Zukunft der Stadtbahn

Zukunft der Stadtbahn: Welche Bauprojekte ergeben am meisten Sinn? Stadt legt Liste vor

Die Stadtbahn ist das Rückgrat des Dortmunder Nahverkehrs. Wer nach Möglichkeiten sucht, wie die Dortmunderinnen und Dortmunder noch schneller und leichter ans Ziel kommen, muss sich mit der Stadtbahn und ihrer Zukunft beschäftigen. Aus diesem Grund gibt es seit 2008 das Stadtbahn-Entwicklungskonzept (StEK). Jetzt legt die Verwaltung dem Rat den Abschlussbericht für die Stufe 1 eines neuen StEK vor – und kündigt an, worauf der Fokus in Stufe 2 liegen soll.

Grundlage des Stadtbahn-Entwicklungskonzeptes von 2008 ist eine grobe gutachterliche Wirtschaftlichkeitsuntersuchung aller seinerzeit entwickelten Projektideen und -vorschläge. Heute ist die Verwaltung einige Schritte weiter. Die bisher nicht realisierten Projekte sowie die zahlreichen neuen Ideen aus Politik, Verwaltung und der Dortmunder Stadtwerke AG (DSW21) wurden in einem aufwändigen Prozess geprüft und priorisiert. Entstanden ist ein umfangreicher Abschlussbericht für die erste Bearbeitungsstufe. Erarbeitet hat ihn das Tiefbauamt in enger Abstimmung mit DSW21, dem Stadtplanungs- und Bauordnungsamt und seit 2024 auch mit dem gemeinsamen Verkehrswendebüro der Stadt Dortmund. Auch ein externes Ingenieurbüro hat den Prozess eng begleitet.

Die Stadt hat für den Abschlussbericht alle Projektideen für den ÖPNV anhand verschiedener Kriterien geprüft. Betrachtet wurden zum Beispiel Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und städtebauliche Aspekte. Die Projekte wurden im Prozess teilweise durch mehrere Alternativen oder Varianten erweitert. Vier weitere Projekte, teilweise ebenfalls mit Varianten, kamen hinzu – diese haben sich zum Beispiel aus der Abstimmung mit dem parallel bearbeiteten Teilkonzept zum Masterplan Mobilität ergeben. Insgesamt betrachtet der Abschlussbericht 42 Projekte, einschließlich Alternativen und Varianten.

Zwei Projekte sind in der Liste mit der Priorität „sehr hoch“ versehen:

  • Betriebsstabilisierung / -optimierung bei verdichtetem Angebot: An den Haltestellen Hafen, Grävingholz und An der Palmweide sollen Kehrgleise eingerichtet werden. So können so genannte Verstärkerfahrten, also zusätzliche Fahrten zu Tageszeiten bzw. an Tagen mit besonders hohem Verkehrsaufkommen, frühzeitiger wenden. Auch die Kapazitätsreserven in den Tunneln könnten dadurch effektiver genutzt werden.
  • Der Wissenschaftscampus soll durch eine Verlängerung der H-Bahn an die U42 (Uni S bis Theodor-Fliedner-Heim) angebunden werden.

21 weitere Projekte sind als „hoch“ priorisiert, zum Beispiel die Erschließung von PHOENIX West durch die H-Bahn, der zweigleisige und barrierefreie Ausbau der Strecke Asseln – Wickede (U43) oder die Anbindung von Kirchlinde ab Huckarde Abzweig (U 47).

Wie geht es jetzt weiter?

Die Projekte mit der Priorität „sehr hoch“ und „hoch“ sollen nun detailliert betrachtet werden. Allerdings gibt es einige Ausnahmen: Für zwei Maßnahmen aus dem H-Bahn-Bereich liegen zum Beispiel aktuelle Machbarkeitsstudien bzw. Vorplanungen vor. Weil der gesamtwirtschaftliche Nutzen schon nachgewiesen ist, hält die Stadt hier eine Detailbetrachtung im Zuge des StEK nicht mehr für erforderlich. Zum barrierefreien Umbau von Haltestellen ist die Stadt wiederum gesetzlich verpflichtet. Daher ist eine tiefergehende Prüfung auf Wirtschaftlichkeit als Bestandteil des StEK ebenfalls nicht nötig. Zudem gibt es Maßnahmen, die zwar eine Wirksamkeit entfalten, voraussichtlich aber nicht förderfähig wären. Auch sie werden nicht vertiefend untersucht.

Für die detaillierte Betrachtung in Stufe 2 des Stadtbahnentwicklungskonzeptes schlägt die Stadt nun diese 13 Projekte vor:

  1. Maßnahmen zur Betriebsstabilisierung / -optimierung bei verdichtetem Angebot
  2. Verlängerung U41 bis Benninghofen / Overgünne
  3. Verlängerung U 49 Hacheney – Wellinghofen
  4. Erschließung PHOENIX West: Erschließung durch H-Bahn
  5. Anbindung U49 Kirchlinde ab Huckarde Abzweig
  6. Anbindung Kirchlinde U44 / Verlängerung ab Marten Walbertstraße (zwei Alternativen)
  7. Beseitigung Gleiskreuz Nette mit Anbindung Energie-Campus, U47
  8. Ausbau U43 / U44 für 2,65 Breite
  9. Anbindung Wissenschaftscampus an U42 (Ortsmühle – Barop Parkhaus), H-Bahn
  10. Lückenschluss U47 Huckarde Bushof (Unterfahrung DB-Strecke östlich L609)
  11. Zweigleisiger Ausbau U47 Süd
  12. U44 Marten Heyden-Rynsch-Straße mit barrierefreiem Ausbau
  13. Zweigleisiger Ausbau Asseln – Wickede mit barrierefreiem Ausbau (U47)

Der Rat der Stadt entscheidet in seiner Juli-Sitzung, ob die Stadt die Stufe 2 des StEK wie vorgeschlagen vorantreiben soll.

Investitionen abschätzen, Wirtschaftlichkeit prüfen

Gibt der Rat grünes Licht, wird die Stadt als nächstes Trassenkonzepte skizzieren, Investitionskosten abschätzen und die Wirtschaftlichkeit untersuchen. Ziel ist die Priorisierung jener Projekte, die eine große verkehrliche Bedeutung besitzen, förderfähig werden können und bei denen die Kosten des späteren Betriebes getragen werden können.

Das Ergebnis der Bearbeitungsstufe 2 wird die Verwaltung in einem Abschlussbericht als Fortschreibung des Stadtbahnentwicklungskonzeptes zusammenfassen.

Bessere Vernetzung im ÖPNV und umweltfreundliche Mobilität

Die Stadt Dortmund fördert bereits seit Jahren umweltfreundliche Mobilität. Die Entwicklung, Umsetzung und Fortschreibung von integrierten, verkehrsartenübergreifenden Handlungskonzepten in allen Bereichen haben bereits zu großen Erfolgen geführt. Nun ist es das Ziel, dieses hohe Niveau zu halten und, soweit es möglich ist, in weiteren Teilbereichen auszubauen. Dabei soll die Vernetzung sowohl der ÖPNV-Teilsysteme (SPNV, Stadtbahn, H-Bahn, Bus) untereinander als auch mit den individuellen Verkehrsmitteln als Zubringer zum ÖPNV über B+R- und P+R-Anlagen weiterentwickelt und ausgebaut werden.