Betrachtungen von M.M. über die III. Mannschaft von Mengede 08/20 (3)

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Heute zum Spiel: Westfalia Huckarde III :  Mengede 08/20 III

Vorbemerkungen:
M. M. ist ein Pseudonym und könnte für Max Michallek ( die „Spinne“ ) stehen – könnte aber auch Max Merkel sein. Beides sind Personen, die eng mit den Erfolgen des BVB verbunden sind.
Der hier als Berichterstatter tätige M.M. ist ein Fan der III. Mannschaft von Mengede 08/20 – die in der Kreisliga C spielen und Aufstiegsambitionen haben. M.M. verfolgt – teils amüsiert, teils verärgert – die Sport-Berichterstattung  in den Printmedien und wundert sich nicht, dass bereits viele Redaktionen ihre Berichte von Computern erstellen lassen – vermutlich können die manche Berichte sogar abwechslungsreicher schreiben, als die festangestellten oder auf Honorarbasis beschäftigten Redakteure.
Kurzum: M.M. wollte es besser machen und hat seit Beginn dieser Saison jeweils zeitnah nach einem Spieltag über das Spiel „seiner“ Mannschaft berichtet. Seine Betrachtungen waren bisher nur für den mannschaftsinternen Gebrauch gedacht. Wir meinen, sie haben einen größeren Leserkreis verdient und freuen uns, dass M.M. bereit ist, die Texte MENGEDE:InTakt! zur Veröffentlichung zu überlassen.
Da wir davon ausgehen, dass nur wenige unserer LeserInnen Max Michallek mal gesehen haben, ist ein Bild von ihm beigefügt, das einem Sammelalbum entnommen wurde. Dieses Album enthält Spieler und Betreuer von 16 Mannschaften der  Oberliga West aus dem Jahr 1950/51. (K.N.)
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ZIEMLICH KRAMPFIG

Kreisliga C | Gruppe 1 | 8. Spieltag| SV Westfalia Huckarde 1921 III – Mengede 08/20 III

Nach zwei unglücklichen, wenngleich letztlich auch nicht komplett unverdienten Niederlagen war die Marschroute vor dem Duell gegen die Westfalia aus Huckarde klar: Der Negativtrend sollte möglichst mit einem Sieg beendet werden. Als kleinen Anreiz versprach Headcoach Martin Risto der Mannschaft einige Biervorräte, die im Anschluss an einen Sieg verköstigt werden sollten – vermutlich wären diese aber auch bei einem weiteren Punktverlust nicht voll geblieben.

Für die Highlights vor dem Spiel, das, um es schon einmal vorwegzunehmen, mit solchen eher geizte, sorgte gleich in zweifacher Hinsicht unser Kraken Simon Kreikenbohm. Dies nahm bereits am Freitagabend seinen Ursprung, als einige besonders ausdauernde Spieler bis tief in die Nacht der Oldie-Fete im eigenen Vereinsheim beiwohnten. Als Keike sich also vom Platz aus aufmachte, die letzte Bahn Richtung Marten zu erwischen, erhielt er von seinem Coach und gleichzeitigen Mitbewohner Martin Risto den Auftrag, doch schon einmal die Trainingsklamotten in die WG zum Waschen mitzunehmen. Eifrig und pflichtbewusst wie auf dem Fußballfeld nahm er sich der Aufgabe an und machte sich ans Werk, bevor er zum Bahnhof aufbrach. Noch ahnte keiner, welch weitreichender Fauxpas ihm an dieser Stelle unterlaufen war, denn erst am nächsten Morgen, als Frederic Linke verdutzt in seine Sporttasche blickte und diese nur noch mit Badelatschen und Fußballschuhen gefüllt vorfand, wurde dieser offensichtlich. Kreike war einer Verwechslung aufgesessen, wodurch Martins Schmutzwäsche in Mengede weilte, während Fredde einen Waschgang sparte.
Bei ganzen drei Taschen in der Kabine kann dies natürlich auch mal passieren, zumal Fredde und Martin ja auch auf völlig unterschiedlichen Plätzen in der Kabine saßen und Fredde von vornherein der Sitznachbar von Kreike gewesen war. Da ist es echt schwierig, den Überblick zu behalten. Immerhin ging ein Großteil der Sachen am Sonntag schon wieder in den Besitz von Fredde über, doch der unfassbare Lauf des Kraken war noch nicht gestoppt. Als alle schon im Kreis standen, um sich die letzte Motivation zu verschaffen, fiel der Blick plötzlich auf Kreike. Irgendetwas unterschied ihn von den anderen elf Spielern, aber was genau? Nach einigem Rätselraten dann die Lösung, Kreike hatte als einziger noch sein Warmmachshirt an, während sein Trikot noch unberührt in der Kabine lag. Die wenigen Zuschauer, die sich an diesem verregneten Sonntag in Huckarde eingefunden hatten, wurden nun Zeugen des schnellsten Sprints an diesem Sonntag, sodass das Spiel mit nur kurzzeitiger Verzögerung starten konnte.

Von Beginn an war den Jungs anzumerken, dass sie etwas zurechtbiegen wollten. Huckarde konzentrierte sich von der ersten Minute an allein auf die Defensive und stand mit einer Fünferkette dicht gestaffelt am eigenen Strafraum. Die Spielhälfte der Mengeder hätte man über weite Strecken der ersten Hälfte auch für alternative Aktivitäten vermieten können. Gerade in den ersten 25 Minuten wusste unsere Lieblingsdritte auch mit schönen Kombinationen aus der Abwehr heraus zu überzeugen, leider vergaß man zum Ende hin, auch mal aufs Tor zu schießen. Als erster erinnerte sich dann Luca Maragna an das eigentliche Ziel dieser Sportart und schoss einen Abpraller aus dem Strafraum humorlos in den Winkel. Und wenn sich Milan Graves Abschluss gegen den Querbalken und von dort auf die Torlinie nur wenige Minuten nach der Führung unter den Augen der Schiedsrichter des 1966er-Finales von Wembley ereignet hätte, dann wäre das Spiel wohl bereits zu diesem Zeitpunkt entschieden gewesen. Stattdessen wirkte es nach der ersten halben Stunde so, als hätte irgendjemand die Energiezufuhr gekappt, denn plötzlich gelang nicht mehr viel. Irgendwie schien bei allen die Konzentration nachzulassen, sodass sich teils unerklärliche Fehler einschlichen – sogar im eigentlich unbedrängten Spielaufbau.

Zum Glück unserer Lieblingsdritten beschränkten sich die Huckarder Angriffsbemühungen auf Distanzschüsse. Sobald der Ball erobert wurde, wurde aus teils immensen Weiten und viel zu hektisch grob in Richtung Tor gezielt, was für unseren Keeper Philipp Hartwig keine wirkliche Bedrohung darstellte, selbst wenn er mal nicht direkt zwischen den Pfosten stand. Wer damit gerechnet hatte, dass Huckarde in der zweiten Hälfte nun offensiver auftreten würde, sah sich schnell getäuscht. Am „gefährlichsten“ waren ein Freistoß von der Mittellinie, der nur zur Ecke geklärt werden konnte, woran sich noch ein weiterer Eckstoß anschloss – ein Abschluss sprang für die Westfalia allerdings nicht heraus. Auf Mengeder Seite wurden in der Pause anscheinend immerhin die Sinne geschärft, die Fehler minimiert. Sogar einige Chancen konnte unsere Lieblingsdritte endlich wieder verzeichnen, doch – egal ob Milan Grave, Eduard Seibel, Waldemar Schkurichin oder der eingewechselte Nils Krumtünger – diese wurden in altbekannter Manier teils kläglich vergeben. Unter den Anwesenden wurde die Sorge daher immer größer, dass sich das irgendwann noch rächen könnte, wenn Huckarde irgendwann doch einmal einen vernünftigen Torschuss hinbekommen würde. Doch die gegnerischen Jungs, die, obwohl sie keine Wechsel vornehmen konnten, in der Defensive wirklich eine sehr aufmerksame Leistung zeigten und taktisch gut eingestellt worden waren, schienen mit der knappen Niederlage auch relativ zufrieden zu sein und dachten selbst in den letzten Minuten des Spiel nicht daran, die Fünferkette über Bord zu werfen und auf volle Pulle Offensive umzuschalten. Da auch Martin Risto, der in der Schlussphase höchstpersönlich versuchte, als Stürmer das Spiel endgültig zu entscheiden, keinen Abschluss mehr verbuchen konnte, blieb es letzten Endes beim recht schmalen, aber niemals gefährdeten 1:0-Sieg unserer Lieblingsdritten, die damit den Kopf aus der Schlinge ziehen konnten und durch die anderen Ergebnisse sogar wieder die Tabellenführung übernahmen.

A U F S T E L L U N G
Philipp Hartwig – Philip Burkies ( 63. Enes Kavak), Frederic Linke, Joshua Bohnenkamp, Luca Maragna – Jörn Senga ©️, Kenny Mpimpilis, Simon Kreikenbohm ( 50. Marc Seifert) – Milan Grave ( 63. Nils Krumtünger), Eduard Seibel ( 85. Martin Risto), Waldemar Schkurichin
T O R E
⚽️ 0️⃣:1️⃣ Luca Maragna (10., ohne Vorlage)

Nachtrag
Die Aufmerksamen unter euch werden festgestellt haben, dass dieser Bericht eine Woche zu spät erscheint. Leider haben eine lern- und feierintensive Woche ein früheres Erscheinen verhindert. Wir geloben aber Besserung und versprechen, dass der Bericht zum Hafenwiese-Spiel noch vor dem kommenden Wochenende erscheinen wird und ab da alles wieder in geordneten Bahnen verlaufen wird.
Die Dritte selbst möchte auch noch etwas in eigener Sache loswerden: Wie oben angeklungen bemüht sich der Verein momentan darum, das Vereinsheim etwas mehr in den Mittelpunkt zu rücken. Daher werden über die kommenden Monate verteilt alle Seniorenteams einen Abend im Vereinsheim gestalten. Und ihr habt Glück, unsere Lieblingsdritte startet die Reihe am 25.10.(Save the Date!) im Anschluss an ihr Freitagstraining. Also den Termin schon einmal freihalten, in den nächsten Tagen werdet ihr noch genau erfahren, was die Jungs da vor haben. Aber da unsere Lieblingsdritte involviert ist, kann es sowieso nur großartig werden!

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