Neujahrsempfang 2026

Foto: K.N.

Neujahrsansprache zum Empfang vom
22. 1. 2026 im Mengeder Saalbau

Von Bezirksbürgermeister Axel Kunstmann

Liebe Gäste des Neujahrsempfangs 2026,

von meiner Seite auch noch einmal ein herzliches Willkommen zum diesjährigen Neujahrsempfang. Und vielen Dank an Bürgermeisterin Britta Gövert für ihre einleitenden Grußworte.
Es ist schon etwas Besonderes und eine Premiere, was wir hier und heute bei diesem Empfang erleben. Das hat es – meines Wissens – die ganzen Jahre zuvor nicht gegeben.

Was ich meine. Immer hat die Bezirksvertretung auch den jeweiligen Dortmunder Oberbürgermeister zu dieser unserer Zusammenkunft im neuen Jahr eingeladen – allerdings bislang immer ohne Erfolg. Jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern, einen der Herren OBs hier gesehen zu haben – und ich bin ja auch schon ein paar Jahre im politischen Geschäft.

Darum erfreut es mich umso mehr, dass unser neuer OB, wenn er schon nicht selber kommen kann, eine Vertreterin zu uns nach Mengede geschickt hat. 

Vielen Dank Herr Kalouti, vielen Dank liebe Britta.

Allerdings muss ich auch gestehen, dass ich – gleich zu Beginn seiner Amtszeit – mit unserem neuen OB schimpfen musste. Mitte Dezember gibt es immer ein Treffen des OBs mit den Dortmunder Bezirksbürgermeister*innen. So auch in diesem Jahr. Leider hatte kurz vorher unser neuer OB – meines Erachtens vollkommen unnötig – einen Gedanken aus dem Hut gezaubert, den wir eigentlich schon seit Jahren vom Tisch gesehen hatten, ein Projekt gegen das viele Mengederinnen und Mengeder vor zwölf, dreizehn Jahren erfolgreich gekämpft hatten: Groppenbruch. Ich frage mich, warum muss Herr Kalouti seine gerade erst begonnene Amtszeit mit alten, abgewrackten Kamellen starten, wo es doch so viele andere Dinge gibt, die erst einmal zu klären und zu regeln wären. 

Warum muss wieder einmal der Versuch gestartet werden ein Naherholungsgebiet mit landwirtschaftlicher Nutzung in ein Gewerbegebiet oder Schlimmeres umzuwandeln.

Wie damals – vor gefühlt 20 Jahren – sage ich es heute noch einmal: nicht mit uns. Und ich weiß – wie damals – die Landwirte auf unserer Seite. Groppenbruch brauchen wir als Frischluftschneise und grünen Gürtel in unserem Stadtbezirk.

Wir wissen es alle, wir sollen demnächst einen riesigen Logistik- und Gewerbepark bekommen, ich spreche hier vom ehemaligen Kneppergelände, allerdings weiß bis heute keiner, wer das Areal demnächst besiedeln wird, und solange das so ist, brauchen wir uns – so meine ich – auch keine Gedanken machen, welche weiteren Grünflächen wir als nächstes zuasphaltieren wollen.

Ich habe mir erlaubt, bei dem besagten Begrüßungstreffen im Dezember Herrn Kalouti einzuladen, dieses besagte Segro-Gelände mit uns zu besuchen. Diese Einladung erging übrigens auch an den für Tiefbau zuständigen Dezernenten Herrn Rybicki. Und vielleicht ergibt sich ja sogar eine Chance mit diesen Herren weitere Bereiche im Umfeld unseres Stadtbezirks anzuschauen, die gerade zugepflastert werden: die Baustelle am Dicken Dören in Waltrop, direkt an Groppenbruch; das Hillwood-Gelände in Brambauer, direkt an Schwieringhausen; das Gewerbegebiet Deininghauser Weg in Ickern; das riesige IKEA-Lager auf der Ellinghauser Halde.

Vielleicht mag bei einer solchen Rundfahrt ja auch der eine oder andere der Stadt-Oberen erkennen, dass Mengede nicht nur von Autobahnen eingekreist ist, sondern auch von etlichen Gewerbe-flächen in unmittelbarer Nachbarschaft. Vielleicht muss dies einfach mal deutlicher vor Augen geführt werden.

Daher: wir brauchen keine neuen Projekte oder einen Neu-Aufguss von alten Plänen. Die Stadt sollte erst einmal dafür sorgen, dass all die angefangenen und noch nicht zu Ende gebrachten Projekte abgeschlossen werden. 

Als ich mich vor einem Jahr entschied doch noch einmal als Kandidat für das Bezirksbürgermeister-Amt anzutreten, geschah das nicht nur aufgrund Drängens etlicher Teile der Mengeder Bevölkerung, es war eigentlich in erster Linie mehr der Wunsch endlich das zu Ende zu bringen, was wir in der Mengeder BV bereits vor Jahren – teilweise sogar vor 5 und mehr Jahren – angestoßen hatten und was bislang noch nicht zu Ende geführt wurde.

Erlauben Sie mir, dass ich hierzu einige Beispiele aufführe. Ich denke da an den Eingangsbereich Volksgarten und an den neuen Spielplatz in diesem Park. Ich denke an die Umkleiden bei Rot-Weiß Germania und die Sanitäranlagen bei Mengede 08/20. Ich denke an die beiden maroden Brücken, die Schwieringhauser und die Groppenbrucher Brücke. Ich denke an die ehemalige Kaufland-Immobilie, wo es kein Vorankommen gibt, nur Behinderungen. Die Dependance der Musikschule am Mengeder Busbahnhof lässt weiter auf sich warten und last but not least sind da all die verschiedenen Maßnahmen, die im Rahmen der IGA 2027 noch umgesetzt werden sollen.

Ich hoffe, dass all diese Projekte, die schon seit Langem bei der Stadt in der Planung stecken, endlich realisiert werden. Doch wenn ich hier von Hoffnung spreche, dann meine ich nicht so etwas wie „die Hoffnung stirbt zuletzt“. Es ist kein, ich bleibe zuversichtlich, ich bewahre mir doch noch einen Funken Optimismus, ich glaube letztlich doch an eine positive Wendung.

Wenn ich hier von Hoffnung spreche, dann meine ich nicht diese positive Erwartungshaltung gegenüber der Zukunft, verbunden mit dem Wunsch, dass bestimmte Ereignisse schließlich doch eintreten.

Diese Erwartungshaltung üben wir nun zum Teil schon seit Jahren – vergeblich. 

Diese meine Hoffnung entspricht eher dem „Prinzip Hoffnung“ im Blochschen Sinn.

Ich verstehe Hoffnung nicht als passives Wunschdenken, sondern als einen aktiven Affekt, der uns Menschen dazu motiviert, sich mit dem gegenwärtigen Schlechten nicht abzufinden und sich aktiv für eine bessere, vielleicht auch utopische Zukunft zu engagieren.

Das Prinzip Hoffnung – wie Ernst Bloch es denkt – fordert uns Menschen auf, bewusst und aktiv auf eine gerechtere, erfülltere und humanere Welt hinzuarbeiten.

Dies wollen wir hier in Mengede im Kleinen versuchen.

Und dazu braucht es das Mit- und Zutun aller Mitglieder unserer Zivilgesellschaft – also euch!

Ein ehrenamtlicher Bezirksbürgermeister – wie ich es bin – kann seine Augen nicht gleich intensiv in alle Richtungen lenken. Auch wenn er das natürlich versucht.

Er braucht die Unterstützung seiner Stellvertreter, der Fraktionssprecher*innen, jedes einzelnen Mitglieds in der Bezirksvertretung und der örtlichen Vertreter*innen im Rat und den Beiräten. Er braucht die Unterstützung der Menschen in den Vereinen, Initiativen und offiziellen Gremien. 

Diese Unterstützung habt ihr mir in der vergangenen Zeit auf vielfältige Weise zukommen lassen. Und dafür bin ich euch wirklich dankbar.  Aber ich würde mir noch mehr wünschen: nämlich, dass sich jeder von uns angesprochen fühlt, sich besonders um ein Projekt zu kümmern, das ihm oder ihr besonders am Herzen liegt, und da intensiv am Ball zu bleiben und gegebenenfalls auch zu nerven.  

Nur so können wir mehr Druck auf die Verwaltung und die Institutionen ausüben und vielleicht doch eine schnellere Umsetzung erreichen. Das hoffe ich jedenfalls.

Also lasst uns gemeinsam das Beenden, was bereits angefangen wurde, und gemeinsam das Anpacken, was erst noch Wirklichkeit werden soll.

Diese Hoffnung möchte ich in diesem Jahr mit euch teilen und euch nochmals dafür danken, was ihr im vergangenen Jahr bereits geleistet und auf den Weg gebracht habt.

Ich möchte enden mit einem Satz, den mit Sicherheit der eine oder die andere vor noch gar nicht allzu langer Zeit gesungen hat:

„Die Hoffnung und Beständigkeit

Gibt Mut und Kraft zu jeder Zeit“

O Tannenbaum!

Vielen Dank!

*****************

Programmpunkte des Neujahrsempfangs im Mengeder Saalbau

Musikalische BeitrÄge durch den Chor des „Heinrich-Heine-Gymnasiums“

Grußwort der  Bürgermeisterin Britta Gövert

Ansprache des Bezirksbürgermeisters Axel Kunstmann

Büfett