Bahn-Skandal in NRW

ICE hält, aber die Türen bleiben verschlossen
Bundestagsabgeordneter Max Lucks startet Petition gegen Streichung der ICE-Halte in Bochum, Duisburg und Düsseldorf

Seit dem 11. Juli 2026 kürzt die Deutsche Bahn zentrale ICE-Verbindungen zwischen Nordrhein-Westfalen und den Wirtschaftsmetropolen Berlin, München, Hamburg und Stuttgart. Betroffen sind auch die Bahnhöfe Bochum, Duisburg und Düsseldorf. Was die Bahn dabei bislang verschwieg: Nach internen Unterlagen des DB-Tochterunternehmens DB InfraGO werden bei Fernverbindungen auch zukünftig sogenannte „Betriebshalte“ an Bahnhöfen des Ruhrgebiets eingeplant. Auf der Strecke Dortmund-Brüssel-Paris sollen die Züge bspw. am Bochumer Hauptbahnhof halten, doch die Türen sollen geschlossen bleiben.

Kein Fahrgast darf weder ein- noch aussteigen. Auch die Erfahrungen auf anderen Verbindungen zeigen, dass ICEs, welche seit dem 11. Juli die Bahnhöfe Bochum, Duisburg und Düsseldorf auslassen, häufig nur wenige Meter nach ihrer Durchfahrt zu „au-ßerplanmäßigen“ Halten kommen. Für den Bundestagsabgeordneten Max Lucks ein klarer Beleg: „Die offiziell mit „Fahrplanstabilisierung” und „Sanierungsstau“ begründeten Streichungen kappen wichtige Wirtschaftsstandorte vom Fernverkehrsnetz, ohne dass dem irgendein betrieblicher Nutzen gegenübersteht. Wie verschlossene ICE-Türen zur Stabilität des Fahrplans beitragen sollen, kann niemand erklären, auch die Bundesregierung nicht.

Ein konkretes Enddatum für die Einschränkungen gibt es nicht. „Das ist kein Sanierungskonzept, das ist planloser Aktionismus auf dem Rücken der Fahrgäste.“, so Lucks weiter. Nordrhein-Westfalen hat mit eigenen Strukturreformen im Schienenverkehr bereits Vorleistungen erbracht. Der Bund hingegen komme seiner Verantwortung, ausreichende Mittel für Erhalt und Ausbau der Infrastruktur bereitzustellen, nicht nach, kritisiert Lucks. Mit rund 18 Millionen Einwohner*innen ist NRW das bevölkerungsreichste Bundesland Deutschlands. Aus Sicht des Abgeordneten ist das ein Grundmehr, warum das Land ein leistungsfähiges statt eines schrumpfenden Schienennetzes brauche.

Die zentralen Forderungen der Petition an die Deutsche Bahn AG und die Bundesregierung:

Sofortige Rücknahme der ICE-Haltstreichungen in Bochum, Duisburg und Düsseldorf seit dem 11. Juli 2026

Ein klares Enddatum für alle Fahrplanänderungen und keine zeitlich unbegrenzten „vorübergehenden“ Maßnahmen

Ausreichende Bundesmittel für den Ausbau der Schieneninfrastruktur in NRW, insbesondere für den Rhein-Ruhr-Express

Transparente Kommunikation der Deutschen Bahn gegenüber Fahrgästen und Kommunen

Erhalt wichtiger Verkehrsinfrastruktur in NRW statt teurer Autobahn-Neubauten wie dem überdimensionierten, sechsspurigen Ausbau der A40.

Max Lucks ruft dazu auf, die Petition gegen die ICE-Halsstreichungen zu unterstützen und im eigenen Umfeld zu teilen: https://actionnetwork.org/forms/lokal-bochum-ice/

„Jede Unterschrift zählt. NRW verdient ein leistungsfähiges Schienennetz, das seinem Namen als Rückgrat der deutschen Wirtschaft gerecht wird. Ende September werde ich die Petition persönlich überreichen.“ so Lucks abschließend.