Performance-Künstlerin Nezaket Ekici erhält den MO_Kunstpreis 2026

Nezaket Ekici erhält den Mo_Kunstpreis 2026.
© Nihad Nino Pušija

Die Performance-Künstlerin Nezaket Ekici erhält den MO_Kunstpreis 2026. Der Preis „Dada, Fluxus und die Folgen“ der Freunde des Museums Ostwall wird am Sonntag, 11. Oktober, um 11:30 Uhr im Kino im Dortmunder U verliehen.

Die Kunstpreis-Jury hat sich mit Nezaket Ekici für eine Künstlerin entschieden, die in den verschiedensten Medien zu Hause ist: Performance, Video, Installation, Malerei, Druckgrafik, Zeichnung oder Fotografie. Ihr Schwerpunkt liegt jedoch auf performativen Arbeiten.

Sie beschäftigt sich mit Themen wie Identität, Religion, Körper und Alltagskultur. Ihre Werke sind zuweilen humorvoll, wie die Videoperformance „Kaffeklatsch“ (2019), in der sie das feministische Potenzial des „Kaffeekränzchens“ als Ort das Austauschs auslotet, mal poetisch, wie die Performance „Celebration“ (2021), in der sie mit buntem Klebeband Kunst- und Lebensraum zu einem Gesamtkunstwerk vereint, oder hochpolitisch, wie bei der Arbeit „Essence_Turkey“ (2024), in der es um den Kampf um die Unantastbarkeit der Menschenwürde geht.

Verliehen wird der Preis am 11. Oktober um 11:30 Uhr im Dortmunder U. Zeitgleich wird die zugehörige Ausstellung im MO_Schaufenster eröffnet. Außerdem bekommt die Künstlerin ein Preigeld von 20.000 Euro, das zur Hälfte von den Freunden des MO und den Dortmunder Kulturbetrieben finanziert wird. Mit dem Preis ist ein Ankauf für die Sammlung des MO verbunden.

Ekici war Mitglied des Beirats für ein Denkmal der Gastarbeiter*innen

Nezaket Ekici wurde 1970 in Kırşehir in der Türkei geboren und kam im Alter von drei Jahren mit ihren Eltern nach Duisburg. Sie studierte an der Akademie der Bildenden Künste München Bildhauerei, erwarb einen Magister-Abschluss in Kunstpädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und wurde anschließend Meisterschülerin von Marina Abramovic an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Seitdem war Nezaket Ekici mit über 300 verschiedenen Performances und Installationen in mehr als 180 Städten in 70 Ländern auf vier Kontinenten zu sehen. Der Stadt Dortmund ist sie auf besondere Weise verbunden: 2024/25 war sie Mitglied im Beirat für ein Denkmal der Gastarbeiter*innen der Stadt Dortmund.

Stimmen aus dem Museums-Team und der Freunde des MO

Museumsdirektorin Regina Selter freut sich über die diesjährige Wahl der Jury: „Mit Nezaket Ekici kommt eine aus der Region stammende, international arbeitende Künstlerin in das Museum Ostwall. Ihr Werk passt ausgezeichnet zu unserem Leitgedanken, Kunst und Leben zu verbinden. Mit der Bearbeitung verschiedenster Themen, die einen starken Alltagsbezug aufweisen, eröffnet ihr Werk neue Perspektiven auf gesellschaftliche Fragestellungen und trägt so mit Mitteln der Kunst zum gesellschaftlichen Dialog bei.“

Auch Sammlungsleiterin Dr. Nicole Grothe ist begeistert: „Nezaket Ekici behandelt in ihrem Werk eine große Themenvielfalt und sucht dabei oft auch den Austausch mit dem Publikum. Mich interessieren besonders ihre teils biographisch inspirierten Arbeiten, die sich mit der Migration von Gastarbeiter*innen nach Deutschland befassen. Werke wie diese fehlen in unserem Sammlungsbestand bisher, obwohl das Leben in der Ruhrregion bis heute stark durch Arbeitsmigration geprägt ist.“

Der Vorsitzende der Freunde des MO, Benjamin Sieber unterstreicht: „Die Ideen des MO_Kunstpreises ,Dada, Fluxus und die Folgen‘ sind im Werk von Nezaket Ekici bestens vertreten. Ausschlaggebend für die Jury war ihr Schwerpunkt innerhalb der Video- und Performance-Kunst, die sie u.a. auch im privaten Raum bei Menschen zuhause inszeniert. Die Interaktion mit den Rezipient*innen ist für die Performance-Künstlerin mit türkischem Hintergrund eine wichtige Umsetzungsform ihrer Themen. Wir freuen uns schon auf eine ihrer Performances im Rahmen der MO-Kunstpreis Präsentation.“

Der MO_Kunstpreis „Dada, Fluxus und die Folgen“

Bereits zum 13. Mal loben die Freunde des Museums Ostwall den MO_Kunstpreis „Dada, Fluxus und die Folgen“ aus. Durch den zunächst mit 10.000 Euro von den Freunden des Museums Ostwall e.V. gestifteten Ankaufspreis kommen seit 2014 Werke namhafter Künstler*innen, die in der Tradition von Fluxus arbeiten, in das Museum Ostwall im Dortmunder U. Der MO_Kunstpreis hat sich inzwischen als feste Größe etabliert und wird seit 2020 mit weiteren 10.000 Euro von den Kulturbetrieben unterstützt.

Die Jury

Die Jury setzte sich wie folgt zusammen:

  • Regina Selter, Direktorin des Museum Ostwall;
  • Dr. Nicole Grothe, Kuratorin, Leitung der Sammlung des Museum Ostwall;
  • Dipl. Ing. Benjamin Sieber, Vorsitzender der Freunde des MO;
  • Prof. Dr. Andreas Zeising, TU Dortmund;
  • John Jaspers, Direktor Zentrum für internationale Lichtkunst Unna;
  • Prof. Dr. Sarah Hübscher, Kunstakademie Münster und Mitglied der Freunde des MO;
  • Prof. Susanne Brügger, FH Dortmund, Künstlerin.

Freunde des Museums Ostwall e. V. – Dortmunder U