Gehörnte Wächter blieben “Nordwärts”-Wanderern fern

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Führung über die Halde Ellinghausen lockte viele Teilnehmer

Zum Auftakt der Nordwärtswanderung traf man sich auf Gut Königsmühle.

Eine Herde von rund 50 Zweibeinern flößte selbst den imposanten Heckrindern Respekt ein. Sie riskierten nur aus der Ferne einen Blick auf die Teilnehmer der „Nordwärts“-Wanderung durch den normalerweise gesperrten Teil des insgesamt 170 Hektar großen Dortmunder Naturschutzgebietes „Im Siesack“. Dirk Lehmhaus, der die Besucher über das Gelände der Halde Ellinghausen führte, beteuerte: “Sonst kommen sie immer schnell an, wenn sie mich sehen und hoffen auf etwas Leckeres“. Nicht alle Wanderer werden das Fernbleiben der gehörnten Wächter bedauert haben.

Der Termin, Samstag, 26. August, erwies sich im Hinblick auf das Wetter als gut gewählt. Es war sonnig und trocken, aber noch war in Pfützen und Senken genügend Wasser vorhanden, um Kaulquappen und Jungtiere der seltenen Kreuzkröte zu entdecken. Die vom Aussterben bedrohte Amphibienart ist nicht die einzige schützenswerte Spezies, die auf den ehemaligen Haldenflächen ein Zuhause gefunden hat. Auch Reptilien wie die bis 1,20 Meter lange, ungiftige Ringelnatter, Wald- und Zauneidechse sind hier zu beobachten. Sie verstecken sich gern unter den extra ausgelegten „Schlangenbrettern“ aus Holz, während die Komposthaufen aus gehäckseltem Holz durch Verrottungswärme den Reptilien beim Ausbrüten ihrer schalenlosen Eier helfen.

Bunte Vielfalt bei Flora und Fauna, aber auch Probleme

Trotz kurzer Beine hielt dieser Mitwanderer bis zum Ende tapfer durch.

Um die Halde abwechslungsreich bepflanzen zu können, wurde vor allem an den Hängen auch Erdreich aufgeschüttet. In weiten Teilen der Haldenoberfläche ist aber das Waschberge-Material in Form kleiner Gesteinsbrocken noch sichtbar. Auf diesen mineralischen, voll besonnten Böden hat sich mittlerweile eine besondere Flora entwickelt: Johanniskraut, Malven, Dost (bekannt unter seinem botanischen Namen Origanum) Schafgarbe, Platterbsen und Kleeblüten bringen jetzt, im Spätsommer, viel Farbe ins Grau, was typisch für Magerwiesen ist. Im Frühjahr gäbe es hier sogar besonders edle Blüten zu bewundern, berichtete Wanderführer Lehmhaus, und präsentierte das Bild eines Knabenkrautes, einer Orchideenart.

Leider sei außer der in Teilen schon vorhandenen Vielfalt auch wenig Erfreuliches zu berichten, gestand der Mengeder, der Gärtnermeister von Beruf ist und bei der Stadt Dortmund arbeitet: Einige eingebürgerte Pflanzen haben begonnen, das Terrain zu erobern. Die kanadische Goldrute und der früher als Gartengehölz beliebte Essigbaum breiten sich zunehmend aus. Beide haben invasiven Charakter und gehören zur Gruppe der aggressiven Neophyten, die andere Pflanzen unterdrücken und verdrängen können. Bisher helfen neben den Wildrindern noch Schafe der Rasse Heidschnucke, den Bewuchs zu regulieren, doch, so fürchtet der Naturschützer, werde die Stadt möglicherweise die zusätzliche Beweidung nicht aufrecht erhalten – wegen der Kosten. Die abwechslungsreiche Struktur und die Vielfalt von Flora und Fauna könnten dann nach und nach verschwinden. Schon jetzt sei auch hier eine deutliche Abnahme der Insekten- und Vogelarten zu beklagen

Zum Abschluss ein Imbiss und ein Naturquiz

Kein Hindernis konnte die Teilnehmer stoppen…

Zum Abschluss der mehrstündigen Wanderung wurden frisch Gegrilltes und Getränke auf der Tennisanlage des TC Blau-Weiß Mengede im Volksgarten serviert. Beim Naturquiz gab es Biohonig, Biokräuter und Biokaffee aus den Werkstätten Gottessegen zu gewinnen. Folgende Teilnehmer hatten alle 33 Fragen richtig beantwortet: Elvira Arke-Grossmann, Marco Schilling, Axel Kunstmann und Rolf Sattler.

Das Schutzgebiet Im Siesack, in dem sich auf der Halde Ellinghausen auch eine große Gewerbefläche, das IKEA-Logistikzentrum, und drei Windkraftanlagen (EllWiRas) befinden, ist übrigens das zweitgrößte in Dortmund – nach dem gut 197 Hektar umfassenden Kurler Busch. Im Stadtbezirk Mengede gibt es außerdem die beiden Bergsenkungsgebiete Beerenbruch (an der Grenze zu Castrop-Rauxel),und Mastbruch (zwischen Westerfilde und Jungferntal), dazu noch die kleineren Naturschutzflächen Groppenbruch und Mengeder Heide.

Ruhepause mit Imbiss und Quiz zum Abschluss

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