Buchempfehlung: Geschichten von Mengedern für Mengeder

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Geschichten aus Mengede, Band 2, jetzt in der Buchhandlung am Amtshaus erhältlich

Cawi Schmälter, Ina Schmälter, Michael Nau und Helmut Textoris (v. l) präsentierten am Montag in der Buchhandlungs am Amtshaus den neuen Band der “Geschichten aus Mengede”.

Vor zwei Jahren zur Weihnachtszeit erschien das Buch: „Geschichten aus Mengede“, in dem Texte und Bilder mit Bezug zum Mengeder Stadtbezirk gesammelt waren. Sie alle waren vorher auf der Internetplattform Mengede:InTakt! erschienen. „Mit der Herausgabe in Buchform wollen wir der Flüchtigkeit des Internet entgegenwirken und den Menschen entgegenkommen, die lieber etwas Gedrucktes lesen und etwas Bleibendes in der Hand haben“, erläuterten Autor Cawi Schmälter und Herausgeber Helmut Textoris die Intention des Buches.

Der Erfolg gab ihnen Recht. „Die 500 Exemplare waren in kürzester Zeit vergriffen, und als die Nachdrucke ebenso schnell weg waren, haben wir versprochen, einen Folgeband herauszugeben“, so der Herausgeber. Inzwischen ist viel Wasser durch die Emscher geflossen, und Textoris und Schmälter konnten viele Geschichten sammeln. Auf dieser Basis lösten sie jetzt ihr Versprechen ein. Unter dem Titel „Geschichten aus Mengede Band 2“ ist  ihr neues Buch erschienen. Wieder kann man sagen: „Mehr Mengede geht nicht.“: Geschrieben von Mengedern, über Mengede(r) und für Mengeder. An dem Werk dürften viele, die im Stadtbezirk wohnen oder mit ihm verbunden sind, ihre Freude haben. 

Innen und außen ansprechend gestaltet von Ina Schmälter ist das Buch mit den neuen Geschichten aus Mengede.

Das Buch wurde in langwieriger Puzzlearbeit wieder ansprechend von Ina Schmälter gestaltet. Bereits beim Hardcover-Einband springt der Heimatbezug ins Auge. Die von der gebürtigen Mengederin Silvia Rzadkowski gemachte Fotografie zeigt den bemalten Hochbauteil des Stauraumkanals an der Emscher mit der evangelischen St. Remigiuskirche und ihrer grünen Baumumgebung im Hintergrund. Das Ansprechende für’s Auge setzt sich im Inneren fort. Am Anfang erleichtert ein ausführliches Inhaltsverzeichnis die Übersicht und die Lesetext-Auswahl. 

Cawi Schmälter, der die Beiträge für das Buch auswählte und auch wieder das appetitanregende Vorwort verfasste, ist besonders stolz auf den breiten Querschnitt, den das Buch inhaltlich liefert. „Wir haben Altbewährtes mit Neuem ergänzt“, führt er aus. So gibt es wieder das Kapitel „Auf eine Tasse Kaffee mit…“, in dem Mengeder Mitbürger von sich, ihrem Tun und ihren Erlebnissen berichten, und über den Fragebogen „Par lui même“ von Marcel Proust, auch einiges von sich preisgeben. Auch das Kapitel „Was macht eigentlich…?“ war schon im ersten Band zu finden. Hier werden Menschen und Dinge angesprochen bzw. in Erinnerung gerufen, die es wert sind, wieder einmal erwähnt zu werden.

“Hach, unsere Eismanufaktur, die beste der Gegend, ist auch vertreten. Und von Lea Lamberti kenne ich den Vater, freut sich diese Kundin (li), die von Hella Koch beraten wird.

Dort treffen wir auf Manfred Riechert, der auch mit 80+ noch sportliche Höchstleistungen vollbringt, Mathis Willing auf seiner Eurasien-Route mit dem Fahrrad, auf die Geschichte und das Ende von Haus Hubbert und den Neubürger Detlef Donato mit seiner handwerklichen Eismanufaktur. Wichtig war für Herausgeber und Autor auch der Abschnitt „Frauenpower im Stadtbezirk…“ „Wenn das Kapitel mit fünf Beiträgen im Verhältnis zu den anderen etwas zu kurz kommt, so liegt das nicht daran, dass die Frauenpower im Bezirk schwach ist. Die Autoren haben uns leider dazu nicht mehr Texte geliefert“, beteuern sie. Vielleicht liegt es aber auch an der weiblichen Bescheidenheit, an Frauen, die lieber ohne großes Aufsehen wirken oder die Fäden ziehen. Wichtig war den beiden auch, dass der Fokus nicht auf stadtbekannte Personen gelenkt wird, sondern dass schwerpunktmäßig „Menschen wie du und ich“ Eingang ins Buch gefunden haben.

Allein auf den alten Lorbeeren ausruhen wollten sich die Herausgeber aber nicht. Es gibt einen „Blick über  den Tellerrand“ mit besonderen Reiseberichten von Mengeder Mitbürgern, von einer abenteuerlichen Umrundung des Watzmann und außergewöhnliche Einblicke in das Leben auf den Philippinen. Es gibt „Drei Schritte ins Grüne“ mit der Journalistin und Hobby-Botanikerin Monika Zybon-Biermann, an denen nicht nur Natur- und Gartenfreunde ihre Freude haben werden. Dass Satire und Humor nicht zu kurz kommen, dafür sorgen Cartoons von Mario Lars, einem bekannten Karikaturisten. Und die Beiträge eines geheimnisumwitterten Mengeder Autors, der sich Heinrich Werbedes nennt. In seinen Kolumnen berichtet er mit Ortskolorit, satirischem Blick und im literarisch-kabarettistischem Dictus über seinen realen und gedanklichen Alltag.  Zum Schluss verrät die Mengeder Buchhändlerin Gabriele Goßmann ihr Rezept für eine bessere Welt.

„Schön, dass auch unsere ehemalige Mitarbeiterin Gabriele Goßmann mit einem Beitrag in dem Buch vertreten ist“, freuen sich Hella Koch und Michael Nau von der Buchhandlung am Amtshaus, die den Alleinvertrieb übernommen hat.

Anna Lefarth (l) und Hella Koch freuen sich, dass auch die ehemalige Mitarbeiterin Gabriele Goßmann als Autorin bei den Mengeder Geschichten zu finden ist.

Das 213 Seiten starke Buch ist dort zum Preis von 11,00 € erhältlich. Es kam den Verantwortlichen darauf an, dass das Buch zu einem sozialverträglichen Preis zu erwerben ist. So verzichteten sämtliche Autoren auf ein Honorar, Michael Nau kalkulierte nur mit einer Teilkostenausgleichsmarge und die Kanzlei am Amtshaus förderte das Projekt mit einer ansehnlichen Summe. Die ersten LeserInnen sind bereits begeistert. Walburga Bodynek hat das Buch zu ihrem runden 80. Geburtstag geschenkt bekommen, und meint: „Da ist ja wieder ein tolles Buch herausgekommen über Menschen, von denen ich viele kenne. Besonders erfreut haben mich die Betrachtungen von Heinrich Werbedes. Ich möchte doch gerne wissen, wer dahinter steckt.“ Der allerdings hat bekundet, den Werbedes lieber sterben und in Mengede begraben zu lassen, als seine wahre Identität preiszugeben. Übrigens: Sollte das Buch, wie der erste Teil, in kurzer Zeit vergriffen sein, die „Macher“ sammeln schon Material für Band 3.

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