In diesem Jahr zum 696. Mal: Die Bodelschwingher Kirmes

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Traditionelles Kirmesvergnügen findet vom
1. bis 3. Juli 2017 statt

Zum 696. Mal findet in diesem Jahr die Bodelschwingher Kirmes statt. Schenkt man den Aufzeichnungen Glauben, hat die erst Veranstaltung dieser Art bereits im Juli 1322 stattgefunden. Damaliger Anlass soll die Einweihung der von Gisbert von Speke gestifteten Kirche „Maria zu Ehren“, der heutigen Schlosskirche gewesen sein.

Der Adelige war damals Herr auf Schloss Bodelschwigh. Der ließ zu diesem Fest einen Jahrmarkt organisieren, damit auch seine Untertanen an den Feierlichkeiten teilnehmen konnten. Gaukler, fliegende Händler aus weit her und ansässige Händler nahmen daran teil und so hat sich der Brauch weiter bis in die heutige Zeit entwickelt, dass sich jährlich zur wiederkehrenden Kirchweihe Händler und Kirmesbetreiber in Bodelschwingh einfinden, um gemeinsam zu feiern. ( vgl. hierzu auch den Beitrag auf MENGEDE:InTakt! vom 4.7.2016).

Für viele einheimische und auswärts wohnende Bodelschwingher, ist die Bodelschwingher Kirmes eine Gelegenheit, sich mit Freunden und Verwandten zu treffen und gemeinsam zu feiern. Einen authentisch Eindruck vermittelt die Schilderung der ehemaligen Mengederin Bärbel Howarde in ihrem Büchlein „Kindheit in der Zechensiedlung“ . In dem Kapitel „In Bodelschwingh gibt es nicht nur die Kirmes“ schreibt sie u.a.:

„Ein besonderes Ereignis in Bodelschwingh war die Kirmes. Die findet noch immer von samstags bis montags am ersten Wochenende im Juli statt. Die Fachwerkhäuser im Ortskern wurden vorher frisch gekalkt, um bei den Besuchern einen guten Eindruck zu machen. Nur auf die Misthaufen vor manchen Türen konnte oder wollte man nicht verzichten. Am Montag hielt man einen großen Kram- und Viehmarkt ab.
Überhaupt war und ist die Kirmes ein großes gesellschaftliches Ereignis. Leute kamen auch aus den umliegenden Vororten und man traf sich zum „Prölken“ oder zum Feiern im Biergarten der Gaststätte „Wiemann“ an der Ecke Bodelschwingher Str.
Wenn wir zur Kirmes aufbrachen, wurde immer der Hinweg zu Fuß durch das freie Feld vom „Ammerbaum“ bis „Wachteloh“ zurück gelegt. Nach Hause fuhren wir mit der Straßenbahn Linie 5. Wir trafen Tante, Onkel und Cousinen und wenn wir Kinder vom ein- bis mehrmaligen Fahren auf den Karussels müde waren und die Erwachsenen aber noch ein wenig bleiben wollten, wurden wir von „Tante Matta“ abgeführt, in das Ehebett von Tante und Onkel gelegt und von ihr beaufsichtigt.“

Das diesjährige Kirmesvergnügen beginnt am Samstag, 1.7. um 14 Uhr, mit einer ökumenischen Andacht in der Schlosskirche, bei der natürlich auch an das erste Kirchweihfest erinnert wird. Anschließend geht es mit musikalischer Begleitung zum Kettenflieger auf der Kösterstraße, wo Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch gegen 14.30 ein Fass anstechen und die Bodelschwingher Kirmes eröffnen wird.

Nachtrag vom 29.6.2017
Die Pressestelle der Stadt Dortmund teil mit, dass Oberbürgermeister Ullrich Sierau gemeinsam mit Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch die 696. Bodelschwingher Kirmes am  Samstag, 1. Juli, gegen 14.45 Uhr eröffnen wird.

Die Kirmes ist in diesem Jahr zu folgenden Zeitgen geöffnet:

  • Samstag, 1. Juli, in der Zeit von 14 bis 24 Uhr,
  • Sonntag, 2. Juli, von 14 bis 23 Uhr und
  • Montag, 3. Juli, von 10 bis 24 Uhr.

Traditionsgemäß beginnt der Veranstaltungsmontag mit einem Krammarkt von 7 bis 13 Uhr. Der Krammarkt findet in der Straße Im Odemsloh (ab Höhe Dorfplatz bis hin zur Einmündung der Straße Am Kirchenfeld) statt.

Der Kirmesbetrieb beginnt an diesem „Tag der Bodelschwingher“ bereits um 10 Uhr. 
Gegen 22.30 sollten sich Anwohner und Besucher das große Höhenfeuerwerk zum Abschluss der Kirmesveranstaltung nicht entgehen lassen.

Hinweise zu den Fotos: Zur Vergrößerung der Fotos diese bitte anklicken.
Die Fotos „Blick auf die Deininghauser Straße“ und „Die drei Musikanten“ wurden von Otto Schmidt, das Foto „Kettenkarussell wurde von Franz-Heinrich Veuhoff zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank an beide!
Otto Schmidt schreibt zu den beiden Fotos: 1. Kirmesmontag 1958: Die Stände für den Krammarkt sind zum Teil in der Schloßstraße aufgebaut. Der Blick geht auf die Deininghauser Straße.
2. In den 1950ern: Kirmesmusikanten im Biergarten der Gaststätte Wiemann
(Tante Lina), Schloßstr. 44, im Hintergrund die Kegelbahn und die Bodelschwingher Straße.
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