Knepper: Noch zwei Jahre Geduld nötig

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Hagedorn-Projektleiter Mädel gab Bericht zum Stand der Dinge

In schwindelnder Höhe werden hier gerade von einem Kran aus Platten abmontiert.

Dass eine Baustelle mit Kraftwerks-Ausmaßen nicht in ein paar Tagen abgewickelt werden kann, wundert niemanden. Von allen Beteiligten wird Geduld verlangt. Wie es mit dem früheren Knepper-Gelände weiter gehen soll, ist dennoch eine Frage, die allen Betroffenen unter den Nägeln brennt. So freuten sich Bezirksvertretung und Anwohner bei der letzten Sitzung gleichermaßen über den Besuch von Hagedorn-Projektleiter Rick Mädel, der im Amtshaus zum Stand der Dinge und der bisherigen Planung Bericht erstattete.

Hier sieht man: es ist schon wieder eine Menge Abbruchmaterial zusammengekommen.

Die für den Fortgang der Arbeiten notwendigen Genehmigungen lägen seitens der Stadt Castrop-Rauxel bereits vor; auf Dortmunder Seite seien sie zumindest in Vorbereitung. Mädel lobte auch die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung in der Nachbarschaft. Der Abriss, der die Abbruch-, Sanierungs- und Revitalisierungs-Spezialisten aus Gütersloh derzeit beschäftigt, ist nicht das einzige, was in Oestrich zu erledigen ist. Es sei ein teurer und aufwändiger Sanierungsvertrag abgeschlossen worden – eine Auflage der Umweltbehörde. Immerhin gebe es auf den knapp 60 Hektar viele aufgeschüttete Bereiche.

Derzeit zerlegen über 100 Mitarbeiter die Gebäude

Dies ist der geänderte Bebauungsplan MG 116. Diese Vorlage erhielt ebenso wie die dazugehörige Änderung des Flächennutzungsplanes die Empfehlung der Bezirksvertretung..

Derzeit zerlegen über 100 Mitarbeiter die Gebäude auf dem Grundstück. Man hoffe aber, so der Projektleiter, den Rückbau bis Ende 2019 geschafft zu haben. 2020 wolle man dann die Bodenaufbereitung in Angriff nehmen.

Axel Kunstmann (Grüne) war im vorliegenden Plan aufgefallen, dass an zwei Stellen (Am Sodkamp und Emsinghofstraße) zwei Flächen mit „Noch zu bestimmende Nutzung“ gekennzeichnet waren und fragte sich, was das bedeute. Das mache auch ihnen Sorge, bekräftigten zwei Anwohner. Rick Mädels Antwort ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: „Das sollte von unserer Seite aus ein Entgegenkommen sein. Die vorhandene Festsetzung lautet nämlich Industrie und Gewerbe. Und ein Industriegebiet wäre für Sie das Schlimmste. Genau das wollten wir damit verhindern.“ Schon mit der Ausweisung der beiden angrenzenden größeren Grundstücke als reines Gewerbegebiet komme man der Nachbarschaft entgegen. Es sei derzeit auch nicht geplant, den Sodkamp als Zufahrt auszubauen. Das Gewerbegebiet erhalte eine eigene, unabhängige Anbindung.

Die Erschließung des großen Geländes wird ebenfalls von Hagedorn erledigt. „Insgesamt 25.000 Quadratmeter Straße wird von uns reingelegt,“ resümierte Mädel. Grünen-Sprecherin Isabella Knappmann wollte wissen, was man für den Erhalt der Landschaft und den Umgang mit dem anfallenden Regenwasser zu tun gedenke. Der Hagedorn-Projektleiter meinte, da habe man einen Kompromiss gefunden. Ein Regenrückhaltebecken sei nötig; das anfallende Wasser werde in einem Delta aufgefangen und dann nach und nach in den Heimanngraben abgeleitet. Zusätzlich seien Dachbegrünung der Gebäude und naturnahe Gestaltung der Grundstücke möglich. Mädels Fazit:“Für die Anwohner kann es nur besser werden.“ Eine am Sodkamp wohnende Zuhörerin stellte die Frage, was man bei ihnen im Hinblick auf die Entwässerung tun werde, der Sodkamp liege recht tief. Derzeit suche man nach Lösungen für dieses Problem, so der Projektleiter, entweder werde das Wasser mit Pumpen entfernt oder das angrenzende Gewerbegebiet werde etwas tiefer gelegt.

Kühlturm-Sprengung muss warten – bis der Falke umzieht

Dieses Duo muss noch etwas auf seine Sprengung warten.

Dirk Reddig (CDU) befürchtete unabsehbare Kosten für die Beseitigung von Wasserschäden, falls das Konzept des Regenwasserrückhaltebeckens nicht funktioniere. Ob Hagedorn in einem solchen Fall die Haftung übernehme? Die Frage bereitete Rick Mädel kein Kopfzerbrechen:“Wir übergeben völlig unversiegelte Flächen.“ Da bestehe diese Gefahr überhaupt nicht. Überdies werde es ja für jedes einzelne Unternehmen, das sich ansiedeln möchte, einen eigenen Plan und eine eigene Baugenehmigung geben.

Auf die Frage, wann die Sprengung von Kühlturm und Schornstein vorgesehen sei, musste der Berichterstatter passen. Ob das in diesem Jahr noch etwas werde, sei nicht sicher. Es fehlten noch Abbruchgenehmigungen und der gefiederte Untermieter, ein Falke, müsse erst in seine neue Wohnung umziehen. Man stelle dem Vogel dafür drei Ausweichquartiere zur Verfügung und hoffe, dass ihm eins zusagt. Sollte alles gut laufen, könnte man vielleicht im November oder Dezember so weit sein und werde das Vorhaben „als kleine Veranstaltung“ organisieren.

 

 

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