Zum Tod von Bernd Reinelt

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Mitglied des Mengeder Bläserchores im Karwendelgebirge
tödlich abgestürzt

Der Mengeder Bläserchor beklagt den tödlichen Unfall seines Mitglieds Bernd Reinelt. Der 73-Jährige verunglückte am 1.8.18 im Karwendelgebirge.
Mit seiner Frau und seinem ältesten Sohn verbrachte Bernd Reinelt einen Urlaub in Mittenwald. Am Vormittag des Unglückstages war er allein zur Tour zum 2474 hohen Gipfel des Wörner im Karwendelgebirge aufgebrochen. Den Gipfel erreichte er gegen 16.00. Zu diesem Zeitpunkt teilte er seiner Familie mit, er wolle sich nun auf den Rückweg ins Tal begeben.

Auf dem Rückweg geschah das Unglück. Wie es passierte, weiß niemand. Er stürzte vermutlich über steiles Felsgelände 250 m ab und wurde erst am nächsten Vormittag tot von der Bergwacht geborgen.

Die Mengeder Bläser verlieren mit Bernd Reinelt ein ausgesprochen aktives Mitglied. Immer guter Laune und gesellig, unkompliziert, tatendurstig und liebenswürdig – so haben wir ihn kennengelernt.
Seine musikalische Heimat hatte er in Castrop-Rauxel im Bläserchor des CVJM Castrop. Dort hat er sein Leben lang aktiv gespielt, mitgeholfen, die organisatorischen Aufgaben zu erledigen und sich vor allem um die Ausbildung der Jungbläser gekümmert.
Wir haben ihn erst vor gut zwei Jahren kennengelernt. Die Castroper Bläser waren damals in einer schwierigen personellen Situation. Es standen dort nur noch 5 Trompeten-Stimmen zur Verfügung. Damit konnte man nicht mehr öffentlich auftreten. Also nahmen Bernd und sein inzwischen verstorbener jüngerer Bruder Frank Kontakt zu den Mengedern auf. Es entstand spontan eine produktive Bläsergemeinschaft.  Beiden Chören verlieh diese Zusammenarbeit nicht nur einen  sichtbaren, sondern vor allem einen hörbaren Aufschwung.

Gemeinsame erfolgreiche Konzerte waren der Beweis, dass solch eine Kooperation ohne viel Aufwand zu guten Ergebnissen führen kann. Bernd war der Motor – wie es ohne ihn weitergehen wird, ist derzeit noch völlig offen.

Aber Bernd war nicht nur Bläser, sondern auch Sänger – genauer: Mitglied eines Shanty-Chores. Damit nicht genug. Er war leidenschaftlicher Radfahrer. Kaum etwas konnte ihn dabei schrecken. Ob er sich von Castrop-Rauxel nach Mengede zur Chorprobe mit dem Fahrrad auf den Weg machte oder ob er schnell mal eine mehrtägige Radtour über 600 km absolvierte, für ihn waren derartige Aktivitäten Ausdruck eines unbedingt positiven Lebensgefühls. In diese Kategorie ist auch seine Begeisterung für die Berge einzuordnen. Wenn unsereins schon bei Wanderungen im Sauerland mit den ortsüblichen Steigungen an die Grenzen der Leistungsfähigkeit gerät, Bernd fühlte sich erst wohl, wenn er sich in der richtigen Bergwelt tummeln konnte. Allerdings wäre es falsch, ihn deswegen als Draufgänger zu bezeichnen.

Am letzten Freitag vor einer Woche wurde Bernd Reinelt auf dem Castroper Friedhof die letzte Ehre erwiesen. Die Trauerfeier in der Trauerhalle des evangelischen Friedhofs war – auch dank seiner Sangesfreunde vom Shanty-Chor – ein bewegender Rückblick auf das Leben des Verstorben. Hier wurde auch in Erinnerung gebracht, das Bernd Reinelt bei all seinen Aktivitäten ein ausgesprochener Familienmensch gewesen ist. Die anschließende Beisetzung auf dem Friedhof wurde durch einen Bläserchor mit 20 Bläserinnen und Bläsern, die sich aus Castrop, Mengede, Bochum und Herne zusammengefunden hatten, würdig begleitet.

Die Castroper und Mengeder Bläsergemeinden sind durch den plötzlichen Tod von Bernd Reinelt ärmer geworden.

Wir werden ihn in guter Erinnerung behalten.

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