Vorsorge für Hitzephasen: Gebäude und Klima mit Dachbegrünungen kühlen

Klimafolgenanpassung zum Mitmachen: Hauseigentümer*innen und Unternehmen können mit Dachbegrünungen für Kühlung sorgen. Jetzt Antrag für eine Förderung stellen

Kühle Zone Gründach
© Uwe Grützner/Technische Universität Dortmund

Bei Temperaturen wie im Juni und aktuell heizen sich Städte stark auf, viele versiegelte Flächen speichern die Wärme. Ein Beitrag zum Schutz vor Hitze sind Dachbegrünungen. Das Gute: Private Hauseigentümer*innen können mitmachen, Zuschüsse erhalten und so für Kühlung im Gebäude sorgen. Aber auch für das Mikroklima haben bepflanzte Dächer einen kühlenden Effekt. Das Beste: Emschergenossenschaft und Lippeverband fördern mit der Zukunftsinitiative Klima.Werk Gründächer mit bis zu 10.000 Euro.

Möglichst viele Dächer in der Emscher-Lippe-Region zu begrünen ist das Ziel des „10.000 Grüne Dächer“-Programms von Emschergenossenschaft/Lippeverband als Teil der Zukunftsinitiative Klima.Werk. Das Netzwerk arbeitet zur Klimafolgenanpassung, um für Extremwetter-Lagen vorzusorgen.

Wie wirksam begrünte Dächer für Kühlung sind, belegen Wärmebildaufnahmen des Fotografen der Technischen Uni Dortmund (TU): Er hat mit einer Drohne Gründächer zum Beispiel in Bochum überflogen. Die roten Bereiche zeigen Temperaturen jenseits der 40-Grad-Marke an, bei den Gründächern liegen die gemessenen Temperaturen bei den von der TU gesammelten Beispielen an verschiedenen Standorten zwischen 22 und 28,7 Grad Celsius, bei dunklen Dachflächen dagegen bei 65 Grad Celsius. Das heißt: Die bepflanzten Dächer senken die Umgebungstemperatur, aber auch darunter, in den Gebäuden, ist es kühler! Das liegt unter anderem am Verdunstungseffekt: Die Gründächer speichern Regenwasser, das verdunsten kann, und das Gründach funktioniert nach unten wie eine Dämmschicht gegen Hitze.

Das sind gute Argumente für eine Dachbegrünung. Hauseigentümer*innen und Unternehmen finden Infos zur Förderung, zu Voraussetzungen sowie Antragstellung hier: Gründach Förderung: 50 €/m² für Dachbegrünung Auf der Webseite können Interessierte ebenfalls prüfen, ob die eigene Adresse im Fördergebiet liegt. Achtung: Erst die Förderzusage abwarten und dann loslegen mit der Dachbegrünung! Ab einer Förderzusage haben Eigentümer*innen drei Jahre Zeit, die Dachbegrünung umzusetzen. Fristen bei der Beantragung der Förderung gibt es nicht.

Unter dem Dach der Zukunftsinitiative Klima.Werk betreiben auch die Kommunen Hitzevorsorge: Mit dem Projekt HAP.Regio haben sich Städte in der Emscher-Lippe-Region auf den Weg gemacht, gemeinsam Standards für die Hitzevorsorge zu erarbeiten. Der Aufbau von Meldeketten für den Akutfall ist ein wesentlicher Baustein dieses Projekts. Weitere Bausteine sind Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung und zur Steigerung der Hitzeanpassungsfähigkeit (mittelfristige Maßnahmen) sowie der klimaresiliente Umbau der Städte zu kühleren Orten nach Schwammstadt-Konzepten (langfristige Maßnahmen).

Mehr Info: HAP.Regio: Mehr Schutz in der heißen Stadt

Die Zukunftsinitiative Klima.Werk
In der Zukunftsinitiative Klima.Werk arbeiten Emschergenossenschaft und Lippeverband gemeinsam mit Städten der Emscher-Lippe-Region an einer wasserbewussten Stadt- und Raumentwicklung, um die Folgen des Klimawandels abzumildern und die Lebensqualität in den Quartieren zu steigern. Der blau-grüne Umbau startete 2005 mit der Zukunftsvereinbarung Regenwasser (ZVR) von Emschergenossenschaft, Emscher-Kommunen und dem Land NRW und entwickelte sich 2014 zur Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ weiter, jetzt Zukunftsinitiative Klima.Werk.

Emschergenossenschaft und Lippeverband
Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) sind öffentlich-rechtliche Wasserwirtschaftsunternehmen, die als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip leben. Die Aufgaben der 1899 gegründeten Emschergenossenschaft sind unter anderem die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz. Der 1926 gegründete Lippeverband bewirtschaftet das Flusseinzugsgebiet der Lippe im nördlichen Ruhrgebiet und baute unter anderem den Lippe-Zufluss Seseke naturnah um. Gemeinsam haben Emschergenossenschaft und Lippeverband rund 1.700 Beschäftigte und sind Deutschlands größter Abwasserentsorger und Betreiber von Kläranlagen (rund 782 Kilometer Wasserläufe, rund 1533 Kilometer Abwasserkanäle, 546 Pumpwerke und 69 Kläranlagen). www.eglv.de