HHG-Schüler/innen besuchen Grundschule in Nepal

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Begrüßungszeremonie in Mandra

Spendengelder ermöglichen den Neubau der Schule in Mandra

Die Namaste-Nepal AG am Heinrich-Heine-Gymnasium engagiert sich seit einiger Zeit, um den bedürftigen Menschen in Mandra zu helfen, einem Dorf, ca. 90 km östlich von der Hauptstadt Kathmandu, das vom katastrophalen Erdbeben im Jahre 2015 heimgesucht wurde. Konkret geht es um den Neubau der zerstörten Shree-Gerokkhnath-Primary-School (wir berichteten).

Bei diversen von den Schüler/innen durchgeführten Aktionen kam die stolze Summe von 2000 € zusammen. Durch die Kooperation mit dem Geschwister-Scholl-Gymnasium in Freiberg (Nähe Dresden), das sich schon länger in der Nepal-Solidarität engagiert, und drei weiteren Schulen konnte das Spendenaufkommen noch deutlich gesteigert werden.

Die neue Schule nimmt langsam Formen an

Die Frage: “Reicht das Geld denn aus, um den Neubau der Grundschule fertigzustellen?” beantwortete Carina Porscha, Deutsch- und Erdkundelehrerin am HHG und Mitbegründerin der Namaste Nepal AG ganz zuversichtlich mit ‘Ja!’. “Die laufenden Kosten für Unterrichtsmaterial, Schulbücher, Lehreraus- und -fortbildung müssen aber darüber hinaus noch aufgebracht werden”, ergänzt die Lehrerin. Damit ist für sie klar, dass auch zukünftig Aktivitäten erforderlich sind, um weitere Spendengelder zu sammeln.

Das Geld wurde erfolgreich nach Nepal transferiert. Nun fehlte noch der persönliche Eindruck von der Situation vor Ort. Ein fremdes Land zu erkunden, Menschen aus anderen Kulturen und Religionsgemeinschaften zu begegnen – diese Erfahrungen wollten die 10 HHG-Schüler/innen nebst begleitenden Lehrer/innen und der Initiatorin Silvia Veuhoff unbedingt machen. Die Exkursion fand vom 14. bis zum 31. März statt. Wer auf den Ferienkalender guckt, der sieht, dass jeder für sein Engagement eine Woche Osterferien geopfert hat.

Unterkunft in Gastfamilien

Ab Flughafen Köln/Bonn ging es los mit Zwischenstopp in Istanbul nach Kathmandu. Nach einem 2-tägigen Aufenthalt in der Hauptstadt Nepals, ging es weiter für 4 Tage nach Mandra, dem eigentlichen Reiseziel. Die Gymnasiasten waren dort in Gastfamilien untergebracht. Die anfängliche Zurückhaltung der Gastgeber bei den ersten Begegnungen mit den fremden Neuankömmlingen änderte sich nach kurzer Zeit und die Nepalis zeigten den Deutschen was Gastfreundschaft ausmacht. “Die Gastfreundlichkeit der Nepalis und die direkte Kontaktaufnahme zu ihnen war für mich eine der aufregendsten Erlebnisse auf unserer Exkursion”, schwelgte Kira aus der Q1 (11. Klasse) noch in der Erinnerung an die unvergessliche Reise.

Doch der Reihe nach:

Steiles Gelände. Lage der Schule (Alt- und Neubau) in Mandra

Der tägliche Morgenappell vor dem Unterricht

Fußmärsche gehören in Nepal zur Tagesordnung

Das Dorf Mandra liegt drei Stunden Fußmarsch entfernt von der Hauptstraße, die das Land von West nach Ost durchquert. Da waren Kondition und passende Trekking-Kleidung gefragt, um teils stundenlange Aufstiege zu meistern. Alle Stationen aneinandergereiht wurden ca. 30 Stunden per pedes absolviert. Schüler und Lehrer waren konditionell gefordert und lernten ihre Grenzen kennen. Charlotte aus der Q1 gab zu: “Ich hatte mich vorher nur 4 Stunden mit Wanderungen vorbereitet. So war der Muskelkater am zweiten Tag vorprogrammiert. Danach ging es dann zum Glück besser.” Für die Nepalis sind stundenlange Fußmärsche an der Tagesordnung. “Wir sahen eine ältere Dame, wie sie in kaum vorstellbaren Tempo schwer beladen den Berg hinauf stürmte”, erinnert sich Carina Porscha. Und die Schulkinder (6. – 10. Klasse) machen sich täglich auf zum zweieinhalbstündigen Fußmarsch in das nächste Dorf mit intaktem Schulbetrieb. Nach der Schule geht es natürlich den gleichen Weg wieder zurück.

Nur ein Provisorium: Die Grundschule in Mandra

Mit einer farbenfrohen Zeremonie wurden die Gäste verabschiedet.

Eine neue Erfahrung: Schulunterricht in Nepal

In dem immer noch teilweise zerstörten Mandra sind die Unterrichtsbedingungen nicht mit deutschen Standards vergleichbar. Die Klassenzimmer gleichen einem provisorischen und farblosen Wellblechunterstand. Lehrmaterial und Mobiliar reichen kaum aus, um den Schüler/innen störungsfreien Unterricht zu erteilen. Auch die Unterrichtsmethodik, z. B. reines Nachsprechen der vom Lehrer vorgelesenen englischen Vokabeln, wirkten befremdlich. In nicht allzu ferner Zukunft können diese Verhältnisse dank der Unterstützung der Namaste-Nepal AG deutlich verbessert werden.

Land und Leute kennenlernen, sich ein Bild vom Baufortschritt der neuen 

Grundschule zu verschaffen, war das eine. Das andere war der klare Bildungsauftrag der Exkursion. Zu den einzelnen Etappen der Reise wurde von den Schülern jeweils ein vorher erarbeitetes Referat zu Themen wie z. B. Buddhistische oder Hinduistische Religion, Nepals Klima und Vegetation, Versorgung und Müllproblematik, vorgetragen. Nach den “offiziellen” Programmpunkten spielten die HHGler mit den einheimischen Kindern Fußball und Volleyball und abends wurden die Netter Schüler/innen nach den Klängen einer Musikbox zum Tanz aufgefordert.

Stadtbesichtigung in Kathmandu

Trekking in 3.300 Metern Höhe

Nach der Verabschiedung aus Mandra folgten noch weitere Besichtigungen und frühmorgendliche Trekkingtouren – die höchste ging bis auf 3.300 Meter hinauf -, auf denen wunderschöne Sonnenaufgänge beobachtet werden konnten. Vollbepackt mit schönen Erinnerungen ging es Karsamstag mit dem Flieger wieder nach Hause.

Damit die Erlebnisse nicht zu schnell verblassen und auch die Öffentlichkeit mehr über die Nepal-Exkursion erfährt, sind Veranstaltungen in unserem Stadtbezirk geplant. Denkbar sind ein Film- und Fotoabend, eine Fotoprojekt-Galerie und die Digitalisierung des umfangreichen Tagebuchs. Ort und Termine der Veranstaltungen stehen noch nicht fest.

MENGEDE:InTakt! berichtet, sobald hierzu Näheres bekannt wird.

Gruppenbild vor dem Annapurna-Trekking

Fotos: Carina Porscha
Hinweis: Zum Vergrößern der Fotos diese bitte anklicken

 

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