GRÜNE & Volt fordern weitere Unterstützungen für betroffene Kinder
Die Zahl der Dortmunder Grundschulen mit einem hohen Sozialindex ist erheblich gestiegen. Das ist das Ergebnis einer neuen Untersuchung des Landes in Zusammenarbeit mit der Ruhr Uni Bochum. Seit 2020 erstellt das Land regelmäßig einen Schulsozialindex,
mit dem die unterschiedlichen Rahmenbedingungen der Schulen abgebildet werden. Die Schulen mit einem hohen Index liegen dabei überwiegend in den Teilen der Stadt mit einer hohen Armutsquote und einem hohen Anteil migrantischer Bürger*innen.„Nach der neuen Untersuchung liegt mittlerweile ein Viertel aller Grundschulen in den höchsten Sozialindex-Stufen 7,8 und 9. Um es klar zu sagen: Das liegt nicht an der Arbeit der Schulen, sondern an den schwierigen Rahmenbedingungen. Viele der dort unterrichteten Kinder wachsen in Armut, unterschiedlichen kulturellen Lebenswelten und mit großen Sprachschwierigkeiten auf. Das Ergebnis der neuen Studie zeigt: Wir müssen nicht nur in Schulgebäude und Schulsanierung investieren, sondern weiter massiv auch in die Unterstützung der vielen Grundschulkinder, die in schwierigen Verhältnissen leben. Für uns wird das ein wichtiger Punkt bei den Beratungen zum Haushalt 2027 und den dabei noch vorhandenen finanziellen Möglichkeiten sein“, bewertet Britta Gövert, Mitglied der Fraktion GRÜNE & Volt im Schulausschuss, die aktuelle Situation.
Zusätzlich beunruhigend ist, dass laut der Studie der Uni Bochum sich die Bedingungen auch für viele weitere Schulen verschlechtert haben. Das führt dazu, dass nur jede vierte der Grundschulen in Dortmund den Sozialindex von 2023 halten konnte. Für GRÜNE & Volt ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass sich insgesamt die sozialen Bedingungen für immer mehr Kinder verschlechtern.
Britta Gövert: „Wir haben in den letzten Jahren als Fraktion mit Anträgen auf viele Maßnahmen gedrängt, um die betroffenen Grundschulen vor Ort zu stärken. Das betrifft zum Beispiel die Entfristung von zusätzlichen Stellen der Schulsozialarbeit, die im Rahmen des Corona-Aufholprogramms eingerichtet worden waren. Das betrifft die Einführung von Integrationshelfer*innen in den Eingangsklassen der Schulen als Unterstützung im Unterricht, bei organisatorischen Abläufen und als zusätzliche Ansprechperson und Hilfe in den Klassen. Und das betrifft auch das Projekt “Lernen neu denken”, mit dem coronabedingte Lern- und Entwicklungsrückstände sowie soziale Benachteiligungen für SchülerInnen in Grundschulen mit hohem Sozialindex ausgeglichen werden. Das alles hilft nicht nur den Kindern, sondern führt auch zu einer Entlastung der jeweiligen Lehrer*innen.“
Eine wichtige Maßnahme zur Verbesserung der Situation vieler armutsgefährdeter Kinder sind auch die Mittel für Bildung und Teilhabe. Damit können unter anderem Beiträge z. B. im Sportverein oder in der Musikschule und die Ausstattung mit persönlichem Schulbedarf gefördert werden. Und auch Zuschüsse für die gemeinschaftliche Mittagsverpflegung von Schüler*innen sowie von Kindern in Kindertagesstätten und in der Kindertagespflege werden gezahlt.
„Das Verfahren zur Bewilligung dieser Gelder ist allerdings für viele Familien nach wie vor zu kompliziert. Viele der Mittel werden deshalb gar nicht abgerufen. Deshalb haben wir nun für den nächsten Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie den Tagesordnungspunkt angemeldet, um zu einer Vereinfachung des Verfahrens zu kommen“, so Britta Gövert abschließend.
Quelle: Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN & Volt