KiBiz-Änderungen gehen an der Realität der Beschäftigten vorbei – Gute Arbeit in Kitas braucht mehr als Ankündigungen
Die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) in der SPD Dortmund kritisiert die von der NRW‑Landesregierung geplanten Änderungen am Kinderbildungsgesetz (KiBiz) als unzureichend und realitätsfern. Aus Sicht der AfA verfehlt der aktuelle Entwurf das zentrale Ziel, die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in Kitas und der Kindertagespflege nachhaltig zu verbessern und die Qualität frühkindlicher Bildung zu sichern.„Die Beschäftigten in Dortmunder Kitas arbeiten seit Jahren am Limit. Fachkräftemangel, hohe Krankenstände, Überlastung und unzureichende Finanzierung prägen den Alltag. Wer unter diesen Bedingungen von Qualität spricht, muss zuerst über gute Arbeit sprechen“, erklärt Ulrich Piechota Vorsitzender der AfA Dortmund.
Beschäftigte weiter unter Druck
Die AfA Dortmund sieht insbesondere die Situation der pädagogischen Fachkräfte kritisch:
- Personalmangel bleibt ungelöst
Der Gesetzentwurf benennt den Fachkräftemangel, liefert aber keine verbindlichen Maßnahmen zur Entlastung der Beschäftigten. Ohne bessere Personalschlüssel, verlässliche Vertretungsregelungen und echte Fachkräfteoffensiven droht die weitere Abwanderung aus dem Beruf. - Arbeitsbedingungen verschlechtern sich weiter
Steigende Dokumentationspflichten, fehlende Vorbereitungszeiten und hohe Belastungen führen zu wachsender Unzufriedenheit. Viele Beschäftigte berichten von Erschöpfung und gesundheitlichen Problemen. - Tarifbindung nicht ausreichend abgesichert
Gute frühkindliche Bildung braucht tariflich abgesicherte, fair bezahlte Arbeit. Die AfA fordert eine klare Stärkung tarifgebundener Träger und eine auskömmliche Finanzierung, die Tarifsteigerungen vollständig abbildet.
- Qualität droht zur Verhandlungsmasse zu werden
Modelle wie Kernzeiten oder flexible Betreuungslogiken dürfen nicht zulasten pädagogischer Qualität und der Beschäftigten gehen.
AfA Dortmund fordert klare Nachbesserungen von der Landesregierung:
- Eine auskömmliche, dynamisierte Finanzierung, die Tarifsteigerungen, Sachkosten und Qualitätsstandards vollständig berücksichtigt.
- Verbindliche Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, insbesondere bessere Personalschlüssel, mehr Vorbereitungszeit und verlässliche Vertretungsregelungen.
- Eine echte Fachkräfteoffensive, inklusive besserer Ausbildungsbedingungen, Anerkennung ausländischer Abschlüsse und langfristiger Bindung an den Beruf.
- Konsequente Einbindung von Gewerkschaften, Beschäftigtenvertretungen und Trägern in die Weiterentwicklung des KiBiz.
Gute Bildung braucht gute Arbeit
„Frühkindliche Bildung ist kein Sparmodell. Sie ist eine öffentliche Aufgabe und eine Investition in soziale Gerechtigkeit. Wer Kitas stärken will, muss die Beschäftigten stärken“, betont Ulrich Piechota weiter.
Die AfA Dortmund wird sich gemeinsam mit Gewerkschaften, Trägern und Eltern weiterhin für ein KiBiz einsetzen, das Qualität sichert, gute Arbeit ermöglicht und den Bedürfnissen von Kindern und Familien gerecht wird.