LichtKlangRaum: Gregorianische Gesänge

Konzert der Schola an St. Marien Dortmund

Um 20 Uhr am Abend des 4. Februar 2017 läuten die Glocken der St. Marien-Kirche in Dortmund für etwa 10 Minuten. In den Kirchenbänken haben die Menschen Platz genommen, die Pfeiler rechts und links vom Kirchenschiff leuchten blau und violett, auf dem Altar brennen sechs Kerzen. Im Kirchenraum ist es ganz still.

Ein Mann erhebt sich aus der vorderen Kirchenbank und beginnt zu singen: „Veni redémptor géntium, osténde partum Virginis“. Nacheinander stimmen weitere Männer in diesen Gesang mit ein und schreiten langsam in einer Reihe in den Altarraum. Eine Frau liest einige liturgische Sätze, dann folgt ein gesungenes Alleluja.

So beginnt das Konzert LichtKlangRaum der Schola an St. Marien. Eine Dreiviertelstunde lang hören die Besucher gregorianische Gesänge, mit denen die Sänger nur mit ihren Stimmen eine meditative Atmosphäre schaffen, die durch eine schlichte, doch eindringliche Choreografie und die zwischendurch gesprochenen Worte noch verstärkt wird.

Es war ein in mehrfacher Hinsicht stimmungsvoller Start in das neue Jahr 2017.

Die Schola an St. Marien wurde 2014 von Gisela Schneider mit dem Ziel ins Leben gerufen, den gregorianischen Gesang wieder stärker in die Kirchenmusik zu integrieren.

„Unter gregorianischem Choral (lateinisch: cantus choralis sive ecclesiasticus „chormäßiger oder kirchlicher Gesang“) oder gregorianischem Gesang (cantus gregorianus) versteht man den einstimmigen, ursprünglich unbegleiteten, liturgischen Gesang der römisch-katholischen Kirche in lateinischer Sprache (cantus Romanus). Als gesungenes Wort Gottes ist er ein wesentlicher Bestandteil der liturgischen Handlung.“

Die 11 Männer der Schola proben in regelmäßigen Abständen in der St. Marien-Kirche in Dortmund. Dabei legt die musikalische Leitung den Schwerpunkt sowohl auf eine lockere Stimmführung, als auch auf die Vermittlung der Melodie und die Erläuterung der Bedeutung der lateinischen Texte.
Neben ersten eigenen Darbietungen auf der Museumsnacht im Oktober 2016 und dem eingangs beschriebenen Konzert begleiten die Scholasten zu besonderen kirchlichen Anlässen den Gottesdienst an St. Marien.

Hinweis: Unser heutiger Gastautor ist der ehemalige Netter Hartmut Lürman. Er ist Mitglied der Schola und auf dem Foto zu sehen als vierter von rechts. (K.N.)
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