
Amtshaus; Foto: Archiv MIT
Betrübliche Neuigkeiten vom Segro-Gewerbepark
Von Cawi Schmälter
Es ist ein ganz besonderes Anliegen von Axel Kunstmann, in seiner Funktion als Bezirksbürgermeister gleich nach der Begrüßung des Gremiums und der Verkündigung der immer gleichen, aber doch notwendigen Sitzungs-Regularien mit einem lockeren Spruch auf das Gelingen der gemeinsam zu treffenden Entscheidungen einzustimmen. So übertrug er in der letzten Sitzung die Mitunterzeichnung der Niederschrift einem „Flurmenschen“. Gemeint war CDU-Fraktionsvorsitzender Andreas Flur, der gemeinsam mit seiner Tochter Tanja (natürlich ebenso CDU) dem Vorortsparlament angehört.In der Einwohnerfragestunde ging es dann aber wie immer gleich zur Sache. Die Interessengemeinschaft Am Kreuzloh/Langenacker, vertreten durch ihre Sprecher Nenad Nemarnik und Jörg Sandmeier, beklagte sich hier über weitere eigenmächtige Abweichungen gegenüber der ursprünglich versprochenen Bauausführung des Segro-Gewerbeparks.
Freundlicherweise hat uns Jörg Sandmeier seinen Vortragstext zur Verfügung gestellt, der nachfolgend mit seiner Einwilligung unverändert dargeboten wird:
Guten Tag, Herr Bezirksbürgermeister,
guten Tag, geehrte Anwesende.
Die Hiobsbotschaften für unsere Siedlung werden immer mehr. Aus den Ruhr-Nachrichten mussten wir erfahren, wer der größte Mieter im neuen LogPoint wird – und dass alles, was wir befürchtet haben, eintritt … nur noch schlimmer. Dass Amazon unser neuer Nachbar wird, war eigentlich von Anfang an klar. Nur getraut auszusprechen hat es sich offenbar niemand.
Aber dass jetzt von einem Robotik-Logistikzentrum die Rede ist und dafür die geplante Halle D in einen riesigen LKW-Parkplatz umgewandelt werden soll, ist schon ein Schlag ins Gesicht. Bis zuletzt hat die Firma Segro noch behauptet, dass der geplante LKW-Parkplatz eigentlich gar nicht gewollt sei und nur wegen einer Auflage der Stadt gebaut werden sollte. Jetzt vervielfacht sich diese Parkfläche einfach so – ohne auch nur ansatzweise einen Ausgleich zu schaffen. Hier wird wieder einmal alles, was von den Investoren beantragt wird, einfach durchgewunken. Damit ist mindestens mit einer Verdoppelung, wenn nicht sogar mit einer Verdreifachung der LKW-Fahrten zu rechnen.
Dazu kommt noch die von Amazon angegebene maximale Mitarbeiterzahl von 2000 Personen. Wenn man die Mitarbeiter der anderen Hallen entsprechend der Flächen hochrechnet, kommen noch einmal etwa 1500 Beschäftigte hinzu. Das ergibt insgesamt rund 3500 Mitarbeiter – also etwa 7000 zusätzliche Fahrten. Hinzu kommen die knapp 4000 LKW-Fahrten, die sich nun mindestens auf 8000 verdoppeln, wenn nicht, sogar verdreifachen werden. Wenn man außerdem noch den zuvor angegebenen Kunden- und Besucherverkehr von etwa 1200 Fahrten hinzurechnet, kommt man schnell auf über 16.000 Fahrten. Dabei ist der bisherige und der neu entstehende Durchgangsverkehr aus Castrop überhaupt noch nicht berücksichtigt – Stichwort Deininghauser Weg und neue Siedlung in Castrop.
Dass die zuvor genannten 340 Kurierfahrten entfallen sollen, fällt bei diesen Zahlen kaum noch ins Gewicht. Damit wird das komplette Verkehrskonzept grundsätzlich infrage gestellt.
In diesem Zusammenhang war es für uns ein Lichtblick, bei einem Ortstermin der Bezirksvertretung mit Oberbürgermeister Kalouti unsere Sicht der Dinge schildern zu können. Sie können sich wahrscheinlich vorstellen, wie frustrierend dann die kurzfristige Absage von Herrn Kalouti für uns war – weil ein Termin in einer anderen Stadt offenbar wichtiger ist.
Da stellt sich für uns natürlich die Frage: In welcher Stadt vermutet er eigentlich seine Wähler? Stattdessen haben wir es nun mit einer reinen Werbe- und Verkaufsveranstaltung von Segro zu tun – mit entsprechender Rückendeckung durch Herrn Rybicki und seine sogenannten Fachleute. Die Lobbyarbeit der Investoren ist einfach nur gut und scheint auf sehr fruchtbaren Boden gefallen zu sein.
Sie werden es ja selbst erleben:
Auf sehr freundliche und höfliche Weise wird man versuchen, unsere Argumente zu relativieren und Sie mit schöngerechneten Zahlen zu beeindrucken. Aber gut – genug gemeckert. Bei vielen unserer Forderungen ist das Kind ohnehin schon in den Brunnen gefallen .Deshalb möchte ich mich jetzt auf Schadensbegrenzung konzentrieren.
Damit das Verkehrskonzept wenigstens ansatzweise erträglich bleibt, erwarten wir, dass der Ratsbeschluss des Mobilitätsausschusses zur Abbindung unserer Siedlung an der Westheide – mittels Pollern – auch tatsächlich umgesetzt wird. Außerdem haben wir für diese Sitzung die Installation einer Druckknopfampel an der Verkehrsinsel im Einfahrtsbereich der Levi-Baum-Straße beantragt. Hier handelt es sich um einen Schulweg für Grundschulkinder.
Ein entsprechendes Sammeltaxi wurde gestrichen – obwohl der Schulweg als gefährlich eingestuft ist.
Auch ältere Anwohner werden bei der zu erwartenden Verkehrsdichte zu den Stoßzeiten kaum noch in der Lage sein, diesen Weg sicher zu nutzen. Stellen Sie sich bitte kurz folgende Situation vor: Sie stehen auf einer drei Meter breiten Verkehrsinsel – und auf beiden Seiten fahren im Sekundentakt 40-Tonner an Ihnen vorbei.
Zur Erinnerung:
Dies ist der einzige verbliebene Fußweg nach Mengede, der überhaupt noch einen Bürgersteig hat. Auch für Radfahrer wird der Langenacker unter diesen Bedingungen praktisch unbefahrbar. Wer möchte sich schon gegen eine große Anzahl schwerer LKW behaupten? Deshalb halten wir eine Freigabe des verbliebenen Bürgersteigs für Radfahrer in beide Richtungen für dringend notwendig.
Ein weiteres wichtiges Thema ist unsere Bushaltestelle. Hier wäre endlich einmal eine klare Sachstandsabfrage nötig. Unser letzter Stand ist weiterhin: Eine Umsetzung wird geprüft. Eine vollständige Streichung dieser Haltestelle steht also weiterhin im Raum. Die Bushaltestelle wurde am 12.03.2026 in unsere Richtung umgesetzt.
Ebenso problematisch ist die Weigerung von Segro, am geplanten LKW-Parkplatz eine Zufahrtsbegrenzung oder Schranke zu installieren. Wir befürchten, dass sich dort ein Autobahn-Truck-Stop entwickelt – mit zusätzlichen, nicht geplanten Fahrten und entsprechenden Begleiterscheinungen (wie Prostitution oder Kriminalität).
Außerdem ist uns aufgefallen, dass die Levi-Baum-Straße im Vergleich zur alten Werksstraße um etwa ein bis zwei Meter angehoben wurde – der Lärmschutzwall jedoch nicht. Das bedeutet: schlechterer Lärmschutz bei gleichzeitig deutlich höherem Verkehrsaufkommen.
Deshalb plädieren wir dafür, die Levi-Baum-Straße hinter der Siedlung auf Tempo 30 zu begrenzen, um den Lärmschutz zumindest teilweise auszugleichen. Auch der Standort des LKW-Parkplatzes entspricht übrigens nicht den ursprünglichen Präsentationen und Informationsveranstaltungen. Auch hier scheint die Lobby ganze Arbeit geleistet zu haben.
Und dabei habe ich bislang nur die langfristigen Probleme angesprochen. Denn dass wir durch die Baustellen auf beiden Seiten unserer Siedlung diese zeitweise praktisch nur noch mit einem Hubschrauber verlassen können oder dass aufgrund dieser schlecht abgestimmten Baustellen der Müll zeitweise nicht mehr ordnungsgemäß abgeholt wurde, sei an dieser Stelle ebenfalls erwähnt. Dass wir all diesen Lärm und Schmutz überhaupt ertragen, liegt einzig daran, dass auch wir die Levi-Baum-Straße möglichst bald fertiggestellt sehen wollen –
damit unsere Siedlung endlich durch die versprochenen Poller beruhigt wird.
Ich komme zum Schluss.
Unsere zentralen Forderungen sind:
- Poller an der Westheide
- eine Druckknopf-Ampel auf der Levi-Baum-Straße
- Freigabe des Bürgersteigs am Langenacker für Radfahrer
- Erhalt beziehungsweise Umsetzung der Bushaltestelle
- Schranken vor den LKW-Parkplätzen
- Tempo 30 auf der Levi-Baum-Straße zum Lärmschutz
- und im Idealfall: kein zusätzlicher LKW-Parkplatz direkt hinter unserer Siedlung
Vielen Dank für Ihre Geduld
Die BV-Mitglieder sind es gewohnt, als Klagemauer für die berechtigten Sorgen der Anwohnerschaft bereit zu stehen. Sie hatten darauf gehofft, in einem verabredeten Ortstermin am 25. März mit den Vertretern der Interessengemeinschaft, den mit den Verantwortlichen der mit dem Projekt befassten Firmen und den zuständigen Vertretern der Stadt Dortmund einschließlich des Oberbürgermeisters Kalouti ihre Argumente auszutauschen. Umso enttäuschender für sie war dann aber die Mitteilung, dass Herr Kalouti nicht teilnehmen wird. Ein Termin in einer anderen Stadt war ihm wohl wichtiger.
Erweiterung der Wilhelm-Rein-Schule
Zur Berichterstattung über die Planung mobiler Einheiten an der Wilhelm-Rein-Schule waren mit Frau Linda Zimmer vom Liegenschaftsamt, Herrn Markus Mönnikes von der Immobilienwirtschaft und Herrn Michael Bonan vom Schulamt Vertreter der Stadtverwaltung erschienen, die die Planung einer für die Dauer von ca. 5 Jahren eine Übergangslösung präsentierten. Es sollen 2 Klassenräume mit notwendigen Funktionsräumen entstehen, die zwecks Schonung des Baumbestandes auf dem zugehörigen Schulhof platziert werden. Die gute Nachricht: Bereits im November 2026 könne die Inbetriebnahme erfolgen. In weitere Ferne dürfte jedoch die Sanierung bzw. ein Ersatzbau für die bestehende Turnhalle gerückt werden. Eine Prüfung hierzu stehe noch aus.
Bauruinen im Ortskern Mengede
Ein Spaziergang durch den Kern unseres Heimatortes Mengede ist zurzeit wenig erbaulich. Das liegt nicht zuletzt an den vielen Leerständen im gewerblichen Bereich, an der kümmerlichen Beschickung des Marktes, an Straßen- und Kanalbaustellen aber insbesondere an den vielen angefangenen aber nicht vollendeten Baukörpern ( Dönnstraße/Siegburgstraße („Enteignung angeblich zu aufwendig“), Am hohen Teich/Rigwinstraße, unkrautbewachsene Baugruben an der Mengeder Straße, Kaufland Ruine) die mehr und mehr dem Verfall preisgegeben sind und der Müllhaufen des ehem. Café Chaos auf der Ecke Freihofstraße/Siegenstraße.
Kurzum: Eine Lösung ist nicht Sicht, da angeblich vieles sich in Privatbesitz befindet!
Finanzielle Unterstützungen
Die Jugendfeuerwehr Nette darf sich auf eine finanzielle Zuwendung für ihr Sommerferiencamp in Finnland freuen, die Schopenhauer-Grundschule erhält einen Zuschuss (max. 3600 €) für ihre Schulsportveranstaltung Trixitt und für die Beschaffung von Ladeschränken wurde die Westhausen-Grundschule mit einem Zuschuss von 3000 € beglückt.
Die Schragmüller-Grundschule hingegen muss ihr gutes Schulklima auch ohne die beiden beantragten Gasgrills hinbekommen, ebenso wird es auch mit der finanziellen Unterstützung (15.000 €) der TEK Speckestraße 15 zwecks Beschaffung des Lesesalons „Bauwagen“ wegen vieler Bedenken ebenfalls nichts.