
Mario Lars: Bücher
Anna Stern: Die weiße Nacht
Von Ulrike Esperester – Buchhandlung am Amtshaus
Anne Stern ist als Autorin bekannt für ihre historischen Romane um die Hebamme Fräulein Gold, die in den 20er und 30er Jahren spielen.
Ihr neues Buch ist der Auftakt einer Krimi-Reihe, die in Berlin im Hungerwinter 1946/47 spielt. Als promovierte Historikerin beobachtet sie dabei sehr genau die politische und soziale Situation.
Die Fotografin Lou Faber, die während der NS-Zeit im Widerstand war und fast alle ihre Freunde verloren hat, versucht sich mit dem Verkauf von Fotos des zerstörten Berlins über Wasser zu halten. Dabei findet sie eines Nachts eine Frauenleiche in einem zerbombten Haus. Diese liegt im Schnee und schwarzes, langes Haar umfängt ihren Kopf. Erst nachdem sie Fotos gemacht hat benachrichtigt sie die Polizei. Sie trifft auf Kommissar König, der die letzten Kriegsjahre als Gegner der Nazis im Zuchthaus gesessen und nun als politisch unbedenklich gilt. Die beiden werden nach vielen Auseinandersetzungen ein Team und Lou ist mit ihrem scharfen Blick für Details die ideale Ergänzung zu Königs analytischem Verstand. Gemeinsam kommen sie einem Serienmörder auf die Spur, der schon in der NS-Zeit gemordet hat.
In diesem Krimi schafft Anne Stern es, uns mitzunehmen in ein völlig zerstörtes Berlin. Zu Menschen, die jeden Tag ums Überleben kämpfen und trotzdem noch nach vorne schauen und mit dem Wideraufbau beginnen.
Die Geschichte hat mich sofort gefesselt und ich freue mich schon auf das nächste Buch mit dem Ermittlerteam Lou und König.