Der Zoo Dortmund begrüßt eine kleine Kröte mit großer Geschichte
Im Zoo Dortmund leben die seltenen Kröten derzeit hinter den Kulissen. Das Tierpflegeteam betreut sie in der sogenannten „Krabbelkiste“. Dort erhalten die Tiere ruhige Bedingungen und eine sorgfältige Pflege.
Besuchende können die kleinen Amphibien im Rahmen von Führungen kennenlernen. Dabei erfahren sie auch, wie Zoos weltweit bedrohte Tierarten schützen und erhalten. Mit den neuen Bewohnern wächst das Engagement des Zoos Dortmund für den Artenschutz weiter.
Nur drei bis vier Zentimeter groß
Die nur drei bis vier Zentimeter große Kröte trägt den wissenschaftlichen Namen Atelopus balios. Fachleute führen sie auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN in der höchsten Gefährdungsstufe. Nur ein Schritt trennt sie von der Kategorie „in der Natur ausgestorben“. Viele Jahre galt die Art sogar als verschwunden. Erst 2010 fanden Forschende wieder kleine Gruppen in den Regenwäldern im Südwesten von Ecuador.
Eine von hundert am stärksten bedrohten Tierarten der Welt
Harlekinkröten leben vor allem in den Berg- und Regenwäldern Mittel- und Südamerikas. Fachleute nennen sie auch Stummelfußkröten. Fast alle Arten dieser Gruppe kämpfen heute ums Überleben.
Ein gefährlicher Pilz setzt den Tieren stark zu. Auch die Rio-Pescado-Harlekinkröte verschwand fast vollständig. Fachleute sahen sie 1995 ein letztes Mal in freier Natur. Jahre später entdeckten Forschende die Art wieder in wenigen Regenwaldgebieten in Ecuador. Die Zahl der Tiere bleibt jedoch sehr klein. Umweltverschmutzung und der Verlust von Wald verschärfen die Lage zusätzlich.
2012 setzten Fachleute der IUCN und der Zoological Society of London die Rio-Pescado-Harlekinkröte auf eine Liste mit den hundert am stärksten bedrohten Tierarten der Welt.
Erhaltungszucht als letzte Chance
Schutzgebiete allein reichen bei vielen Harlekinkröten nicht aus. Forscherinnen und Forscher aus Ecuador starteten deshalb ein Zuchtprogramm in menschlicher Obhut. Sie brachten einige Tiere in sichere Terrarienanlagen und zogen Nachwuchs groß. Aus dieser Arbeit entstand ein internationales Netzwerk für den Erhalt der Art. Auch die Initiative Citizen Conservation beteiligt sich an diesem Programm.
Zusammenarbeit von Zoos und Privathalterinnen und Privathaltern
Citizen Conservation verbindet Zoos mit engagierten Privathalterinnen und Privathaltern. Die Initiative verteilt Tiere aus Erhaltungszuchten auf viele geeignete Haltungen. So wächst die Zahl der sicheren Bestände. Viele der so Engagierten bringen viel Erfahrung, Zeit und Platz mit. Zoos steuern Fachwissen, Infrastruktur und internationale Zusammenarbeit bei. Gemeinsam erhöhen beide Seiten die Chance auf das Überleben bedrohter Arten.
Die Rio-Pescado-Harlekinkröte zeigt, wie wichtig diese Zusammenarbeit ist. Ohne solche Zuchtprogramme würde die Art vermutlich bald verschwinden.
