstraße monierte. Dabei seien sogar Begrenzungspfähle in Mitleidenschaft gezogen worden.

Bereits vor etlichen Jahren sei eine Überquerungshilfe der Königsheide für die Schulkinder gefordert wurden, ohne dass die zuständigen Landesbehörden auch nur reagiert hätten (Mengede InTakt berichtete). Es sei an der Zeit, die berechtigten Forderungen der Anwohner und der Bezirksvertretung endlich zu realisieren.

Jedes Jahr sterben Rehe auf der Straße – trotz Tempolimit

Unübersehbar: Ein Absperrpfosten, “geschmückt” mit alten Autoreifen.

Zwar gäbe es für die Königsheide eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 50 km/h; die werde allerdings kaum beachtet. Alljährlich fielen im Durchschnitt drei Rehe, also deutlich sichtbares Großwild, (trotz „Wildwechsel“-Schild, d. Red.) dem Verkehr auf der Straße zum Opfer, so ein Angehöriger der Kreisjägerschaft, die mit mehreren Mitgliedern bei der Sitzung vertreten war. Sie seien seit 17 Jahren regelmäßig im Groppenbruch unterwegs, um nach dem Rechten zu sehen, Müllsammlungen zu organisieren und Besucher, die sich ordnungswidrig verhielten, anzusprechen. Die Angesprochenen reagierten häufig aggressiv und zeigten sich unbeeindruckt.

Mitbringsel, auf die man im Groppenbruch gern verzichten würde…

Oft habe man den Eindruck, dass es sich bei den Motorradtreffen um organisierte Veranstaltungen handele, da die Zweiräder in geräumigen Anhängern antransportiert würden. Neben größeren illegalen Aktionen, zu denen sogar nächtliche Schießübungen gehörten, seien zahlreiche frei laufenden Hunde und beträchtliche Abfallmengen, darunter sperrige und schadstoffhaltige Gegenstände wie Rußfilter und Autoreifen, ein weiteres schwer lösbares Problem. „Das ist eine Sisyphus-Arbeit. Wir kommen nicht dagegen an.“ Sechsmal pro Jahr müsse die EDG anrücken, um jeweils drei bis sechs Kubikmeter an von Freiwilligen eingesammelten Abfällen abzutransportieren. Die Kosten der Transporteinsätze würden auf die Gebühren umgelegt, die von allen Bürgern zu tragen seien. Um diese unerwünschten Aktivitäten auf der Halde zu unterbinden, sei bereits vor Jahren eine Absperrung des Brockenscheidter Weges gefordert worden.

Illegaler Sport und unüberlegte Aktionen schaden der Natur

Dem Naturschutz nicht gerade zuträglich seien auch offizielle Aktionen im Haldenbereich. So habe die Ruhrkohle ganze Wiesenflächen auf Rasenhöhe abgemäht – aus „Brandschutzgründen“, beobachtete ein Jäger. Auf einer solchen Fläche gäbe es keine Deckung mehr für die im Groppenbruch lebenden Lerchen oder andere Bodenbrüter. Gut fänden das nur die Motorradfahrer. „Es hätte sicher für den Brandschutz auch gereicht, einzelne Schneisen zu mähen.“ Die Bezirksvertretung versprach, einen gemeinsamen Antrag zu diesen Themen auf den Weg zu bringen.

Ob es damit gelingen kann, überzeugte Motocrossfans und Offroad-Biker davon abzuhalten, die Groppenbrucher Halde zu besuchen, ist fraglich. Auf mehreren Biker-Webseiten wird sie wegen ihres flachen Plateaus und der kleinen Terrassen als „ideal für Anfänger und für den Spaß“ empfohlen. Auch die verkehrsgünstige Lage spielt eine Rolle. Die Biker-Szene scheint sich zudem darauf zu verlassen, dass selbst illegales Handeln meist geduldet wird.

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