
Das Institut für Zeitungsforschung ist Anlaufstelle für Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen und andere Nutzer*innen.
© Bunzeck/Gerdes
Sein Jubiläum feiert das Institut mit einem aktuellen Thema, das die Zeitungen beschäftigt: „Wem kann man noch trauen? Journalismus zwischen Aufklärung und Hass“ ist das Thema einer Podiumsdiskussion, mit der die Veranstaltung um 19 Uhr beginnt. Beim anschließenden Empfang wird der Geburtstag würdig gefeiert.
Teilnehmende an der von Oliver Pasche moderierten Podiumsdiskussion sind Stefan Raue (Intendant von Deutschlandradio), Ann-Katrin Müller (Hauptstadtredaktion „Der Spiegel“) und Hatice Kahraman (Chefredakteurin der Jugendredaktion Salon5 von CORRECTIV). Da die Zahl der Plätze begrenzt ist, wird um Anmeldung gebeten. Anmelden können Interessierte sich bis zum 6. Mai unter https://doo.net/veranstaltung/221772/buchung.
Wichtiges Archiv mit Blick auf die Zukunft
Das Institut für Zeitungsforschung wurde am 14. Mai 1926 gegründet und ist damit Dortmunds älteste wissenschaftliche Forschungseinrichtung. Schon damals Vorreiter auf seinem Gebiet, ist es heute eine international renommierte Anlaufstelle für Wissenschaftler*innen unterschiedlicher Fachrichtungen und andere Nutzer*innen.
Eine Ausstellung zum Jubiläum zeigt die Geschichte des Instituts passenderweise im Spiegel historischer Presseberichte. Geplant ist auch eine Festschrift, die nicht nur die bewegte Historie nachzeichnen wird, sondern auch die aktuellen Mitarbeitenden und ausgesuchte Sammlungsstücke vorstellt. Denn Direktorin Dr. Astrid Blome ist besonders der Blick auf die Zukunft wichtig: „Das Institut für Zeitungsforschung soll auch künftigen Generationen die Möglichkeit bieten, Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln aufzuarbeiten.“ Als eine der größten Zeitungs- und Zeitschriftensammlungen in Deutschland wird sie bis heute stetig um aktuelle Zeitungsausgaben erweitert. Die Auswahl der Titel reflektiert dabei das gesamte politische Spektrum der deutschen Zeitungslandschaft.
Neben Zeitungen und Zeitschriften – darunter die älteste Zeitung Dortmunds von 1769 – umfasst die Institutssammlung auch frühneuzeitliche Flugschriften und Flugblätter, Plakate, politische Karikaturen und Nachlässe von Journalist*innen, die im Nationalsozialismus ins ausländische Exil gezwungen wurden.
Breiter Service für alle: Von der Traueranzeige bis zum Geburtstagsblatt
Zeitungen erweisen sich oft als unerwartet nützliche Quellen für ganz alltägliche Bedarfe. Besucher*innen können zu Verwandten oder Ereignissen aus der Familiengeschichte recherchieren und unerwartete Informationen zu Tage fördern. 1926 als Abteilung der Stadtbibliothek Dortmund gegründet, vereint das Institut für Zeitungsforschung heute die Funktionen von Fachbibliothek, Archiv und Forschungsstätte und unterstützt Menschen bei ihren Recherchen.
Traueranzeigen in alten Zeitungen können zum Beispiel dabei helfen, Erbinnen und Erben zu ermitteln. Nutzer*innen können zu Verwandten oder Ereignissen aus der Familiengeschichte recherchieren und unerwartete Informationen zu Tage fördern. Vereine nutzen das Institut, um anlässlich von Jubiläen ihrer Geschichte nachzugehen. Beliebt ist auch der Ausdruck einzelner Zeitungsseiten aus dem Geburtsjahr einer Person. Bei vielen Fragen sind die alten Zeitungen inhaltlich ergiebiger als klassisches Archivmaterial.
Für deutsche und internationale Wissenschaftler*innen, die sich mit der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts und vor allem mit mediengeschichtlichen Fragen befassen, ist das Institut für Zeitungsforschung eine unverzichtbare Adresse. Aber auch für andere Nutzende hat es viel zu bieten. Schülergruppen oder Vereine können sich nach Anmeldung durch die Sammlung führen lassen und sich Stücke, die sie interessieren, zeigen lassen. Die Recherche von Materialien ist auch bequem von zuhause aus möglich. Findbücher und andere Hilfsmittel sind auf der Webseite des Instituts verfügbar.
Fachtagung zu Medienblasen und gesellschaftlicher Zersplitterung
Am Donnerstag und Freitag, 21./22. Mai, richtet das Institut für Zeitungsforschung anlässlich des Jubiläums zusätzlich die Fachtagung „Alte Bubbles, neue Bubbles. Medien und Kommunikation in zersplitterten Gesellschaften“ aus. Tagungsort ist das Studio B der Stadt- und Landesbibliothek (Max-von-der-Grün-Platz 1-3).
Diskutiert werden Fragen wie Medienvertrauen, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Zersplitterung von Öffentlichkeit und die Rolle des Lokaljournalismus in Geschichte und Gegenwart. Interessierte Teilnehmende werden gebeten, sich bis zum 19. Mai anzumelden: https://doo.net/veranstaltung/221780/buchung.