Emschergenossenschaft beginnt in Kürze mit naturnaher Umgestaltung des Gewässers. Auch die Wege rund um das Hochwasserrückhaltebecken Emscher-Auen werden ausgebaut
Der Heimanngraben liegt auf dem Gebiet der Stadt Dortmund und mündet in Mengede in die Emscher. Die Baustellenzufahrt und -abfahrt erfolgt im Zuge der Revitalisierung des knapp 630 Meter langen Gewässerabschnittes über die Siegenstraße und über die Strünkedestraße. Ökologisch verbessert wird der Heimanngraben, indem die technischen Überformungen aus der „Köttelbecken“-Vergangenheit des Bachs zurückgebaut bzw. entfernt werden – dazu gehören alte Einleitungen und Einbauten sowie die Betonsohlschalen und Abstürze.
Von Grau zu Blaugrün – aus dem Heimanngraben soll wieder ein naturnahes Gewässer werden. Dazu wird die Emschergenossenschaft die vorhandenen Gewässerbermen (letzter Absatz der Böschung vor dem Wasser) abtragen und eine sogenannte Ersatzaue herstellen. Der Heimanngraben wird damit breiter und flacher, was der Ansiedlung von Artenvielfalten förderlich sein wird. Aufgrund bergbaubedingter Höhenunterschiede verfügt der Heimanngraben zurzeit noch über naturferne Abstürze, die wie kleine Wasserfälle wirken und eine Durchgängigkeit für Fische entgegen der Fließrichtung des Bachs nahezu unmöglich machen. Nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie müssen Fische und andere Lebewesen die Gewässer in alle Richtungen besiedeln können. Diese auch als „EU-Reisefreiheit für Fische“ bezeichnete Eigenschaft gewährleistet die Emschergenossenschaft, indem die Höhenunterschiede im Heimanngraben durch sogenannte Sohlgleiten ausgeglichen werden.
Emscher-Auen: Ausbau der Rad- und Gehwege
Im Zuge der ökologischen Arbeiten am Heimanngraben wird die Emschergenossenschaft auch die bereits vorhandenen Wege im Bereich des Hochwasserrückhaltebeckens Emscher-Auen, das sich auf den Stadtgebieten von Dortmund und Castrop-Rauxel befindet, ausbauen und ertüchtigen. Dabei werden unter anderem Asphaltoberflächen zurückgebaut, die während der Erstellung der Hochwasserschutzanlage als Baustraße dienten. Die Herstellung des Wegenetzes in diesem Bereich erfolgt als wassergebundene Wegedecke.
Während der Bauarbeiten kann es abschnitts- und zeitweise zu Umlenkungen des Radverkehrs um das Hochwasserrückhaltebecken kommen. Ebenso ist mit Baustellenverkehr an der Strünkedestraße und Siegenstraße zu rechnen. Die Emschergenossenschaft wird alles Mögliche unternehmen, um etwaige Beeinträchtigungen für die Anwohnerinnen und Anwohner auf ein Minimum zu reduzieren, und bittet vorsorglich um Verständnis.
Emschergenossenschaft
Am 14. Dezember 1899 als erster deutscher Wasserwirtschaftsverband gegründet, ist die Emschergenossenschaft heute gemeinsam mit dem 1926 gegründeten Lippeverband Deutschlands größter Betreiber von Kläranlagen und Pumpwerken. Die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Unternehmens sind die Abwasserentsorgung, der Hochwasserschutz sowie die Klimafolgenanpassung. Ihr bekanntestes Projekt ist der Emscher-Umbau (1992-2021), bei dem die Emschergenossenschaft im Herzen des Ruhrgebietes eine moderne Abwasserinfrastruktur baute. Dafür wurden 436 Kilometer an neuen unterirdischen Abwasserkanälen verlegt und vier Großkläranlagen gebaut. Rund 340 Kilometer an Gewässern werden insgesamt renaturiert. Parallel entstanden in enger Kooperation mit den kommunalen Partnern über 360 Kilometer an Rad- und Fußwegen, die das neue blaugrüne Leben an der Emscher und ihren Nebenläufen erleb- und erfahrbar machen. www.eglv.de