Nächster Schritt zum Radschnellweg: Der Umbau der Sonnenstraße startet Ende 2026

Rat entscheidet im Februar über den zweiten Bauabschnitt des RS1

Der Bau des Radschnellwegs Ruhr (RS1) in Dortmund geht weiter: Ab Ende 2026 können die Arbeiten für den Abschnitt Sonnenstraße von Arneckestraße bis Chemnitzer Straße beginnen.  Es ist der zweite Bauabschnitt, der erste wurde bereits 2021 fertiggestellt. Um den Wegfall von Parkraum abzufedern, gibt es für die Anwohnenden eine entlastende Möglichkeit, ihr Fahrzeug über Nacht sicher abzustellen.

Wenn alles nach Plan verläuft, könnten die Bauarbeiten Ende 2026 beginnen. Am 12. Februar stimmt der Rat der Stadt Dortmund über den Baubeschluss ab. Danach kann das Vergabeverfahren beginnen. Die Bauarbeiten werden in mehreren Abschnitten erfolgen und voraussichtlich bis Anfang 2029 andauern.

Der RS1 ist das wichtigste städteübergreifende Radinfrastruktur-Projekt in der Region. Er soll auf über 100 Kilometern Länge die Städte Moers, Duisburg, Mülheim an der Ruhr, Essen, Gelsenkirchen, Bochum, Dortmund, Unna, Kamen, Bergkamen und Hamm miteinander verbinden.

In Dortmund wird der RS1 auf rund 24 Kilometern durch das Stadtgebiet verlaufen. Der erste Bauabschnitt im Kreuzviertel von der Großen Heimstraße, einem Stück der Sonnenstraße bis zum Einmündungsbereich der Arneckestraße wurde Ende 2021 in Betrieb genommen.

Das wird gemacht:

Die Arbeiten umfassen den Umbau der Sonnenstraße von der Arneckestraße bis zur Chemnitzer Straße. Um Durchgangsverkehr zu vermeiden, baut die Stadt außerdem eine so genannte Diagonalsperre im Kreuzungsbereich Sonnenstraße / Chemnitzer Straße ein. Diese Sperre können Radfahrende unproblematisch in beide Richtungen passieren, Autos und LKW jedoch nicht.

Die Fahrbahn der Sonnenstraße wird komplett erneuert, weil sie stark beschädigt ist. Die Stadt wird außerdem die Gehwege erneuern und mit Betonsteinpflaster versehen. Alle Bereiche, in denen Fußgängerinnen und Fußgänger die Straße kreuzen, werden barrierefrei ausgebaut. Sie erhalten taktile Bodenmarkierungen und barrierefreie Übergänge. Damit Autofahrer langsamer fahren und die Vorfahrt eindeutig gestaltet ist, werden die Gehwege an den Einmündungen der Stichstraßen als Aufpflasterungen in gleichbleibender Höhe weitergeführt. Im Abschnitt Arneckestraße bis Hohe Straße legt die Stadt auf der Fahrbahn Asphalterhöhungen an, damit sich die Fahrzeuge an die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 30 km/h halten.

Baumschutz im Fokus

Die Stadt achtet bei den Bauarbeiten besonders darauf, die Platanen an der Sonnenstraße zu schützen. Dafür arbeitet das Tiefbauamt eng mit dem Grünflächenamt zusammen. Fachleute begleiten die Bauarbeiten, es werden schonende Bauweisen genutzt, und freigelegte Wurzeln werden vor Schäden geschützt. Ziel ist es, die gesamte Platanenallee zu erhalten. Der Abschnitt zwischen Arneckestraße und Hohe Straße ist als Naturdenkmal ausgewiesen, der Bereich von der Hohe Straße bis zur Chemnitzer Straße als geschützter Landschaftsbestandteil.

Alle Ziele im Quartier bleiben komfortabel erreichbar

Die Sonnenstraße wird im Abschnitt zwischen Arneckestraße und Hohe Straße als Fahrradstraße im Zweirichtungsverkehr ausgebaut. Für den Kfz-Verkehr bleibt die Sonnenstraße in Fahrtrichtung Arneckestraße eine Einbahnstraße. Zwischen Hohe Straße und Chemnitzer Straße wird die Fahrradstraße für den Kfz-Verkehr in beide Fahrrichtungen freigegeben.

Der Knotenpunkt Sonnenstraße / Hohe Straße wird mit einer Ampel ausgestattet, damit der Rad- und Fußverkehr die Straße sicher queren können. Zudem wird die Anbindung der Nebenfahrbahn der Hohen Straße von der Sonnenstraße an die Hohe Straße verlegt. So wird die Verkehrsführung dort entflochten und sicherer.

Über die Saarlandstraße, Hohe Straße, Gutenbergstraße und Ruhrallee sind weiterhin alle Ziele innerhalb des Quartiers komfortabel erreichbar.

Wo es möglich ist, bleiben Parkmöglichkeiten erhalten

Für einen Radschnellweg gilt: Sowohl das Halten auf der Fahrbahn als auch das Parken auf dem Gehweg sind ausgeschlossen. Um die erforderliche Gehwegbreite von mindestens 2,50 Meter sicherzustellen und eine durchgängige, barrierefreie und verkehrssichere Führung des Fuß- und Radverkehrs zu gewährleisten, darf auf der Südseite der Sonnenstraße nicht mehr geparkt werden. Es herrscht dort absolutes Halteverbot. Dafür werden im nördlichen Seitenraum der Sonnenstraße Bereiche eingerichtet, an denen tagsüber be- und entladen werden kann. Nachts stehen die Flächen in der Zeit von 20 Uhr bis 8 Uhr als „normale“ Parkstände zur Verfügung.

Zwischen Arneckestraße und Hohe Straße werden, wo es der Baumbestand zulässt, Parkstände im nördlichen Seitenraum geschaffen und markiert. Zwischen Hohe Straße und Chemnitzer Straße bleibt der Parkstreifen auf der Nordseite erhalten.

Im nördlichen Seitenraum der Sonnenstraße installiert die Stadt etwa 60 Fahrradbügel. Das bestehende, vom ADFC betriebene Fahrradhaus wird versetzt.

Sicher verfügbare Stellplätze im Parkhaus des Klinikums

Insgesamt fallen 176 Stellplätze für Autos weg. Die Zahl ist deutlich geringer als zu Beginn der Planungsphase angenommen. Die Stadt hat viel Wert daraufgelegt, Parkraum, wo immer es möglich ist, zu erhalten – diese Bitte hatte auch der Rat der Stadt formuliert.

Für Anwohnerinnen und Anwohner, die nachmittags, zum Beispiel nach der Arbeit, einen sicher verfügbaren Stellplatz ansteuern möchten, könnte ein neues Angebot des Klinikum DO interessant sein. Wer möchte, kann das nahe gelegene Parkhaus des Klinikums (Hohe Straße 33) ab 16 Uhr bis 6:59 Uhr für 3 Euro (gesamter Zeitraum) nutzen. Samstags, sonntags und feiertags kostet das Parkhaus für bis zu 24 Stunden (7 bis 6:59 Uhr) 5 Euro. Werktags (6:59 bis 16 Uhr) sind es 2 Euro / Stunde.

Wer sein Auto unter der Woche erst nach 6:59 Uhr aus dem Parkhaus fährt, muss eine zusätzliche Gebühr von 5 Euro bezahlen. Zur Vereinfachung des Zahlvorgangs soll eine komfortable, aufladbare Guthabenkarte eingeführt werden.

Das Klinikum plant dieses Angebot ab April 2026. Es sollen insgesamt 100 Stellplätze für Anwohnerinnen und Anwohner freigegeben werden. Insgesamt verfügt das Parkhaus Hohe Str. 33 über mehr als 500 Stellplätze und hat an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr geöffnet. Das Klinikum wertet die Resonanz aus und steuert nach, wenn erforderlich.

Gesamtkosten: 5,5. Mio. Euro

Das Gesamtinvestitionsvolumen für den zweiten Bauabschnitt des RS1 beträgt 5,5 Mio. Euro. Für die Maßnahme erhält die Stadt Fördermittel in Höhe von 85 Prozent der förderfähigen Kosten, die sich auf 1 Million Euro belaufen.