Ersatz für Kraftwerk Knepper gefunden

Endlich! Ein wichtiger Beitrag zur preiswerten Energiesicherung

Mengeder “Seenplatte” – im Hintergrund: Kraftwerk Knepper

Das zum E.ON-Konzern gehörende Kohlekraftwerk Knepper auf der Grenze zu Castrop-Rauxel wurde am 23.12.2014 aus wirtschaftlichen Gründen stillgelegt. Hintergrund waren niedrige Börsenstrompreise, auslaufende Stromlieferverträge mit Großabnehmern und das hohe Alter des Kraftwerks. Allerdings wurde dabei nicht berücksichtigt, welche Auswirkungen das für den Energiebedarf des Stadtbezirks Mengede und Umgebung hat. Der hängt nämlich sozusagen „am Tropf“ des stillgelegten Kraftwerks Knepper. Zurzeit halten zwar die großen Energiespeicher (Anm. der Red.: Ähnlich wie bei Batterien), die vor Stilllegung noch angelegt wurden, die Versorgung in Mengede aufrecht, doch die Reserven reichen nach Einschätzung der Bundesnetzagentur nur noch für 6 Monate. „Die Energie ist knapp und teuer“, und dagegen werden wir etwas unternehmen, sagte Johannes Teyssen, Vorstandschef des Energieversorgers E.ON, auf Nachfrage von MENGEDE:InTakt vor einem Jahr.

Er hat Wort gehalten!

Seine Lösung:             Ein „kleines Wasserkraftwerk“

Wo?:                              Am Hochwasser-Rückhaltebecken in Mengede/Ickern.

Schematische Darstellung des geplanten Wasserkraftwerks

Das ließ die Redaktion von MENGEDE:InTakt! nicht ruhen, ohne zeitnah eine Recherche vorzunehmen mit folgendem Ergebnis:

Vielfach werden kleine Wasserkraftwerke als ökologisch verträglich angesehen. Dabei argumentieren die Experten vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (kurz BMUB) so, dass Anlagen, die nach neuesten Standards und fachgerecht gebaut werden, die Gewässer nicht belasten und diese teilweise durch den Bau von Fischtreppen oder durch Begleitmaßnahmen „ökologisch aufgewertet“ werden.

Mit diesen Anforderungen haben wir den E.ON-Vorstand, Dr.-Ing. Leonhard Birnbaum, zuständig für erneuerbare Energien, konfrontiert. „Wir sind in der Lage, durch eine besonders umweltschonende Bauweise alle Auflagen zu erfüllen“. Und er ging sogar noch einen Schritt weiter: Der Forderung des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) „Dem Kiebitz eine Zukunft geben“, fühlen wir uns in besonderer Weise verbunden. Alle Planungen fanden übrigens einvernehmlich mit der Emschergenossenschaft statt.

Hochwasser-Rückhaltebecken-Kraftwerk nach Fertigstellung (Fotomontage)

Auf die Frage nach dem Zeitplan des Bauvorhabens konnte Dr. Birnbaum Erfreuliches berichten: „Wir rechnen mit dem kurzfristigen Baubeginn, ca. ab Mai dieses Jahres, da das Planfeststellungsverfahren alle Hürden im ersten Anlauf überwunden hat. Aufgrund der zeitsparenden Modulbauweise können wir pünktlich vor Ende der Energiespeicherreserven den Stadtbezirk Mengede mit ökologisch erneuerbarer – und preiswerter – Energie versorgen.”

Damit sich die Leser/innen von MENGEDE:InTakt! ein Bild machen können, dürfen wir heute die Modellentwürfe von E.ON für das „Kleine Wasserkraftwerk“ veröffentlichen. MENGEDE:InTakt! bedankt sich in aller Form für die nicht erwartete konstruktive Zusammenarbeit mit den E.ON-Verantwortlichen.

Hinweis: Zur Vergrößerung der Fotos diese bitte anklicken.
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