Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst zeigt Wirkung
Der aktuelle Sachstandsbericht zum Pakt ÖGD, den der Rat der Stadt im März zur Kenntnis erhält, zieht eine positive Bilanz. Insgesamt konnten im Gesundheitsamt die technische und digitale Ausstattung verbessert und 45,2 vollzeitverrechnete Stellen geschaffen werden. Die finanzielle Unterstützung durch den Pakt endet nach aktuellem Stand zum Jahresende.
Verbindliche Anschlussfinanzierung ist notwendig
„Aus unserer Sicht sollte der Bund die dringend benötigten Finanzhilfen auch nach dem Ende dieses Jahres weiter zur Verfügung stellen. Angesichts der schwierigen Haushaltslage in den Kommunen können wir nur so die Strukturen und Angebote für die Bürgerinnen und Bürger, die wir aufgebaut haben und unbedingt weiter benötigen, aufrechterhalten. Prävention, Förderung der Kindergesundheit, Krisenresilienz, digitale und bürgerfreundliche Angebote – für all das braucht es eine verbindliche Anschlussfinanzierung seitens des Bundes für die dauerhafte Stärkung der Gesundheitsämter“, betont Gesundheitsdezernentin Frauke Füsers.
Das zusätzliche Personal brachte spürbare Effekte. Teams arbeiten präventiver, näher an den Menschen und vernetzter. Maßnahmen können schneller in die Tat umgesetzt werden.
Eingesetzt wurden und werden die zusätzlichen Ressourcen unter anderem in diesen Bereichen:
Kinder und vulnerable Gruppen im Mittelpunkt
Der Rat der Stadt gab mit dem Kindergesundheitsziel die Richtung vor. Das Gesundheitsamt setzt sie um. Prävention für Kinder steht weit oben auf der Agenda, ebenso die Förderung von Frauen, werdenden Müttern, Familien und Menschen mit psychischen Belastungen.
Der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst leistet unter anderem jährlich 6.000 Schuleingangsuntersuchungen. Die Anzahl der schulärtzlichen Gutachten stieg aufgrund der zunehmenden Auffälligkeiten in der Entwicklung der Kinder erheblich an. Zuvor dominierten oftmals akute Fälle. Heute entstehen proaktive Ansätze. Diese Entwicklung zeigt sich beispielhaft in mehreren Bereichen.
Amtsapotheke stärkt Sicherheit
Die Amtsapotheke deckt ein breites Feld ab. Sie prüft vor allem Apotheken und auch Krankenhausapotheken. Sie kontrolliert den Verkauf von Chemikalien, Wasch- und Reinigungsmitteln sowie Gefahrstoffen im Einzelhandel. Mehr Personal sorgt hier für engere Kontrollen und bessere Beratung.
Infektionsschutz geht in Schulen und Stadtteile
Der Fokus der Hygienekontrolleur*innen liegt auf der Überwachung, Aufklärung und Information im Bereich des Infektionsschutzes und der Hygiene in überwachungspflichtigen Einrichtungen. Hier geht es unter anderem um Trink-, Bade- und Beckenwasserhygiene.
Eine zusätzliche Stelle im Infektionsschutz schafft auch Raum für Projekte. Teams besuchen Schulen und Kitas. Sie klären über Infektionen und Impfungen auf und beraten direkt vor Ort auf Festen und Veranstaltungen. Bei Masernausbrüchen können dadurch weitere Ansteckungen früh verhindert werden.
Sozialpsychiatrischer Dienst erweitert Begleitung
Der Sozialpsychiatrische Dienst stellte Genesungsbegleiterinnen und Genesungsbegleiter ein. Diese Fachkräfte profitieren von der eigenen Erfahrung, denn sie verstehen die Sichtweisen der Betroffenen. Dadurch erreicht der Dienst Menschen mit Unterstützungsbedarf unterhalb der üblichen formalen Schwellen. Beratung, Begleitung und Betreuung können früher einsetzen.
Zahnärztlicher Dienst schafft gleiche Chancen
Das zusätzliche Personal im zahnärztlichen Dienst ermöglicht jährliche Untersuchungen in Dortmunder Kitas. Alle Kinder erhalten gleichermaßen Zugang zur Gesundheitsvorsorge. Die Teams erfassen die Gesundheitsdaten schneller, so dass diese Daten direkt in Vorsorge und Früherkennung mit einfließen können.