Die Dortmunder Hafen AG will dafür einen externen Dienstleister beauftragen. Ziel ist es, den Dortmunder Hafen als Industriegebiet zu schützen und weiterzuentwickeln, um ihn zukunftssicher aufzustellen.
Schon heute ist der Dortmunder Hafen ein landesbedeutsamer Hafen und von überregionaler Bedeutung. Er soll im besten Falle noch bedeutender werden. Mit einer Gesamtfläche von rund 150 Hektar, zehn Hafenbecken und 11 Kilometern Uferlänge ist er der größte Kanalhafen Europas sowie eine der ausgedehntesten zusammenhängenden Wirtschaftsflächen in Dortmund. Jährlich werden über zwei Mio. Tonnen Güter umgeschlagen, die Hälfte wird über die Wasserstraße transportiert – der Dortmund-Ems-Kanal verbindet Dortmund mit den deutschen und europäischen Seehäfen. Im Regionalplan Ruhr ist der Dortmunder Hafen als landesbedeutsam festgelegt, im Flächennutzungsplan der Stadt ist der Hafen ein Sondergebiet.
Schutz für die Hafenwirtschaft
„Hafenflächen sind zwingend schützenswerte Flächen für die Industrie- und Logistikbranche“, sagt Bettina Brennenstuhl, Vorständin Dortmunder Hafen AG. „Der Dortmunder Hafen ist trimodal angebunden, verbindet also die Wasserstraße, die Schiene und die Straße miteinander. Damit kann der Dortmunder Hafen einen wesentlichen Beitrag für die Verkehrswende und den Klimaschutz leisten, durch eine entsprechende Verkehrsverlagerung. Dafür müssen aber zwingend diese Hafenflächen für genau diese Funktion geschützt werden. Das soll mit dem Hafenentwicklungskonzept festgeschrieben werden.“
Durch die Entwicklung des Hafenquartiers Speicherstraße wurde ein Teil des Dortmunder Hafens neu gedacht. Als Gründungs- und Wissensquartier mit Gastronomie steigert das neue Quartier die Aufenthaltsqualität im Hafengebiet, verankert ihn als attraktiven Anziehungspunkt in der Stadtgesellschaft. Vor allem aber entstehen dort perspektivisch zwischen 3.000 und 5.000 neue Arbeitsplätze, im Wesentlichen in digitalen Bereichen. Eine weitere Neuausrichtung von Hafenflächen, die wegführt vom industriellen Kern, soll es jedoch nicht geben.
Industriecampus als Beispiel
Wie der Schutz und die Weiterentwicklung des Hafens als Industriestandort, aussehen kann, zeigt das Beispiel der ehemaligen Envio-Fläche im zentralen Hafenbereich, die durch das Sondervermögen Technologiezentrum Dortmund (SVTZ) zum „Industriecampus“ entwickelt wird. Die Fläche soll Nutzungen Raum geben, die verbunden sind mit Themen wie „Zukunft der Industrie und Digitalisierung“, „Entwicklung von Technologie und nachhaltigen Verfahren“ oder „Dekarbonisierung der Industrie“, also mit der Umstellung industrieller Produktionsprozesse, sodass kaum noch oder gar kein CO2 mehr anfällt.
„Der Dortmunder Hafen ist ein zentraler Motor für die Dortmunder Wirtschaft“, sagt Planungsdezernent Stefan Szuggat. „Mit dem Hafenentwicklungskonzept schaffen wir die Grundlage, um die Wettbewerbsfähigkeit des Dortmunder Hafens langfristig zu sichern und gleichzeitig den Anforderungen an den Klimaschutz und nachhaltiger Stadtentwicklung gerecht zu werden.“
An dem Hafenentwicklungskonzept sollen relevante Akteure aus Verwaltung und Hafenwirtschaft mitarbeiten. Innerhalb eines Jahres soll das Konzept fertig werden. Anschließend entscheidet der Rat der Stadt Dortmund darüber.