Die Ausstellung „Verbrannte Orte“ erinnert an die Bücherverbrennung in Dortmund

Ehemalige vom Max-Planck-Gymnasium sorgen für Dokumentation des Dortmunder Erinnungsortes

Überall in Deutschland wurden Bücher verfolgter Autorinnen und Autoren vebrannt.
© Stadt Dotmund / Steinwache

Mit der Ausstellung „Verbrannte Orte – Bücherverbrennung 1933 in Deutschland“ in der VHS Dortmund gedenkt Dortmund der Bücherverbrennung auf dem Hansaplatz. Begleitende Veranstaltungen erinnern an Täter und verfolgte Autor*innen.

Vor 93 Jahren, am 30. Mai 1933, verbrannten Nationalsozialisten auf dem Dortmunder Hansaplatz öffentlich Bücher. Maßgeblich vorbereitet wurde die Aktion von Dr. Hans Woelbing, Lehrer am damaligen Bismarck-Realgymnasium, dem heutigen Max-Planck-Gymnasium. Deshalb unterstützen 35 ehemalige Schüler*innen  und Lehrkräfte des Max-Planck-Gymnasiums die fotografische Dokumentation des Hansaplatzes durch den Verein „Verbrannte Orte“. Aus diesem Anlass wird die Ausstellung „Verbrannte Orte – Bücherverbrennung 1933 in Deutschland“ zunächst in der VHS und anschließend im Max-Planck-Gymnasium gezeigt.

Erinnerungskultur in Bildern

Die Ausstellung zeigt, was vielerorts unsichtbar geblieben ist: Über 160 Orte von Bücherverbrennungen in Deutschland werden fotografisch dokumentiert und historisch eingeordnet. Sie zeigt, wie Erinnerungskultur, Demokratie und Meinungsfreiheit bis heute gesellschaftlich verhandelt werden.

Die Ausstellung öffnet am Donnerstag, 7. Mai, um 19 Uhr in der Volkshochschule Dortmund, Kampstraße 47. Sie ist vom 8. Mai bis 3. Juni, jeweils montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr (außer an Feiertagen) im 1. Obergeschoss der VHS zu sehen.

Vortrag und Lesung zur „Causa Woelbing“

Ein Schwerpunkt des Begleitprogramms ist die Veranstaltung „Causa Woelbing“ am Donnerstag, 28. Mai, von 19 bis 21:30 Uhr in der VHS Dortmund. Zum Auftakt liest die Autorin Dr. Birgit Ebbert aus ihrem Roman „Brandbücher“ und schlägt damit die Brücke zwischen literarischer Erinnerung und den Dortmunder Ereignissen von 1933. Die Moderation übernimmt Friedrich Erbacher, der mit anderen Ehemaligen vom Max-Planck-Gymnasium die Dokumentation des Dortmunder Erinnungsortes für den Verein „Verbrannte Orte“ inititiert hat. Der Journalist Andreas Ganter berichtet über seine Recherchen zur NS-Vergangenheit Hans Woelbings, die 2017 in der Zeitung DIE RHEINPFALZ veröffentlicht wurden und in Zweibrücken eine breite gesellschaftliche Debatte auslösten.

Lesung am historischen Ort auf dem Hansaplatz

Am Samstag, 30. Mai, dem Jahrestag der Dortmunder Bücherverbrennung, beginnt um 18 Uhr auf dem Hansaplatz eine öffentliche Lesung aus Werken verfolgter Autor*innen. Die Dortmunder Thorsten Trelenberg, Cornelia Franken, Thomas Kade und Heike Wulf stellen dabei Schriftstellerpersönlichkeiten vor, deren Werke 1933 verbrannt wurden – darunter Curt Bloch, Annette Kolb, Gina Kaus und Hilde Domin. Die Lesung erinnert am historischen Ort des Geschehens an die Stimmen, die das NS-Regime zum Schweigen bringen wollte – und setzt ein Zeichen für Freiheit des Wortes und demokratische Verantwortung.

 

Kurzinfos und Termine:

Ausstellungseröffnung

Donnerstag, 7. Mai, 19 Uhr

VHS Dortmund, Kampstraße 47, 1. OG

Ausstellung vom 8. Mai bis 3. Juni 2026

geöffnet Montag bis Freitag, 8–20 Uhr (außer Feiertage)

 

„Causa Woelbing“ – Vortrag und Lesung

Donnerstag, 28. Mai, 19 – 21:30 Uhr

VHS Dortmund, Raum 1.14

 

Lesung „Eine Bücherverbrennung mitten in Dortmund“

Samstag, 30. Mai, 18 Uhr

Hansaplatz, Dortmund