
„Die Koalition der Willigen“: 14 Teilnehmende bei der Neujahrswanderung des Heimatvereins Mengede.
Die erste Wanderung des Jahres war ein voller Erfolg
Von Diethelm Textoris
Es gibt kein schlechtes Wetter, wenn die Laune gut ist. Das sagte sich die Wandergruppe des Mengeder Heimatvereins und plante trotz frostiger Wetterprognosen mit Schneeregen eine Neujahrswanderung. Und tatsächlich machten sich 14 Unermüdliche am ersten Januar auf den Weg zu einer 10 Kilometer langen Wanderung vom Mengeder Heimathaus bis nach Deusen. Wobei fünf von ihnen älter als 80 Jahre waren. Scherzhaft machte der lockere Spruch die Runde: „Wer im Zweiten Weltkrieg in der Sch…. gelegen hat, und sei es in den Windeln, den kann nichts mehr erschüttern.“Die Wanderstrecke führte zunächst über den Emscherweg in den Volksgarten, vorbei am Mengeder Heimatwald zur Altmengeder Straße und dem schmucken Fachwerkhaus von Familie Lehmhaus, das in der Denkmalliste der Stadt Dortmund geführt wird und zu den ältesten und schönsten Gebäuden von Schwieringhausen zählt.

Naturschutzgebiet im Siesack.
Es wurde nicht nur von den Lüner Gästen bewundert. Und das deutsche Obstbaummuseum nebenan, ein Projekt der „Schutzgemeinschaft Deutscher Wald“, kannten selbst nicht alle mitwandernden Mengeder. Beim Anblick der ehemaligen Gaststätte Schaarmann erinnerte sich Heinrich Westermann auch nach über 40 Jahren noch an die vorzüglichen Reibekuchen, die es dort gab. Aber auch die Feste im schattigen Biergarten werden viele Mengeder noch in Erinnerung haben. Von besonderem Reiz war der etwa 1,5 Kilometer lange Wegabschnitt durch das Naturschutzgebiet „Im Siesack“, das bei Dunst, Nebel und Raureif die Wirkung eines Zauberwaldes hatte. Die schwarzen Ungeheuer auf der Wiese entpuppten sich bei genauem Hinsehen als die dort ansässigen Heckrinder. Ganz harmlos sind sie allerdings nicht. Sie wurden angesiedelt, um Spaziergänger und Wanderer vom Betreten der Schutzzonen abzuhalten.

Glühweinpause in Ellinghausen an der Königsmühle.
Ein erster Höhepunkt war die Picknickpause an der Hütte vor dem Gut Königsmühle. Der Wanderführer konnte aus seinem Rucksackvorrat gleich vier Getränkesorten anbieten: Glühwein mit oder ohne Schuss, alkoholfreien Glühwein, ebenfalls mit oder ohne Rum. Apropos Rum: Birgit hatte eine Flasche von Rumtopf abgefüllt. Elisabeth hatte selbst hergestelltes Weihnachtsgebäck mitgebracht und die Lebkuchensterne aus dem Abverkauf von Lidl waren herunterspült mit Glühwein gar nicht mehr so trocken. Um Missverständnissen vorzubeugen: Die Getränke wurde wohlproportioniert in kleinen Mengen angeboten und waren auch nicht als Stimmungsaufheller nötig, weil die Stimmung in der Gruppe eh gut war. Für viele der Wandernden neu war der folgende erst im vergangenen Jahr freigegebene Weg entlang der neuen Emscherauen in Ellinghausen. Inzwischen ein wahres Naturparadies. Hier fließt die Emscher mäandrierend durch die Auen, und auch im Winter kann man hier unzählige Vögel entdecken, außer den dominierenden Möwen konnten die Wandernden konnten Grau- und Silberreiher ausmachen.

Aus dem Deusenberg wehte ein frischer Wind.
Am Deusenberg nahm fast die gesamt Gruppe die Herausforderung an und wählte die anstrengende und auch längere Variante über die Höhe. Auch Günter Heymer, mit 87 Jahren der älteste Teilnehmer, schaffte nicht ohne Stolz die 278 Stufen der 137 Meter langen Haupttreppe und das sich anschließende kurze Steilstück bis zum 120 m hohen Deusenberg. Die Landmarke war früher eine Mülldeponie, heute ist sie ein beliebtes Naherholungsgebiet, das für die Bundesgartenschau 2027 im Augenblick noch besonders herausgeputzt wird und eine zusätzliche „Himmelsleiter“ von Westen erhalten soll. Trotz des recht verhangenen Himmels lohnte sich für die Wanderer der „Höhenflug“ mit dem Gipfelrundgang, denn die Aussicht reichte bis nach Lünen im Nordosten und zu den hohen Gebäuden der Dortmunder Innenstadt mit Fernsehturm und dem Borussia Stadion im Süden. Nach Überquerung der renaturierten Emscher folgte ein Wegabschnitt durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet in Deusen. Zum Abschluss folgte ein kurzes Stück über den Leinpfand des Dortmund-Ems-Kanal.
Von der Bushaltestelle Deusen brachte ein Bus der Linie 475 die Gruppe zurück nach Mengede, wobei dem Busfahrer die Freude anzumerken war, dass sein zuvor leerer Bus mit 14 Fahrgästen „bevölkert“ wurde.
Fotos: Diethelm Textoris