Fachbereich Schule, Wirtschaft und Stadtgesellschaft ziehen an einem Strang
„Unser Ziel ist es, für junge Menschen verlässliche und anschlussfähige Wege von der Schule in Ausbildung, Studium oder Beruf zu schaffen“, sagt Monika Nienaber-Willaredt, Dezernentin für Schule, Jugend und Familie. In seiner Sitzung am 28. Mai soll der Rat der Stadt das Regionale Bildungsbüro mit der Umsetzung der kommunalen Gesamtstrategie „Übergang Schule – Arbeitswelt“ beauftragen.
Denn die Situation ist für alle Beteiligten herausfordernd: Fachkräftemangel, hohe Jugendarbeitslosigkeit, soziale Ungleichheiten und ein sich stetig wandelnder Arbeitsmarkt machen ein wirksames Übergangsmanagement von Schule in die Arbeitswelt nötig. Deswegen hat die Verwaltung bestehende Ansätze seit 2023 grundlegend weiterentwickelt. Dazu hatte der Beirat „Regionales Übergangsmanagement Schule–Arbeitswelt“ einen breit angelegten Beteiligungsprozess angestoßen: Schulen, Wirtschaft, Kammern, Arbeitsverwaltung, Jugendhilfe, Hochschulen und insbesondere die jungen Menschen selbst haben an der Entwicklung der Gesamtstrategie „Übergang Schule – Arbeitswelt“ mitgewirkt.
Gemeinsame Verantwortung für gelingende Übergänge
Die Gesamtstrategie versteht Übergänge als Gemeinschaftsprojekt von Bildung, Wirtschaft und Stadtgesellschaft. Sie schafft klare Abstimmungsstrukturen und stärkt die Steuerungsfunktion des Beirats. Die Gesamtstrategie setzt auf agile Arbeitsformen, um flexibel auf neue Entwicklungen reagieren zu können.
Die zentralen Ziele:
- Jugendarbeitslosigkeit senken, aktiv Fachkräfte gewinnen und sichern,
- mehr Transparenz und Systematik im Übergangssystem schaffen,
- junge Menschen stärker beteiligen,
- mit allen relevanten Akteur*innen verbindlich zusammenarbeiten.
Ein wichtiges Format für die Beteiligung von Bildung, Wirtschaft und Stadtgesellschaft wird im Gesamtkonzept erhalten bleiben: Die Dortmunder Fokus-Konferenz, die erstmals 2024 mit rund 250 Teilnehmenden stattfand, wird es auch in Zukunft geben. Sie bringt alle Hierarchie- und Altersstufen zusammen und dient als Impulsgeberin für neue Projekte. Kleinere Folge-Veranstaltungen sichern die kontinuierliche Beteiligung.
Darüber hinaus werden durch die Gesamtstrategie innovative Prototypen erprobt und weiterentwickelt:
- „Berufsfelderkundungen – die Entdeckertage“: Über das Portal dortmundatwork.de buchen Jugendliche direkt betriebliche Einblicke. 2025 wurden über 1.800 Plätze angeboten.
- KI-gestützte Berufsorientierung: Ein Pilotprojekt unterstützt Jugendliche mithilfe eines digitalen „Pathfinders“ bei der Suche nach passenden Berufsfeldern in Dortmund.
- „5-Sterne-Praktikum“: Gemeinsam mit Schüler*innen wird ein Qualitätsrahmen für attraktive und lernwirksame Praktika entwickelt.
- Dortmunder Workday: Ein neues, niedrigschwelliges Begegnungsformat zwischen Jugendlichen und Unternehmen.
Bis zur nächsten Fokus-Konferenz im Frühjahr 2027 werden die gestarteten Projekte weiterentwickelt und evaluiert. Parallel wird ein Finanzierungskonzept für innovative Prototypen erarbeitet und die Verzahnung mit weiteren kommunalen Strategien – insbesondere im Bereich Arbeitsmarkt und berufliche Bildung – gestärkt.
Verantwortlich für die Umsetzung
Das Regionale Bildungsbüro im Fachbereich Schule soll die Umsetzung der Strategie koordinieren und sich dabei eng mit der Akteurs-Landschaft und dem Beirat „Regionales Übergangsmanagement Schule-Arbeitswelt“ abstimmen. Im Beirat arbeiten Vertreter*innen aus Schulaufsicht, Hochschulen, Wirtschaft, Kammern, Agentur für Arbeit, Jobcenter, Gewerkschaften, Jugendhilfe und Stadtverwaltung zusammen. Die Geschäftsführung des Beirats liegt beim Regionalen Bildungsbüro der Stadt Dortmund.
Gleichzeitig koordiniert das Bildungsbüro das Landesprogramm „Kein Abschluss ohne Anschluss“, über das sechs Personalstellen kofinanziert werden. Die Gesamtstrategie selbst wird nicht gesondert gefördert, sondern ist als kommunale Strukturstrategie angelegt.
Mit der Gesamtstrategie setzt Dortmund ein klares Signal: Gelingende Übergänge sind der Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen und für die wirtschaftliche Zukunft der Stadt.