FABIDO trotzt mit beiden Programmen dem Fachkräftemangel

Iryna Smychkova ist seit dem 1. Januar 2026 als Kinderpflegerin bei FABIDO angestellt.
© Stadt Dortmund / Leopold Achilles
„Startklar“ und „Kita-Einstieg“ richten sich an Menschen, die ihr Heimatland verlassen haben. Der größte Teil von ihnen ist vor Krieg oder lebensbedrohenden Krisen geflohen. In Dortmund bauen sie sich eine neue Zukunft auf. Ziel beider Programme ist es, die neuen Dortmunder*innen auf den ersten Arbeitsmarkt vorzubereiten. Sie nehmen Menschen in den Blick, die in ihrer Heimat einen Abschluss im Bereich der frühkindlichen Bildung gemacht haben (Startklar), oder die eine Ausbildung in frühkindlicher Bildung machen wollen (Kita-Einstieg).
Die Teilnehmenden und Absolvent*innen von Startklar und Kita-Einstieg kommen unter anderem aus der Ukraine, aus Syrien, Ägypten, Pakistan, Albanien, aus dem Libanon, dem Irak, dem Iran, von der Elfenbeinküste – aber auch aus Griechenland, Spanien oder der Türkei.
Nienaber-Willaredt: Diese Menschen passen wunderbar zu FABIDO und Dortmund
„Beide Programme haben unsere Erwartungen voll erfüllt. Sie zeigen, dass Integration funktioniert, wenn man die Wege dafür ebnet. Sie sind eine Chance für die Menschen, die zu uns kommen. Sie sind aber auch eine Chance für Dortmund“, sagte Monika Nienaber-Willaredt, Dezernentin für Schule, Jugend und Familie, heute in einer Pressekonferenz. „Die Menschen mit ihren unterschiedlichen Herkünften und Werdegängen passen wunderbar zu FABIDO und Dortmund – sie sind eine Bereicherung und helfen uns deutlich gegen den Fachkräftemangel in der Branche.“
Kita-Einstieg richtet sich an Menschen, die eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin oder zum staatlich anerkannten Erzieher absolvieren wollen. Sie müssen mindestens einen Fachhochschulabschluss (oder einen vergleichbaren Abschluss) mitbringen. Im Vorbereitungsjahr arbeiten die Teilnehmenden an drei Tagen pro Woche in einer FABIDO-Einrichtung, an zwei Tagen besuchen sie einen B2-Deutsch-Kurs mit berufssprachlicher Ausrichtung. Der Abschluss bescheinigt ihnen die Fähigkeit, komplexe Texte, Fachdiskussionen und abstrakte Themen zu verstehen. FABIDO unterstützt sie beispielsweise bei der Anerkennung der Abschlüsse. Das Interesse an den 36 Plätzen pro Jahr seit Oktober 2024 ist riesig.
40 neue Azubis für FABIDO durch Kita-Einstieg
„Schon das erste Jahr war für uns ein voller Erfolg. Im Sommer 2025 haben wir aus dem ersten Jahrgang von Kita-Einstieg 15 Menschen in die Ausbildung übernommen“, sagt Daniel Kunstleben, Geschäftsführer von FABIDO. In diesem Sommer werden es sogar 25 Menschen sein, die bei FABIDO die staatlich anerkannte Erzieher*innen-Ausbildung beginnen werden.
Aus dem Programm Startklar hat FABIDO schon acht Menschen in eine feste Anstellung übernommen: drei Erzieherinnen und vier Beschäftigte in vergleichbarer Einstufung sowie eine Kinderpflegerin. Bei zehn weiteren Menschen läuft das Anerkennungsverfahren augenblicklich – die Chancen stehen gut. Kunstleben: „18 neue Fachkräfte für FABIDO – das ist schon wirklich toll. Allerdings hätten das aus unserer Sicht auch mehr sein können. Wir hatten viele gut qualifizierte Teilnehmer*innen dabei. Eine große Hürde, das haben wir in den vergangenen zwei Jahren gemerkt, sind die Anerkennungsverfahren ausländischer Abschlüsse in Deutschland.“
Startklar: Chancen auf Übernahme sind gut
Im Vergleich zu Kita-Einstieg ist Startklar ein dynamisches Programm: Die Absolvent*innen haben 18 Monate Zeit für die Anerkennung und den Nachweis der B2-Qualifikation. Während dieser Zeit arbeiten sie ebenfalls an drei Tagen pro Woche in einer Kita von FABIDO. Wer schneller fertig wird, dem winkt auch früher eine Festanstellung bei FABIDO. „Bei FABIDO erleben wir gerade den größten Ausbau in unserer Geschichte, um uns auf den wachsenden Bedarf in der frühkindlichen Bildung in Dortmund vorzubereiten. Die Chancen auf eine Übernahme sind also gut“, sagt Daniel Kunstleben.
Die Chancen auf einen Platz bei Startklar oder Kita-Einstieg sind ebenfalls gut. Beide Programme, die FABIDO gemeinsam mit VHS und Jobcenter auf die Beine gestellt hat, sollen weiterlaufen.