Neunte Klimademo in Dortmund: Essen ist politisch

| Keine Kommentare

 Landwirtschaft und Ernährung waren Themen der Klimademo von
Parents for Future  

Am vergangenen Samstag fand die mittlerweile neunte Klimademo von Parents for Future Dortmund statt. Etwa 150 Menschen hatten sich auf dem Friedensplatz zusammengefunden, um den Reden zum Thema Landwirtschaft und Ernährung zuzuhören und anschließend über den Westenhellweg und die Kampstraße bis zum DSW Kundencenter zu ziehen.

Gudula Frieling von der Dortmunder Solawi (Solidarische Landwirtschaft) Kümper Heide forderte in ihrem Redebeitrag dazu auf, sich vom Märchen des ewigen Wirtschaftswachstums zu verabschieden. Ein unendliches Wachstum auf einem endlichen Planeten könne es nicht geben. Am Beispiel der Landwirtschaft machte sie deutlich, wohin der Zwang zum Wachstum führt: so exportiere Deutschland hoch subventionierte Hühnchenschenkel nach Afrika und mache dort die lokalen Märkte kaputt.

Gleichzeitig habe die auf Export getrimmte industralisierte Landwirtschaft auch bei uns fatale Folgen, sichtbar z.B. in der steigenden Nitratbelastung unseres Trinkwassers und dem massiven Insektensterben der letzten Jahre. Die solidarische Landwirtschaft biete hier einen Gegenentwurf: Die Verbraucher*innen finanzieren mit ihrem Jahresbeitrag die landwirtschaftliche Tätigkeit. Die Ernte wird allwöchentlich unter den Mitgliedern der Solawi geteilt. Es würden Bedürfnisse befriedigt anstatt Gewinnmaximierung zu betreiben.

Hannah Fischer von Frau Lose (Unverpackt-Laden) hob hervor: “Essen ist politisch! Wir wollen sichtbar machen wieviel CO2 in einem Apfel steckt, wie er produziert wurde und von wem, welche Auswirkungen die Produktion auf unsere Umwelt und die Menschen hat.” Sie wünscht sich eine Welt und ein Wirtschaftssystem, die nicht auf der Ausbeutung unseres Planeten oder von Menschen in entfernten Ländern beruht, sondern ein gutes Leben für alle Lebewesen auf unserer Erde ermöglicht. Auch wenn dies eine Utopie ist, lohne es doch, sich dafür zu engagieren.
Auch Matthias Rietschel von den Parents for Future betonte, dass die Entscheidung, was wir essen, unmittelbar Einfluss auf unseren persönlichen CO2 Fussabdruck hat. 
Mit dem mittlerweile schon traditionellen gemeinsamen Singen von “Do it now”, einem Lied der internationalen Klimaschutzbewegung, endete die Demonstration.
Text: P4F Dortmund; Foto: A. Bausmann, P4F Dortmund
   Send article as PDF   

Schreibe einen Kommentar