Neues Klima- und Freiraumkonzept liefert Grundlagen für Planungen
An dem neuen Konzept will die Stadt in den nächsten 10 bis 15 Jahren die Nutzung, Pflege und Weiterentwicklung der Grün- und Freiräume der Nordstadt ausrichten. Grundlegendes Ziel sind dabei lebendige, klimaangepasste und vielfältig nutzbare Orte. Wo es diese schon gibt, sollen sie gesichert und von Bebauung freigehalten werden. Wo sie fehlen, will die Stadt sie nach Möglichkeit ergänzen. Nach rund anderthalbjähriger Arbeit legt die Verwaltung das Konzept jetzt dem Rat zum Beschluss vor.
Analyse zeigt klaren Handlungsbedarf
Am Beginn des Prozesses stand die Erfassung des Ist-Zustands. Dabei erkannten die beauftragten Planungsbüros bgmr Landschaftsarchitektur und Reicher Haase Assoziierte klaren Handlungsbedarf: Durch die hohe Bevölkerungsdichte sind die Grünflächen der Nordstadt stark beansprucht. Teils werden sie so stark genutzt, dass die Grünräume selbst darunter leiden und ihre Qualität abnimmt. Zudem ist ein großer Teil der Fläche in der Nordstadt versiegelt, also zum Beispiel gepflastert oder asphaltiert. So entstehen viele Hitzeinseln, die sich an warmen Sommertagen sehr stark aufheizen und nachts kaum abkühlen. Das macht nicht nur den Aufenthalt unangenehm, sondern ist auch ungesund.
Kleinere Grünflächen in Quartieren stehen im Fokus
Einen wichtigen Gegenpol bilden zwar ausgedehnte Grünflächen wie der rund 35 Hektar große „Grüne Ring“, der auf dem früheren Gelände der Westfalenhütte entsteht. Doch das reicht nicht: Grüne, attraktive Aufenthaltsorte müssen in den Quartieren verfügbar sein, für die Bewohner*innen zu Fuß gut erreichbar. Im Fokus des Konzepts stehen daher kleinere Flächen innerhalb der Wohnquartiere.
Gemeinsames Konzept vieler Ämter
Im Jahr 2025 sammelten die Planer*innen die Wünsche, Ideen und Sorgen der Menschen, die in der Nordstadt leben. Wo ist es zu heiß, wo braucht es mehr Grün, wo muss sich anderes ändern? Der Input der Teilnehmenden bei zwei Abendveranstaltungen, einer Online-Beteiligung und mehreren Aktionen vor Ort floss in das Konzept ein.
Intensiv diskutiert wurde zudem innerhalb der Stadtverwaltung, denn es war klar: Nur ein Konzept, das alle planenden und bauenden Fachbereiche mittragen, wird Wirksamkeit entfalten. Das federführende Amt für Stadtneuerung band daher insbesondere das Stadtplanungs- und Bauordnungsamt sowie das Grünflächen- und das Tiefbauamt eng ein.
Erste Projekte folgen bereits den entwickelten Prinzipien
Im Ergebnis steht ein gemeinsames Konzept, das Maßnahmen der Klimaanpassung, Grünraumentwicklung und für mehr Aufenthaltsqualität kombiniert. Mit klaren Leitlinien und praxisnahen Checklisten ist es wegweisend für die Entwicklung der öffentlichen Räume in der Nordstadt. Bereits jetzt fließen seine Grundsätze in laufende Projekte ein, etwa in die Planungen für die südliche Münsterstraße, den Schleswiger Platz und die Grünflächen an der Leibnizstraße. Auch der „Grüne Ring“ setzt die Ideen des Konzepts schon um. Bei künftigen Vorhaben kann die Stadt dank des Konzepts Arbeits- und Abstimmungsaufwände, Zeit und letztlich Geld einsparen.
Konzept wurde zu 70 Prozent gefördert
Das Klima- und Freiraumkonzept „Nordstadt planen – grüner, kühler, schöner!“ ist Teil des Integrierten Handlungskonzeptes „Zentrale Nordstadt“ von 2023. Es bildet eine Planungsgrundlage für mehrere darin enthaltene Bauprojekte. Die Entwicklung des Konzepts hat knapp 230.000 Euro gekostet. 70 Prozent der Kosten wurden aus Mitteln der Städtebauförderung des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert. Der Anteil der Stadt Dortmund lag damit bei rund 70.000 Euro.