Der Aufwärtstrend auf dem Dortmunder Grundstücksmarkt setzt sich fort

Wohnen am Seilbahnweg – Symbolbild zum Grundstücksmarktbericht
© Stadt Dortmund / Stephan Schütze

Auf dem Grundstücksmarkt steigen die Preise. Diesen Trend erkennt der „Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Dortmund“ für das Jahr 2025. Nach dem Rekordtief im Jahr 2023 hatte sich der Markt 2024 wieder stabilisiert. Das ist die Hauptbotschaft im neuen Jahresbericht.

Der Grundstücksmarkt in Dortmund hat sich im Jahr 2025 positiv entwickelt. Damit setzt sich der Aufwärtstrend aus dem Vorjahr fort. „Der Geldumsatz liegt bei rund 1,5 Milliarden Euro und damit etwas über dem Wert des Vorjahres. Vor allem wurden etwa zehn Prozent mehr Grundstücke verkauft“, sagt Christian Hecker, Vorsitzender des Dortmunder Gutachterausschusses. Der Gutachterausschuss wertet jährlich sämtliche notariell beurkundeten Kaufverträge aus. Die Zahlen zeigen: Auf dem Dortmunder Immobilienmarkt passiert wieder mehr.

Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung beim Wohnungs- und Teileigentum. Hier wechselten mehr Wohnungen den Besitzer, und auch der Geldumsatz steigt. „Bei bestehenden Eigentumswohnungen steigen die Preise im gesamten Stadtgebiet relativ gleichmäßig um rund fünf Prozent an“, erklärt Ulf Meyer Dietrich, stellvertretender Vorsitzender des Gutachterausschusses. In der Nordstadt steigen die Preise etwas stärker. Dort lagen die Preise allerdings zuvor auf einem niedrigeren Niveau.

Für neu gebaute Eigentumswohnungen zahlen Käuferinnen und Käufer derzeit im Durchschnitt rund 4.550 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Damit liegen die Preise etwas über dem Niveau der vergangenen zwei Jahre.

Auch bei bebauten Grundstücken ohne Wohnungs- und Teileigentum bewegt sich der Markt nach oben. Hier wurden ebenfalls mehr Objekte verkauft, und der Geldumsatz steigt leicht. Anhand von Immobilienrichtwerten lässt sich die Preisentwicklung für Bestandsimmobilien nachvollziehen. Ein- und Zweifamilienhäuser verteuern sich im Durchschnitt um etwa zwei Prozent. Bei Mehrfamilienhäusern steigt der Wert um rund drei Prozent.

Neue Reihenendhäuser und Doppelhaushälften kosten derzeit etwa 4.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. „Die Preise steigen auch deshalb, weil Neubauten wieder mit Keller errichtet werden “, erklärt Christian Hecker. Außerdem wirken sich die gestiegenen Baukosten auf die Neubaupreise aus.

Auch bei unbebauten Grundstücken zeigt sich mehr Bewegung. Der Geldumsatz liegt leicht über dem Vorjahr, und auch hier wurden mehr Grundstücke verkauft. Die Bodenrichtwerte für Wohngrundstücke bleiben insgesamt jedoch weitgehend stabil. „Dieses stabile Niveau sehen wir auch bei anderen Grundstücksarten, etwa im Gewerbebereich oder in der Land- und Forstwirtschaft“, berichtet Ulf Meyer Dietrich.

Ein Blick über Dortmund hinaus zeigt ein vergleichbares Bild. In vielen Städten des Ruhrgebiets und in anderen Teilen von Nordrhein-Westfalen entwickelt sich der Grundstücksmarkt ähnlich. „Insgesamt zeigt sich der Dortmunder Grundstücksmarkt im Jahr 2025 stabil. Die Nachfrage bleibt hoch. In fast allen Marktsegmenten sehen wir eine positive Entwicklung“, fasst Christian Hecker zusammen.

Zwei konkrete, fiktive Beispiele

Beispiel 1: Familie Öczan-Müller aus Dortmund-Westerfilde hat vor einiger Zeit eine Doppelhaushälfte gekauft. Bei ihrer Entscheidung halfen ihnen die Immobilienrichtwerte aus dem amtlichen Informationssystem. Für eine Doppelhaushälfte in Westerfilde mit etwa 140 Quadratmetern Wohnfläche und rund 350 Quadratmetern Grundstücksfläche liegt der ermittelte Immobilienwert zum 1. Januar 2026 bei etwa 430.000 Euro. Das sind rund 10.000 Euro mehr als im Jahr 2025. Die Familie freut sich über diese Wertsteigerung. Sie bestätigt ihre Entscheidung für den Hauskauf. „Für Eigentümerinnen und Eigentümer ist es wichtig zu sehen, wie sich der Wert ihrer Immobilie entwickelt“, sagt Christian Hecker.

Für eine vergleichbare Doppelhaushälfte in der Mengeder Heide liegt der ermittelte Wert bei etwa 440.000 Euro. In Dortmund-Barop/Schönau ergibt sich unter ähnlichen Annahmen ein Wert von rund 570.000 Euro. Auch hier steigen die Werte jeweils um etwa 10.000 Euro gegenüber 2025. „Die Unterschiede zwischen den Stadtteilen zeigen deutlich, wie stark Lage und Umfeld den Immobilienpreis beeinflussen“, erklärt Ulf Meyer Dietrich. „Anhand der Immobilienrichtwerte können Bürgerinnen und Bürger diese Entwicklung gut nachvollziehen.“

Beispiel 2: Familie Laurens mietet bisher ein kleines Haus in Düsseldorf. Mit Auszug der Kinder sucht das Paar eine 70-Quadratmeter-Eigentumswohnung (Baujahr 2010, idealerweise mit Wasserblick). Weil Herr Laurens beruflich nach Dortmund wechselt, schauen die beiden in Düsseldorf und Dortmund nach Wohnungen. Am PHOENIX See kostet sie ca. 60.000 Euro weniger als in Wittlaer (mind. 320.000 Euro). Die Bewertung spricht klar für Dortmund: Der Preis überzeugt, und das Pendeln unter der Woche entfällt.

Weitere Informationen und Service online

Um das Marktgeschehen des letzten Jahres mit wenigen Worten zu erklären, hat der Gutachterausschuss in der Stadt Dortmund ein kurzes Video unter GARS.NRW – Bürger-Infotainment produziert. Auch weitere Erklärvideos sind auf der Webseite im Angebot.

Den gesamten Grundstückmarktbericht und weitere Services findet man online: boris.nrw.de. Dort veröffentlichen die Gutachterausschüsse kostenlos unter anderem:

  • Bodenrichtwerte
  • Immobilienrichtwerte
  • Grundstücksmarktberichte

Ein Immobilienpreiskalkulator hilft zusätzlich dabei, den möglichen Wert der eigenen Immobilie einzuschätzen.

Wer wissen möchte, wie sich der Grundstücksmarkt im Jahr 2026 weiterentwickelt, kann die aktuellen Zahlen online verfolgen: Ein Dashboard zeigt dort laufend, wie viele Grundstücke verkauft werden und wie sich der Umsatz entwickelt – sowohl insgesamt als auch nach einzelnen Teilmärkten.

Über den Gutachterausschuss

Die Gutachterausschüsse arbeiten unabhängig und erhalten keine Weisungen. Das Land Nordrhein-Westfalen richtet sie ein. Die Geschäftsstelle des Dortmunder Gutachterausschusses arbeitet beim städtischen Vermessungs- und Katasteramt. Die Gutachterausschüsse sammeln und analysieren Daten über Immobilienkäufe. Daraus erstellen sie unter anderem Bodenrichtwerte, Immobilienrichtwerte und Grundstücksmarktberichte. Diese Informationen stellen sie kostenlos online bereit. In den Grundstücksmarktberichten finden sich auch Daten für die Immobilienwirtschaft, zum Beispiel Liegenschaftszinssätze, Wertfaktoren oder Umrechnungskoeffizienten.