
Der Gitarrist, Komponist und Bandleader Matthias Spruch verbindet Jazz, Funk, improvisierte und elektronische Musik.
© Kersten Glaser
Der Förderpreis für junge Künstler*innen geht in diesem Jahr an Anna Olivia Böke und Matthias Spruch. Die mit insgesamt 15.000 Euro dotierte Auszeichnung teilen sich beide: Sie erhalten jeweils 7.500 Euro. Die Jury sieht bei beiden ein hohes künstlerisches Potenzial und will mit dem Preis ihre weitere Entwicklung unterstützen.
Anna Olivia Böke: Songwriting zwischen Ruhrgebiet und Brighton
Als „Sloe Noon“ verbindet die Gitarristin und Sängerin Anna Olivia Böke britischen Alternative Rock mit Krautrock-Einflüssen aus dem Ruhrgebiet. Ihre Musik bewegt sich zwischen Gitarren-Pop, Alt-Rock und Shoegaze. Die Jury hebt ihr eigenständiges Songwriting und ihre besondere künstlerische Sprache hervor. Inhaltlich beschäftigt sich Böke unter anderem mit Weiblichkeit und Identität. Durch die gezielte Zusammenarbeit mit Frauen möchte sie weibliche Perspektiven in der Popmusik stärken. Mit „Sloe Noon“ ist Böke international unterwegs. Sie spielte unter anderem beim „Left of The Dial“ in Rotterdam, beim „Mutations Festival“ in Brighton und beim Reeperbahn Festival. Gleichzeitig ist sie eng mit der Dortmunder Musikszene verbunden.
Matthias Spruch: Grenzen zwischen Genres überwinden
Der Gitarrist, Komponist und Bandleader Matthias Spruch verbindet Jazz, Funk, improvisierte und elektronische Musik. Die Jury würdigt seinen genreübergreifenden Ansatz und seine Fähigkeit, daraus eine eigene, zugängliche Klangsprache zu entwickeln. Spruch gestaltet auch die musikalischen Räume rund um seine eigene Arbeit aktiv mit. Mit „DAMMNATION“ bringt er junge Musiker*innen der Dortmunder Szene zusammen. Sein Format Hi-Tech Jazz verbindet Jazzimprovisation und elektronische Tanzmusik. In seinem Projekt Michalski setzt er sich mit Herkunft, Identität, Gemeinschaft und dem Strukturwandel im Ruhrgebiet auseinander. Daneben engagiert er sich im Kollektiv „Bunt oder Blau“, beim Pro Jazz e.V. und im Dortmunder Jazzclub domicil. Internationale Kooperationen, unter anderem in Leeds sowie mit Nick Littlemore und MIKA, ergänzen seine Arbeit.
Preis mit langer Tradition
Der Förderpreis wird seit 1978 alle zwei Jahre in wechselnden Kunstsparten vergeben. Der Jury gehörten an: Bürgermeisterin Ute Mais (Vorsitz), die Ratsmitglieder Andrea Keßler, Alena Blaß und Oliver Stieglitz sowie die Fachpreisrichter*innen Prof. Dr. phil. Derek K. Remes, Gilda Razani und Louisa „Lilou“ Halter.