Boten des Herbstes (3)

Der Herbst

Der Herbst als eine der vier meteorologischen und astronomischen Jahreszeiten ist die Jahreszeit zwischen Sommer und Winter. In den gemäßigten Zonen ist er die Zeit der Ernte und des Blätterfalls.
Es gibt kaum ein Naturmotiv, das in der Lyrik so häufig behandelt wurde wie der Herbst.

MENGEDE:InTakt! setzt heute die Serie zum Thema “Herbst” fort, stellt passende Bilder dazu ein – diesmal von D. Textoris  fotografiert – und veröffentlicht ein vom Fotografen ausgesuchtes Herbstgedicht – in dieser Folge ein Gedicht von Johann Gaudenz von Salis-Seewis

Herbstlied

Johann Gaudenz von Salis-Seewis *

Bunt sind schon die Wälder,
gelb die Stoppelfelder,
und der Herbst beginnt.
Rote Blätter fallen,
graue Nebel wallen,
kühler weht der Wind.

Wie die volle Traube
aus dem Rebenlaube
purpurfarbig strahlt!
Am Geländer reifen
Pfirsiche, mit Streifen
rot und weiß bemalt.

Flinke Träger springen,
und die Mädchen singen,
alles jubelt froh!
Bunte Bänder schweben
zwischen hohen Reben
auf dem Hut von Stroh.

Geige tönt und Flöte
bei der Abendröte
und im Mondesglanz;
junge Winzerinnen
winken und beginnen
frohen Erntetanz.

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* Johann Gaudenz von Salis-Seewis entstammt dem Adelsgeschlecht der von Salis. Auf seinen Reisen durch Deutschland und die Niederlande im Jahre 1790 lernte er Goethe, Herder, Schiller, Wieland und Matthisson kennenlernte. Insbesondere mit dem Letztgenannten verband ihn eine innige Freundschaft. Sein dichterisches Werk erinnert in vielen Zügen an das seines Freundes Matthisson. Beide haben eine Neigung zum Wehmütigen und schildern vor allem Ereignisse aus den Themenkreisen Natur und Heimat. Die Dichtungen von Salis-Seewis sollen sich Kritikern zufolge jedoch durch mehr Männlichkeit, Frische, Volkstümlichkeit sowie tiefere und wahrere Sehnsucht auszeichnen, seine Elegien immer einen festen und bestimmenden Grund aufweisen. Angetan von den Gedanken der Französischen Revolution, war er ein progressiver Vertreter von Menschenrechten und löste sich von der konservativen, oligarchischen Tradition seiner Familie.
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