
Bürgermeisterin Ute Mais begrüßte die Vertreter*innen der ausgezeichneten Schulen im Rathaus in Dortmund.
© WFG Kreis Unna / Anita Lehrke
Insgesamt erhielten zwölf Schulen aus Dortmund, dem Kreis Unna und Hamm die begehrte Auszeichnung. Die beiden Dortmunder Schulen erhielten die dritte Anschlusszertifizierung – das bedeutet, dass sie viermal in Folge die Kriterien für das Siegel erfüllen konnten.
„Die Dellwigschule überzeugt durch ein sehr praxisnahes und konsequent lebensweltorientiertes Konzept der beruflichen Orientierung. Als Förderschule nutzt sie ihren pädagogischen Freiraum gezielt, um Schülerinnen und Schüler früh an reale Arbeitsprozesse heranzuführen“, heißt es in der Würdigung. Besonders prägend sind die vier Schülerfirmen („Radgeber“, „Kochbar“, „Gestaltbar“ und „Herzenszeit“), in denen die Jugendlichen echte Aufgaben übernehmen und Verantwortung tragen.
Schule bereitet auf das Leben vor
Hervorzuheben sind die verbindlichen Zwischen- und Abschlussprüfungen mit digitalem Berichtsheft, die dem Arbeiten einen ausbildungsnahen Charakter verleihen. Bereits ab Jahrgang 6 bauen die Kinder im Werkunterricht und durch Wahlpflichtkurse systematisch grundlegende praktische Kompetenzen auf. Insgesamt wird deutlich, dass die Schule berufliche Orientierung konsequent als echte Lebensvorbereitung versteht.
Die Adolf-Schulte-Schule überzeugt durch ihre außergewöhnlich praxisnahe und systematische Berufsorientierung. Herzstück sind die zehn Schülerfirmen, in denen die Jugendlichen wöchentlich arbeiten und ihre eigenen Stärken entdecken können. Bereits ab Klasse 7 lernen alle Schülerinnen und Schüler die verschiedenen Tätigkeitsfelder kennen, reflektieren ihre Fähigkeiten und sammeln erste berufliche Erfahrungen. Ab Klasse 8 durchlaufen sie einen echten Bewerbungsprozess mit Bewerbungsschreiben und Vorstellungsgespräch, bevor sie in einer Schülerfirma mitarbeiten.
Verantwortung übernehmen, im Team arbeiten, wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen
Die Schülerfirmen sind fest im Schulleben verankert und ermöglichen Einblicke in handwerkliche, technische, soziale, kreative und digitale Berufsfelder. Unterstützt durch Lehrkräfte, Eltern, Alltagshelferinnen und Alltagshelfer sowie externe Partner*innen lernen die Jugendlichen, Verantwortung zu übernehmen, im Team zu arbeiten und wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen. So gelingt es der Schule, jede Schülerin und jeden Schüler individuell auf den Übergang in Ausbildung und Beruf vorzubereiten.
„Mich begeistert, wie die Schule jungen Menschen ermöglicht, ihre Stärken zu erkennen und zu erfahren, wie sie diese zum Nutzen anderer einsetzen können. Dieses Engagement, getragen vom gesamten Kollegium, Eltern und Partnern, verdient besondere Anerkennung“, sagt Simone Goßling, Jury-Mitglied und Bildungsmangagerin für das Regionale Bildungsbüro im Fachbereich Schule.
Bei den Feierlichkeiten im Rathaus haben übrigens zwei Dortmunder Siegel-Schulen tatkräftig mitgewirkt: Schülerinnen und Schüler des Helmholtz-Gymnasiums sorgten für kulturelle Intermezzi in den Pausen. Das Catering kam von der Schülerfirma „Kochlöffel“ von der Wilhelm-Rein-Schule. Die Förderschule kooperiert mit dem Raidisson Blu Hotel Dortmund.
Das Helmholtz-Gymnasium ist aktuell in der ersten Anschlusszertifizierung und kann sich für die zweite Anschlusszertifizierung 2027 wieder bewerben. Die Wilhelm-Rein-Schule ist 2029 wieder für ihre fünfte Anschlusszertifizierung dran – aktuell also in der vierten Anschlusszertifizierung.
Hintergrund: Das Berufswahl-SIEGEL zeichnet weiterführende Schulen im Kreis Unna, Dortmund und Hamm für ihre vorbildliche Berufs- und Studienorientierung aus. Es würdigt das besondere Engagement von Lehrkräften, Schulleitungen und externen Partnern. Das Berufswahl‑SIEGEL wird durch die Stiftung Weiterbildung der Wirtschaftsförderung Kreis Unna (WFG) in Zusammenarbeit mit zahlreichen weiteren Partnern verliehen. Die Zertifizierung ist zeitlich befristet – Schulen müssen sich regelmäßig neu bewerben und ihre Weiterentwicklung durch eine Jury unter Beweis stellen. In diesem Jahr überzeugten zwölf Schulen mit der hohen Qualität ihrer Berufsorientierungsarbeit, drei davon wurden erstmals ausgezeichnet, neun erhielten das SIEGEL nach erfolgreicher Rezertifizierung erneut.