GRÜNE & Volt wollen psychologische Unterstützungsangebote weiter stärken
Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden unter Angststörungen, Depressionen, Selbstverletzungen und Essstörungen. Laut Umfragen bezeichnen sich 21 Prozent der Schülerinnen und Schüler als psychisch belastet. Ende des vergangenen Jahres hatte die Bundesschülerkonferenz deshalb zum Handeln aufgerufen und einen 10-Punkte-Plan veröffentlicht:
Finaler_CTA_und_Unterstuetzer_Kampagne_UnsGehtsGut.pdfAuch an Dortmunder Schulen benötigen viele Schüler*innen zunehmend psychologische Beratungs- und Unterstützungsangebote. In der städtischen Jugendkonferenz im November wurde deshalb angeregt, vorhandene Hilfen insbesondere an Schulen deutlich sichtbarer zu machen. Auf Antrag der Fraktion GRÜNE & Volt hat die Verwaltung deshalb nun im Schulausschuss einen Sachstandsbericht zu aktuellen psychologischen Beratungs- und Unterstützungsangeboten in Dortmund gegeben.
„Die Schulpsychologischen Beratungsstelle in Dortmund ist grundsätzlich gut aufgestellt und funktioniert. Den Schüler*innen in Dortmund stehen zahlreiche und vielfältige Beratungs- und Unterstützungsangebote zur Verfügung. Die Antwort auf unsere Anfrage zeigt aber auch, dass es an einigen Stellen Verbesserungsbedarf gibt. Daran wollen und müssen wir arbeiten“, bewertet Britta Gövert, Mitglied der Fraktion GRÜNE & Volt im Schulausschuss die Aussagen der Verwaltung.
Die Schulpsychologische Beratungsstelle der Stadt (SPBS) bietet unterschiedliche Hilfestellungen im Rahmen von Fortbildung, Supervision, Krisenintervention und bei der Entwicklung von Schutzkonzepten gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an. Die Angebote stehen Schüler*innen aller Dortmunder Schulen offen, richten sich aber auch an die Schulleitungen, die Kollegien sowie an weitere pädagogische Fachkräfte vor Ort. Die SPBS arbeitet dabei nach dem Prinzip der gemeinsamen Beratung von Schüler*innen, ihren Sorgeberechtigten, Lehrkräften und weiteren Fachkräften wie zum Beispiel Schulsozialarbeiter*innen. Schüler und Schülerinnen können sich aber auch im Rahmen einer sogenannten Kurzberatung niedrigschwellig an die Beratungsstelle wenden. Diese Kurzberatung findet überwiegend telefonisch mehrmals in der Woche statt.
Britta Gövert: „Ein reiner Ausbau der Beratungs- und Unterstützungsangebote wird deshalb von der Schulpsychologischen Beratungsstelle kritisch gesehen. Wichtiger ist vielmehr, dass die vielfältigen Angebote und Möglichkeiten von Kindern und Jugendlichen beziehungsweise ihren Sorgeberechtigten besser genutzt werden können. Da sind die Schranken oft zu hoch.“
Insbesondere bemängelt die SPBS eine nicht ausreichende Bekanntmachung der Angebote an den Schulen und daraus resultierend ein mangelndes Wissen der Schüler*innen über die Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten. Dazu kommen Vorbehalte gegenüber einer psychologischen Beratung sowie teilweise zu hohe Zugangsvoraussetzungen zu den Angeboten. Bemängelt wird auch, dass es an den Schulen zu wenige personelle und zeitliche Ressourcen für die Vermittlung von Schüler*innen in die Unterstützungsangebote gibt. Das sind zum Teil auch Punkte, die die Bundesschülerkonferenz in ihrem 10-Punkte-Plan anführt.
„Die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendliche ist eine immer wichtige werdende Aufgaben. Die Antwort der Verwaltung ist deshalb für uns der Ausgangspunkt, um über weitere Verbesserungen zu beraten. Dabei werden wir auch auf die Dortmunder Bezirksschüler*innenvertretung zugehen“, so Britta Gövert abschließend.
Quelle: Fraktion GRÜNE & Volt