40 Jahre Umweltamt: Stadt Dortmund schützt Natur, Klima und Lebensqualität

Im Naturschutzgebiet – hier am Lanstroper See – bitte immer auf den Wegen bleiben
© Stadt Dortmund / Stefanie Kleemann

Das Umweltamt der Stadt Dortmund feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen. Seit Februar 1986 setzt es sich für den Schutz von Natur und Umwelt ein. Der konkrete Auslöser damals: Altlasten im Boden und die Sorge um die Gesundheit der Bürger*innen. Heute ist das Umweltamt eine zentrale Säule nachhaltiger, moderner Stadtentwicklung.

Für die „intensive Wahrnehmung der Aufgaben auf dem Gebiet des Umweltschutzes“ – so hieß es 1985 in der Ratsvorlage – wurde die Gründung des Umweltamt beschlossen. Im Februar 1986 ging es mit 45 Planstellen am Schwanenwall los. Ziel war es, Umwelt- und Naturschutz nicht nur zu überwachen, sondern strategisch in die Stadtentwicklung einzubringen.

„40 Jahre Umweltamt bedeuten 40 Jahre Verantwortung für die Umwelt in unserer Stadt“, betont Umweltdezernent Stefan Szuggat. „Auch wenn es nicht direkt auf der Hand liegt, geht es bei der Arbeit des Umweltamtes um die Sicherheit und Gesundheit der Bürger*innen dieser Stadt. Ob wir uns verbunden fühlen oder nicht, wir sind alle Teil der Umwelt und können nur in einer gesunden und intakten Umwelt gesund leben.“

Altlasten als Auslöser

Eine Initialzündung für die Gründung war der Altlasten-Skandal von Dorstfeld-Süd. Dort waren 192 Häuser auf giftbelastetem Boden einer ehemaligen Kokerei errichtet worden. Es folgten jahrelange Sanierungen und die Erkenntnis, dass eine spezialisierte Umweltverwaltung notwendig ist, um gesundes Wohnen, Leben und Arbeiten in Dortmund dauerhaft zu ermöglichen.

Kindergärten, Schulen, Spielplätze und Kleingartenanlagen wurden überprüft. Noch im November 1985 erschien die erste Dortmunder „Altlastenkarte“. Es war eine der ersten bundesweit, die belastete Standorte systematisch erfasste, um Gefahren abzuschätzen. Elf Jahre später waren dann alle rund 5.800 altlastenrelevanten Flächen im Stadtgebiet dokumentiert.

Von der Gefahrenabwehr zu gestaltender Umweltpolitik

Auch Wasser- und Abfallrecht, Immissionsschutz sowie Natur- und Landschaftsschutz prägten die Anfangsjahre. Die ökologische Gewässerentwicklung gewann an Bedeutung, vor allem im Emschersystem. Denn viele Fließgewässer waren über Jahrzehnte stark belastet. Naturschutzgebiete und Landschaftsschutzflächen wurden kontinuierlich vergrößert und ausgebaut. Sie sichern heute wertvolle Freiräume im Stadtgebiet und sind fest im Landschaftsplan verankert. Das Umweltamt pflegt und entwickelt diese Flächen. Damit trägt es maßgeblich zur Biodiversität und zur Lebensqualität in der Großstadt bei.

Schon in den 1990er-Jahren beschäftigte sich das Umweltamt auch mit dem Klimaschutz – lange bevor CO₂-Minderung und Klimaanpassung zentrale politische Leitbegriffe wurden. Der Klimawandel und damit verbunden Starkregenereignisse und Hitzeperioden stellen die Stadt heute vor große Herausforderungen. Mittlerweile sind das Handlungsprogramm Klima-Luft sowie das Konzept zur Klimafolgenanpassung MIKADO ein wichtiger Teil der Arbeit der gesamten Stadtverwaltung.

Im Jahr 2007 kam der rund 2.500 Hektar große Stadtwald zum Umweltamt. Er wird seit Herbst 2023 auf Basis des vom Rat beschlossenen ökologischen Waldkonzeptes bewirtschaftet. Es ergänzt das frühere Programm zur naturnahen Waldpflege und reagiert insbesondere auf den Klimawandel. Ziel ist es, den Wald naturnah weiterzuentwickeln, damit er trotz der Veränderungen des Klimas langfristig stabil bleiben kann.

Die Mitarbeitenden im Umweltamt kümmern sich aber auch um das Jagd- und Fischereiwesen, kontrollieren Gewerbebetriebe und sind ein wichtiger Partner beim Ermittlungsdienst Abfall der EDG und des KOD.

Heute: Nachhaltige Stadtentwicklung

Heute arbeiten circa 150 Menschen im Umweltamt. Ihre Aufgaben sind vielfältiger denn je. Amtsleiterin Dr. Theresa Eckermann ist überzeugt: „Der massive Verlust an Artenvielfalt bedroht das Ökosystem und reduziert massiv die Basis unserer Nahrungskette. Klimawandelfolgen wie Hitze, Dürre und Starkregen verursachen immer mehr schwere Naturkatastrophen, gefährden zunehmend die Gesundheit der Bürger*innen und verursachen hohe finanzielle Schäden. Auch die Wirtschaft benötigt eine funktionale Natur, deren Ressourcen nicht beliebig ausgebeutet werden können.“ Bei sieben der neun sogenannten planetarischen Grenzen, die als Belastungsgrenze der Ökosysteme hergeleitet wurden, ist der sichere Handlungsraum bereits überschritten, sagen Wissenschaftler*innen. „Das spüren wir auch in Dortmund“, sagt Eckermann. „Unsere Herausforderung ist es, die Weiterentwicklung der Großstadt Dortmund so zu begleiten, dass gesundes Leben auf Basis einer gesunden Umwelt auch für die zukünftigen Generationen möglich ist.“

Jubiläum: Umweltarbeit selbst erleben

Das 40-jährige Bestehen ist nicht nur Anlass für einen Rückblick, sondern auch für einen Ausblick: Unter dem Leitgedanken „Umweltarbeit sichtbar und erlebbar machen“ lädt das Umweltamt die Dortmunder*innen zu verschiedenen Veranstaltungen und Exkursionen ein:

  • Am 21. März 2026 steht bei einer Exkursion am Roßbach in Dortmund-Marten die Gewässerentwicklung im Mittelpunkt.
  • Am 31. Mai 2026 findet im Naturmuseum Dortmund der jährliche Tag der Biologischen Vielfalt statt, der diesmal auch einen Überblick über die Arbeit des Umweltamtes gibt.
  • Am 19. Juni 2026 folgt die bodenkundliche Radtour „Multitalente (Stadt)böden“.

Die Veranstaltungen zeigen, wie sich Umweltpolitik und -praxis in Dortmund weiterentwickelt haben. Im Laufe des Jahres kommen noch viele weitere Veranstaltungen hinzu, mit denen das Umweltamt die Dortmunder*innen und ihre Umwelt näher zusammenbringen möchte.