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 Jörg Troske, Inhaber des Hagebaumarktes in Oestrich

Lebenstraum erfüllt

Am 1.11.2011 übernahm Jörg Troske als Inhaber und Geschäftsführer den Hagebaumarkt in Oestrich. Damit erfüllte er sich seinen Lebenstraum, denn als Jugendlicher hatte er schon davon geträumt, später einmal selbständig zu sein.

„Natürlich hatte ich damals vor acht Jahren noch keine Vorstellungen über das, was an Risiken und Verantwortung auf mich zukommen würde. Als ich damals meinen Vater über meine Pläne informierte, war er einem Herzinfarkt nahe“, erinnert sich Jörg Troske schmunzelnd.

Er ist 46 Jahre alt, in Dortmund geboren und in der Mengeder Heide aufgewachsen. Nach dem Besuch der Albert-Schweitzer-Realschule wurde er bei Hoesch zum Industriemechaniker ausgebildet, besuchte anschließend die Meisterschule und erlangte in der Abendschule seinen Betriebswirt. Bei der Deutschen Nickel arbeitete er als Meister. Im Kaltwalzwerk des Unternehmens war er zuletzt Bereichsleiter der Produktion, bevor er sich selbständig machte.

24 Mitarbeiter beschäftigt er in seinem Baumarkt (kaufmännische Angestellte, Kassiererinnen und Fachlageristen). Seine Ehefrau Rita ist Prokuristin; seine Kinder Lisa und Timo helfen zwischendurch aus, da sie noch das Heinrich-Heine-Gymnasium besuchen. Ein Familienbetrieb eben.

Die Frage nach der Fluktuation bei seinen Mitarbeitern beantwortet er gelassen: „Fluktuation findet bei uns fast nur über den Renteneintritt statt. Ich hatte mal einen Mitarbeiter, der gekündigt hat, weil ihm eine andere Firma vielversprechender erschien. Kürzlich haben wir uns getroffen und den neuen Eintrittstermin beschlossen!“
Seine Mitarbeiter sind zum größten Teil schon seit Jahren im Markt tätig. Eine Mitarbeiterin war 46 Jahre bei Hagebau/Overthun.

“Obwohl wir schon alteingesessen sind und uns an einer großen Stammkundschaft erfreuen dürfen, bekommen wir natürlich auch den Onlinehandel zu spüren. Die Kooperation der „Hagebau” mit Otto-Versand federt die Sache ein wenig ab. In Zukunft wird man sich jedoch noch weiter auf andere Multichannel-Konzepte konzentrieren müssen“, so seine realistische Einschätzung.
Eine Expansion im stationären Bereich z. B. die Erweiterung der Verkaufsflächen sei schwierig und risikobehaftet.

Auf die Frage, warum er sich für Mengede als Wohn- und Arbeitsort entschieden habe, antwortet er: „Der „Hagebau” stand nun einmal hier. Wir leben und arbeiten gerne in Mengede. Hier sind wir geboren und groß geworden. Im Dortmunder Süden würden wir uns, glaube ich, nicht so wohl fühlen. Wir sind absolut bodenständig und das passt einfach gut in die Region.“

Zu den vielen Dingen, die er habe lernen müssen, gehört die Antwort auf die Standardfrage nach dem persönlichen Befinden. Früher habe er mit „gut“ geantwortet. Da in der Regel die Antwort lautete: „Dann müssen die Geschäfte ja laufen“, weise er jetzt immer darauf hin, dass er noch beide Arme und beide Beine habe, die Gesundheit also o.k. sei. „Es gibt keinen Grund zu Jammern!“

Am Standort Mengede gefällt ihm der Grüngürtel des Stadtbezirks und die sichtbar fortschreitende Renaturierung der Emscher. Außerdem habe er den Eindruck, dass mehr Menschen zuziehen als abwandern. Grundsätzlich sei der Stadtbezirk, im positiven Sinne, mehr in Bewegung. Als negativ empfindet er die zunehmende gewerblich Bebauung der Stadt Waltrop im grünen Grenzgebiet.
Auch ist die Zusammenarbeit der Mengeder Vereine und Organisationen aus seiner Sicht verbesserungsbedürftig. Er habe manchmal den Eindruck, dass jeder sein eigenes Süppchen kocht.

Gefragt nach seinen „ roten Linien“, die nicht überschritten werden dürfen, nennt er absolute Ehrlichkeit im Umgang miteinander. Hierzu gehört auch ein gegenseitiges Vertrauen.
Das bezieht sich natürlich nicht nur auf Diebstähle, obwohl es schon schmerzt, wenn er am Ende eines Jahres feststellen muss, dass dem Baumarkt wieder ein Schaden von mehreren tausend Euro durch Diebstahl entstanden ist. Es ist nur ein kleiner Trost, dass dieses Phänomen auch konkurrierende Baumärkte betrifft. “Aber wir lernen immer mehr dazu. Die Anzahl der mit Erfolg gemeldeten Fälle steigt. Einmal ist es uns gelungen eine organisierte Diebesbande zu überraschen. Sie wurde von der Mengeder Polizei ‚dingfest’ gemacht.“

Seine knapp bemessene Freizeit verbringt Jörg Troske meist mit seiner Familie. Dabei kann es auch vorkommen, dass die Familie getrennt in Urlaub fährt. Manchmal fährt er mit seiner Frau Rita allein ein paar Tage weg. Oder sein Frau Rita verreist allein mit Tochter Lisa (Frauentour) und er macht mit Sohn Timo eine Motorradtour zu einem anderen Termin.
„Die letzte Tour mit Timo habe ich sehr genossen“, meint er lächelnd.

MENGEDE:InTakt! hat Jörg Troske gebeten, den (aktualisierten) Fragebogen von Marcel Proust* auszufüllen. Hier ist das Ergebnis:

Ihr Motto/Leitspruch?
Leben und leben lassen

Ihr Hauptcharakterzug?
Ehrlichkeit

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?
Die Gedanken anderer lesen

Was verabscheuen Sie am meisten?
Die Schuld immer bei anderen suchen

Ihr Interesse an Politik?
Vorhanden

Glauben Sie Gott sei eine Erfindung des Menschen?
ja

Welche Reform/Erfindung bewundern Sie am meisten?
Industrielle Revolution

Mit wem möchten Sie an einer Hotelbar ein Glas Wein trinken und dabei worüber reden?
Mit Helmut Schmidt über Einfluss der Medien auf Politik und Gesellschaft

3 Dinge, die Sie mit auf eine einsame Insel nehmen würden?
Familie, Angel, Boot

Sommer oder Winter?
Sommer

Ihre Hobbies?
Motorrad, Urlaub, Lesen

Film oder Buch?
Buch

Welchen Film haben Sie zuletzt gesehen?
Monsieur Claude und seine Töchter

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
Sebastian Fitzek: „Das Kind“

Ihre Lieblingsmusik?

Ihre Lieblingsblume?

Ihr Lieblingstier?
Katze

Essen & Trinken hält Leib und Seele zusammen – auch bei Ihnen? Wenn ja, was ist es?
Südländisch, mediterran

* Der Fragebogen von Marcel Proust
Was denken und fühlen bekannte Zeitgenossen? Diese Fragen faszinierten die Menschen schon immer. Vorbild für diese Fragen ist der wohl bekannteste Fragebogen, der den Namen des französischen Schriftstellers Marcel Proust (1871-1922) trägt. Dieser hat ihn aber nicht entworfen, sondern nur ausgefüllt, das heisst, genau genommen sogar zweimal: Einmal als 13-jähriger auf einer Geburtstagsparty. Dann im Alter von etwa 20 Jahren einen ähnlichen Fragebogen, dem er selber den Titel «Marcel Proust par lui-même» («Marcel Proust über sich selbst») gab. Berühmt wurden die Fragen durch Publikationen z. B. in der FAZ.
MENGEDE:InTakt! hat den Fragebogen etwas aktualisiert.

Hinweis: Zur Vergrößerung der Fotos diese bitte anklicken! Fotos: K.N.

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