„Betroffene rechter Straftaten sind auf unseren Schutz vor Angriffen angewiesen“
Im Jahr 2025 wurden in Dortmund 290 politisch rechts motivierte Straftaten erfasst. 2024 waren es 295 politisch rechts motivierte Straftaten. Damit wurden in Dortmund nach Köln und Düsseldorf die meisten rechtsextremen Straftaten gezählt Die Daten hat die Grüne Landtagsfraktion beim NRW-Innenministerium eingeholt. In ganz NRW sind die politisch rechts motivierten Straftaten erneut angestiegen – von 5641Taten in 2024 auf 6268 im Jahr 2025, das ist ein Plus von rund 11 Prozent. Damit wurden in NRW so viele rechtsextreme Straftaten angezeigt wie noch nie seit Einführung des Erfassungssystems im Jahr 2001.„Jeden Tag werden in NRW im Schnitt 17 rechtsextreme Straftaten verübt. Auch wenn die Zahlen in Dortmund konstant geblieben sind, stagnieren sie auf hohem Niveau. Zudem ist der landesweite Höchststand besorgniserregend”, sagt Michael Röls, Landtagsabgeordneter aus Dortmund. „Wir müssen uns als Gesellschaft dagegenstellen, dass viele Menschen alltäglich mit diskriminierenden und menschenverachtenden Äußerungen und Angriffen konfrontiert sind. Jede und jeder ist aufgefordert, menschenverachtendem Gedankengut entschieden zu widersprechen. Nur so können wir dazu beitragen, dass sich alle Menschen in Dortmund sicher fühlen können.”
Landesweit wurden 13 Prozent mehr antisemitische Straftaten verübt (695 in 2024, 786 in 2025). Bei den islamfeindlichen Straftaten gab es einen leichten Rückgang um 2 Prozent (338 in 2024, 330 in 2025). Die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Orientierung ist um 27 Prozent angestiegen (203 in 2024, 257 in 2025) und es wurden 47 Prozent mehr antiziganistische Straftaten erfasst (30 in 2024, 44 in 2025). Alarmierend ist zudem, dass die Anzahl der Gewalttaten um 24 Prozent gestiegen ist (154 in 2024,191 in 2025).
„Der Rechtsextremismus ist auch in NRW weiterhin die größte Gefahr für unsere Demokratie. Nicht zuletzt die anhaltend hohen Umfragewerte der AfD machen deutlich, wie sehr rassistische, antisemitische und rechtsextreme Positionen in der Gesellschaft normalisiert worden sind. Der starke Anstieg von Gewalttaten lässt erkennen, dass aus Worten Taten werden”, sagt der Landtagsabgeordnete Röls weiter. „Als schwarz-grüne Koalition stellen wir uns entschieden dem Rechtsextremismus entgegen. So haben wir beispielsweise die Finanzierung der Beratungsstellen gegen Rechtsextremismus erhöht, die Landeszentrale für politische Bildung gestärkt und weitere Meldestellen für rassistische Vorfälle und Queerfeindlichkeit eingerichtet. Mit der Reform des Verfassungsschutzgesetzes haben wir auf eine geänderte Sicherheitslage reagiert und den Sicherheitsbehörden die nötigen Befugnisse zur gezielten Aufklärung auch des Rechtsextremismus eingeräumt.”
Die Grüne Landtagsfraktion erfragt seit 2011 jährliche Details zur politisch motivierten Kriminalität rechts sowie zu einzelnen Phänomenen der Hasskriminalität ab.
Hier eine Kurzauswertung für ganz NRW für das Jahr 2025:
Politisch rechts motivierte Kriminalität (PMK Rechts) 2025
Anstieg von 5.641 Straftaten in 2024 auf 6.268 in 2025 (11%)
Gewalttaten gestiegen (2024: 154, 2025: 191)
Die meisten Gewalttaten sind Körperverletzungsdelikte: 183 von 191 (96%)
Die meisten Straftaten entfallen auf die Themenfelder Nationalsozialismus/Sozialdarwinismus (4.180), Hasskriminalität (2.172) und Fremdenfeindlichkeit (2.088)
Antisemitische Straftaten 2025
Anstieg von 695 in 2024 auf 786 in 2025 (13%)
Etwa 42% der Straftaten werden der PMK Rechts zugeordnet. 23% der Straftaten werden der PMK Ausländische Ideologie, 13% der PMK Religiöse Ideologie und 20% der PMK Sonstige zugeordnet.
Es gab 9 Gewaltdelikte. Etwa 1% aller antisemitischen Straftaten sind Gewalttaten.
Islamfeindliche Straftaten 2025
Leichter Rückgang von 338 in 2024 auf 330 in 2025 (-2%)
Die meisten Straftaten werden der PMK Rechts zugeordnet (80%)
Es gab 25 Gewaltdelikte. Etwa 8% aller islamfeindlichen Straftaten sind Gewalttaten.
Flüchtlingsfeindliche Straftaten 2025
Anstieg von 279 in 2024 auf 285 in 2025 (2%)
Die meisten Straftaten werden der PMK Rechts zugeordnet (88%)
Es gab 12 Gewaltdelikte. Etwa 4% aller flüchtlingsfeindlichen Straftaten sind Gewalttaten.
Antiziganistische Straftaten 2025
Anstieg von 30 in 2024 auf 44 in 2025 (47%)
Die meisten Straftaten werden der PMK Rechts zugeordnet (82%)
Es gab 1 Gewaltdelikt. Etwa 2% aller antiziganistischen Straftaten sind Gewalttaten.
Queerfeindliche Straftaten 2025
Straftaten gegen die sexuelle Orientierung stiegen von 203 in 2024 auf 257 in 2025 (27%)
Straftaten gegen die geschlechtsbezogene Diversität stiegen von 105 in 2024 auf 162 in 2025 (54%)
Straftaten aufgrund politischer Ausrichtung 2025
2025 erstmals ausgewiesen: 8.391 Straftaten
32% der Straftaten werden der PMK Sonstige zugeordnet, 29% der PMK Rechts und 27% der PMK Links
Es gab 274 Gewaltdelikte. Etwa 3% aller Straftaten sind Gewalttaten.
Straftaten gegen Menschen mit Behinderung 2025
2025 erstmals ausgewiesen: 33 Straftaten
73% der Straftaten werden der PMK Rechts zugeordnet (24 Straftaten)
Straftaten aufgrund des gesellschaftlichen Status 2025
2025 erstmals ausgewiesen: 34 Straftaten
56% der Straftaten werden der PMK Links zugeordnet (19 Straftaten)
4 Straftaten richteten sich gegen obdachlose Menschen.