JAGD & HUND: Verwaltung schweigt weiter
Ethikkommission immer noch ungeklärt
Auch in diesem Jahr findet in Dortmund wieder die internationale Jagdmesse „JAGD & HUND“ statt. Die Ratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN & Volt kritisiert erneut die fehlende Transparenz und die ausbleibenden Antworten der Stadtverwaltung zu zentralen Fragen rund um die Messe.
Bereits im September 2025 hatten die GRÜNEN über den Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften eine Anfrage inklusive Rechtsgutachten an die Verwaltung gestellt. Ziel war es, rechtliche Möglichkeiten zu prüfen, die Messe auf Angebote aus der Europäischen Union zu beschränken und so problematische Jagdpraktiken – etwa Trophäenjagd und Wildtierimporte aus Drittstaaten – einzudämmen. Insbesondere die Großwildjagd auf Elefanten, Giraffen und Nashörner sorgt in Dortmund immer wieder für Aufsehen.
Bis heute liegt dazu keine Antwort der Verwaltung vor.
„Es ist nicht akzeptabel, dass ein fundiertes Rechtsgutachten seit Monaten unbeantwortet bleibt. Der Rat und die Öffentlichkeit haben ein Recht darauf zu erfahren, welche rechtlichen Spielräume die Stadt hat, um diese Messe verantwortungsvoll zu gestalten“, erklärt Fraktionssprecherin Katrin Lögering. „Die weiterhin fehlende Rechtseinschätzung ist ärgerlich, insbesondere weil der Rechtsdezernent Norbert Dahmen (CDU) die Stadt Dortmund im Aufsichtsrat der Westfalenhallen vertritt.“
Zusätzlich herrscht weiterhin Unklarheit über die Umsetzung der vom Rat beschlossenen Ethikkommission, die die Jagdmesse und die sogenannten Jagdtrophäen-Angebote bewerten soll. Trotz des eindeutigen Ratsbeschlusses vor vier Jahren ist bislang nicht transparent, wann mit einem Ergebnis der Kommission zu rechnen ist.
„Der Ratsbeschluss zur Einrichtung einer Ethikkommission darf kein Papiertiger bleiben. Gerade angesichts der anhaltenden Kritik an der Jagdmesse erwarten wir, dass die Verwaltung hier endlich tätig wird“, so Lögering weiter. „Der Beschluss erfolgte seinerzeit mit den Stimmen der CDU, sodass wir auch vom neuen CDU-Oberbürgermeister eine Umsetzung erwarten.“
GRÜNE & Volt fordern die Verwaltung auf, umgehend Stellung zu beziehen, das angeforderte Rechtsgutachten einzuordnen und einen konkreten Fahrplan zu einem Ergebnis der Ethikkommission vorzulegen.
Hintergrund:
Bereits mehrfach hatten die GRÜNEN auf rechtliche Möglichkeiten hingewiesen, die Messe stärker zu regulieren und problematische Angebote auszuschließen:
- https://www.gruene-do.de/rechtliche-moeglichkeiten-zur-beschraenkung-der-messe-jagd-hund-auf-angebote-aus-der-eu/
- https://www.gruene-do.de/eu-statt-elefantenjagd-gruene-fordern-eu-beschraenkung-fuer-dortmunder-jagdmesse/
- https://www.gruene-do.de/gruene-kitisieren-unzulaessige-angebote-auf-der-jagdhund/
- https://www.gruene-do.de/gruene-fordern-moratorium-fuer-jagdreiseangebote-in-den-westfalenhallen/