Handballfieber in Deutschland?

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Ein kurzer Rückblick auf die Handball-WM

Die Handball-Weltmeisterschaft ist vorüber. Die deutsche Mannschaft begeisterte viele Fans, nicht zuletzt durch die Übertragungen im öffentlich rechtlichen Fernsehen. Spannung bis zuletzt und sensationelle Einschaltquoten, die beim Halbfinale gegen die Norweger bei 12 Millionen gelegen haben soll. Endlich nicht nur Fußball oder Biathlon, die Handballer freuten sich, dass auch einmal ihr Sport im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses stand.

Viele Zeitgenossen, die bisher mit dem Handball „nichts am Hut hatten“, kannten plötzlich den Unterschied zwischen einem Kreisläufer und einem Aufbauspieler, regten sich auf, wenn wieder einmal eine unberechtigte Zeitstrafe verhängt wurde und staunten über den fairen Umgang untereinander. Keine Randale auf den Zuschauertribünen, keine Ultras, keine Pyros, trotz aller Rivalität keine Schmähungen des Gegners – eine Werbung für den Sport und Spannung von der ersten bis zur letzten Sekunde.

Alle TV-Moderatoren überschlugen sich mit Lobeshymnen, heizten den Handball-Hype an und pushten die öffentliche Erwartung, dass die deutsche Nationalmannschaft das Endspiel erreichen und dann dort auch den Titel gewinnen werde. Wie wir heute wissen, es kam anders, Deutschland landete hinter den Dänen, Norwegern und Franzosen auf Rang 4. 

Trotzdem ein Erfolg, Ein Sportreporter der ARD wollte wissen, ob das ausgebrochene Handballfieber hierzulande nun Bestand haben werde. Die Antwort des deutschen Trainers traf den Nagel auf dem Kopf: „Nur wenn ihr, die Medien, uns dabei auch zukünftig unterstützen werdet!“ 

Den Beweis für eine bodenlose Ignoranz lieferten ARD und ZDF dann ausgerechnet bereits beim WM-Endspieltag. Das Finale Norwegen gegen Dänemark und somit Weltklasse-Handball ohne die Deutschen, da musste man schon auf einen privaten Kanal ausweichen. Und so wird es weitergehen: Drittliga-Fußball in voller Länge, Wintersport von morgens bis abends, aber Handball bleibt weiterhin maximal eine Randnotiz.

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