Dortmund stärkt Kinder gegen Mobbing und Cybermobbing

Roter Teppich für fast 2000 Kinder: Theaterstücke im Fritz-Henßler-Haus stärken Kinder gegen Mobbing und Cybermobbing.
© Stadt Dortmund

Mobbing beginnt oft mit einem vermeintlichen Spaß – und kann im Klassenchat schnell weitergehen. Die Stadt Dortmund setzt auf frühe Prävention und Medienkompetenz. Über 1.800 Kinder haben jetzt ein Präventionstheater erlebt. Weitere Angebote finden Schulen und Fachkräfte beim Dortmunder Netzwerk Medienkompetenz.

Was tun, wenn ein Kind in der Klasse ausgegrenzt wird? Wie können Freund*innen helfen? Und was lässt sich tun, wenn verletzende Nachrichten oder Bilder im Klassenchat auftauchen? Dortmund setzt bei der Prävention von Mobbing und Cybermobbing früh an und verbindet dabei die Themen Mobbing, digitale Medien und Medienkompetenz.

Eine wichtige Anlaufstelle ist das Dortmunder Netzwerk Medienkompetenz (DoNeM). Auf der Internetseite finden Schulen, Fachkräfte und weitere Interessierte verschiedene Angebote rund um einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien – darunter auch Informationen und Unterstützung zu Themen wie Cybermobbing.

Theater macht Mobbing erlebbar

Wie Prävention konkret aussehen kann, zeigt ein gemeinsames Angebot des Gesundheitsamtes, des Fritz-Henßler-Hauses und der Koordinierungsstelle Digital- und Medienkompetenz aus dem Team Smart City Dortmund. Gemeinsam haben sie das Präventionstheater „Comic On!“ nach Dortmund geholt. Bei drei Doppelaufführungen setzten sich mehr als 1.800 Kinder und Lehrpersonen mit Mobbing, Cybermobbing und den Herausforderungen sozialer Medien auseinander.

Die Nachfrage war sogar noch größer: Rund 900 weitere Kinder standen auf der Warteliste. Wegen der begrenzten Platzkapazitäten konnten sie diesmal nicht teilnehmen.

Für die Klassen 3 bis 5 stand das Stück „r@usgemobbt.de“ auf dem Programm, für Schüler*innen ab der 6. Klasse „r@usgemobbt 2.0“. Die Theaterstücke zeigen, wie aus einem vermeintlichen Scherz Ausgrenzung und Mobbing werden können – und wie schnell sich solche Situationen über soziale Medien und Messenger weiter ausbreiten.

Was kann ich tun?

Nach jeder rund 45-minütigen Aufführung besprachen Theaterpädagog*innen mit den Kindern das Erlebte. Dabei ging es vor allem um konkrete Fragen aus dem Alltag: Was kann ich tun, wenn ich selbst betroffen bin? Wie kann ich einem anderen Kind helfen? Und an wen kann ich mich wenden, wenn ich allein nicht weiterkomme? Auch der Schutz persönlicher Daten und Bilder spielte eine Rolle. Die Kinder bekamen praktische Tipps für ihren Umgang mit sozialen Medien und erfuhren, wie sie ihre persönlichen Informationen und Rechte besser schützen können.

Das Theater machte die Situation für die Kinder unmittelbar erlebbar. Sie fieberten mit den Figuren mit, riefen dazwischen, kommentierten die Handlung und tanzten sogar mit. So blieb es nicht bei Regeln und guten Ratschlägen: Die Kinder konnten sich in die Figuren hineinversetzen und gemeinsam überlegen, was sie selbst in einer solchen Situation tun würden.

Prävention braucht viele Partner

Die große Nachfrage zeigt, wie wichtig Angebote sind, die an der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen anknüpfen. Deshalb wollen Gesundheitsamt, Fritz-Henßler-Haus und das Team Smart City Dortmund ihre Zusammenarbeit fortsetzen. Eine weitere Ausgabe des Präventionstheaters ist bereits vorgesehen.

Die Stadt setzt dabei auf verschiedene Bausteine: Kinder und Jugendliche sollen lernen, Mobbing früh zu erkennen, Betroffene nicht allein zu lassen und digitale Medien sicher und verantwortungsvoll zu nutzen. Schulen und Fachkräfte erhalten dafür Unterstützung und passende Angebote.

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