„Noah rockt“ 20 Jahre

„Noah rockt“
20 Jahre Musik, Haltung und Gemeinschaft
in der ev. Noah-Kirchengemeinde 

Von Katrin Staudinger

„Bitte verbieten Sie Frau Budde und ihre Teufelsmusik“, stand auf einem Zettel der vor fast 20 Jahren an der Kirchentür der ev. Noah-Kirchengemeinde in Nette klebte. Die Live-Konzertreihe „Rock den Turm“, gestartet von der Kinder und Jugendarbeiterin Bianca Budde im Jahr 2005, begeisterte nicht jedes Gemeindemitglied aus der Nachbarschaft.
Heute ist das alte Kirchengebäude inklusive dem charakteristischen einzelstehendem Kirchturm an der Joachim-Neander-Straße, längst einem Kindergarten und Wohngebäuden gewichen, aber die kostenlosen Konzertreihe gibt es immer noch. 
Nach dem Umzug nach Dortmund Bodelschwingh ging es unter dem Namen „Noah rockt“ weiter. Das kostenlose Festival findet am Samstag, 30. Mai 2026, von 14 bis 22 Uhr an der Schlosskirche Bodelschwingh, Parkstraße 9 in Dortmund, statt.,

„Die Idee ist Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Möglichkeit zu bieten, Livemusik zu erleben. Konzert- und Festivaltickets sind sehr teuer, im Rahmen der Jugendarbeit wollten wir das kostenlos anbieten, Snacks und Getränke gibt es bei uns für einen kleinen Preis“, erklärt Jugendmitarbeiterin Bianca Budde. Die Bands treten ohne Gage auf, junge Musikerinnen und Musiker sammeln erste Bühnenerfahrungen, und viele von ihnen kommen später gerne wieder. So standen auch diverse Jugendkellerbands aus der Gemeinde auf der Bühne. 

20 Jahre Rock gegen Rechts

Schon immer positionierte sich das Festival klar gegen Rechtsextremismus. Gerade früher kam es immer wieder zu Einschüchterungsversuchen durch rechte Gruppen. Doch die Veranstalterinnen blieben konsequent. „Das war mir immer egal. Nachgeben kam nie infrage“, sagt Bianca Budde es rückblickend, auch wenn sie früher einmal sogar mit Polizeischutz nach Hause gehen musste. Heute sei es deutlich ruhiger geworden, auch weil man sich nie habe einschüchtern lassen.

Dass das Festival bis heute funktioniert, liegt vor allem an den vielen Ehrenamtlichen. Von morgens um 10 Uhr bis nachts um 23.30 Uhr helfen Unterstützerinnen und Unterstützer beim Aufbau, an den Ständen und hinter den Kulissen. „Ohne diese Hilfe wäre das alles gar nicht möglich.“

Besonders freut sich die Organisatorin jedes Jahr auf die Bands. Einige Musiker begleiten das Festival schon seit Jahren manchmal in ganz unterschiedlichen Formationen und kommen heute mit ihren Kindern. In diesem Jahr gehören unter anderem die Orchesterklasse der Huckarder Gesamtschule dazu, in der sogar eine ehemalige Konfirmandin mitspielt. Auch „3dirty7“ und „Omas Zwerge“, die bereits mehrfach aufgetreten sind, stehen wieder auf der Bühne. „Das ist schon ein besonderes Phänomen“, sagt Bianca Budde. „Wer einmal bei uns gespielt hat, möchte meistens wiederkommen.“

Im kommenden Jahr steht für die langjährige Organisatorin der Ruhestand an. Ihre Hoffnung: Dass ihre Kolleginnen und Kollegen die Unterstützung finden, um das Format weiterführen zu können und die Gemeinde auch künftig jungen Bands und Musikfans aus der Umgebung diese besondere Form von Live-Unterhaltung ermöglicht.

Denn eines ist für sie klar: „Digital auf irgendwelchen Apps Musik zu hören, ist viel langweiliger als ein echtes Live-Erlebnis.“