Arme Noah-Gemeinde: Stellungnahme der “Grünen”

Das neugewählte Presbyterium ist gefragt

Kirchturm im Herbst

Glockenturm in Nette – Das Ende naht???

Am 6.3.2016 wird in einem Gottesdienst in der evgl. St.Remigisukirche in Mengede das neugewählte Presbyterium der Noah-Gemeinde vorgestellt, gleichzeitig werden die ausscheidenden Mitglieder des Presbyteriums verabschiedet. Aus diesem Anlass hat die Fraktion der Ortsverband Mengede von “Bündnis90 / Die Grünen” zur geplanten Schließung der Noah-Gemeindehäuser in Nette und Oestrich die folgende Erklärung abgegeben:

Symbolträchtiger geht es kaum.
“Sollte demnächst tatsächlich auf dem Kirchengelände an der Joachim-Neander-Straße in Nette eine Kindertagesstätte gebaut werden, müsste der Kirchturm auf der Wiese vor dem Gemeindezentrum fallen.
Ähnliches befürchten Bündnis 90 / Die Grünen im Stadtbezirk Mengede falls dort die Schließung des Gemeindehauses Realität werden sollte: eine lebendige Gemeinschaft würde in die Brüche gehen.

Axel Kunstmann , Grüner Bezirksvertreter und selber früher Presbyter in Mengede:

„Die Schließung der Noah-Gemeindehäuser in Nette und Oestrich zum Jahresende 2017 ist ein herber Schlag für das Zusammenleben in den Gemeindeteilen. Die Entscheidung des Presbyteriums erscheint im Sinne der aktuellen wirtschaftlichen Prognosen zwar nachvollziehbar, es ist jedoch zu befürchten, dass sich die Kirche vor Ort durch derartige Maßnahmen selber kaputt macht. Gerade dem kirchlichen Nachwuchs wird so der Boden entzogen: den Jugendlichen werden die Gruppenräume genommen, „Rock den Turm“ ist passé. Es ist zu fragen, wer dann Kirche stützen soll, wenn die Alten nicht mehr sind? So ist zu befürchten, dass es bald ‚in Noah‘ bedeutend weniger als die prognostizierten 12.500 Gemeindeglieder geben wird, von denen die Kirchenleitung zurzeit noch in 2025 ausgeht.“

Isabella Knappmann, Grüne Fraktionssprecherin in der Bezirksvertretung Mengede:

„Aktuell kann man sich gar nicht vorstellen, wohin die vielen gemeindlichen Aktivitäten wie Kinder- und Jugendgruppen, Seniorenangebote, Chor etc. verlagert werden sollen und ob dann auch alle ‚mitziehen‘ können. Die fußläufige Nähe zu den Angeboten ist erfahrungsgemäß ein sehr wichtiger Faktor bezüglich aktiver Teilnahme bei allen Altersgruppen. Ein ‚Fremd‘-Werden, ein sich nicht zugehörig Fühlen droht. So ist es zu wünschen, dass sich alle zusammenraufen und es schließlich gelingt, mit gegenseitigem Respekt gemeinsam neue Standorte zu entwickeln, an denen man sich aufgenommen und heimisch fühlen kann.“

Bündnis 90 / Die Grünen Mengede setzen darum ihre Hoffnungen in das am 14. Februar neu gewählten Presbyteriums, dass dieses noch einmal die bevorstehende Schließung der Gemeindehäuser in Nette und Oestrich prüft und möglicherweise Ideen entwickelt, wie beide Zentren gerettet werden können.
Sollte tatsächlich eine Kindertagesstätte an der Joachim-Neander-Straße gebaut werden, wäre es denkbar dort einen Gemeindetreffpunkt mit einzuplanen. Auch die gemeinsame Nutzung der Räumlichkeiten der katholischen Gemeinde wäre vorstellbar. Zudem sind die Gemeinden im Rahmen ihrer Aktivitäten stark vernetzt und arbeiten auch mit nicht konfessionellen Organisationen zusammen. Vielleicht ergeben sich hier ‚Spielräume‘ für ein aktives offenes Gemeindeleben.”

Arme Noah-Gemeinde
Ein Kommentar von K.N.
Redaktionsmitglieder von MENGEDE:InTakt! haben in den vergangenen Wochen die Entscheidungen des alten Presbyteriums und vor allem die Informationspolitik der Verantwortlichen im Zusammenhang mit diesen Entscheidungen kritisch begleitet. In persönlichen Gesprächen war häufig zu hören, Kirchen seien eine demokratische Einrichtung, deswegen seien Mehrheitsbeschlüsse bindend und nicht mehr in der Öffentlichkeit zu diskutieren.
“So’n Quatsch”, sagt man im Ruhrgebiet. Wenn Kirchengemeinden den Anspruch erheben, sie seien demokratische Einrichtungen,  dann müssen sie sich vorhalten lassen, dass es nicht demokratischen Gepflogenheiten entspricht, Gremien praktisch mit dem Ende der Amtszeit und “auf dem letzten Drücker” so weitgehende Beschlüsse fassen zu lassen, wie sie sie jetzt vom alten Presbyterium verabschiedet wurden. Damit sollen dem neu gewählten Gremium offenbar alle weiteren Handlungoptionen genommen werden.
Das neu zusammengesetzte Presbyterium wird sich nichts vergeben, wenn es die beschlossenen Pakete noch einmal aufschnürt und z. B. “Runde Tische” einberuft, die versuchen zu akzeptableren Lösungen zu kommen. Offene Fragen gibt es genug, allein schon die vorstehenden Überlegungen von Mengedes Bündnis 90 / Die Grünen enthalten hinreichend Anregungen und diskutable Lösungsansätze.

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