„Giganten & Kunst“ – Skulpturenprojekt des BBK Westfalen in der Kompressorenhalle der Kokerei Hansa
Mit der Ausstellung „Giganten & Kunst“ verwandelt der BBK Westfalen vom 12. Juli bis 30. August 2026 die Kompressorenhalle der Kokerei Hansa in einen eindrucksvollen Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst. Zwölf Künstlerinnen und Künstler präsentieren insgesamt 20 Skulpturen, Installationen, Objekte und Lichtkunstwerke inmitten der historischen Maschinen und schaffen damit einen spannenden Dialog zwischen Industriedenkmal, Geschichte und Gegenwart.
Die ausgestellten Arbeiten setzen sich mit Themen wie Energie, Transformation, industriellem Wandel und den Menschen auseinander, die hier über Jahrzehnte gearbeitet haben. Sie greifen Fragen nach den Folgen unterschiedlicher Formen der Energiegewinnung ebenso auf wie die Geschichte des Ortes selbst und eröffnen neue Perspektiven auf eines der bedeutendsten Industriedenkmäler des Ruhrgebiets.
Kuratiert wurde die Ausstellung von Tobias Post, Sandra Tusch-Dünnebacke und Cornelia Regelsberger. Ziel war es, künstlerische Positionen auszuwählen, die den außergewöhnlichen Raum aufnehmen, seine Dynamik spiegeln und zugleich aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen mit der Geschichte des Industriedenkmals verbinden.
Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, die sich seit vielen Jahren für den Erhalt und die zeitgemäße Nutzung bedeutender Industriedenkmäler einsetzt.
„Die Kompressorenhalle der Kokerei Hansa zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie das Industriedenkmal und zeitgenössische Kunst sich gegenseitig bereichern. Die Ausstellung eröffnet neue Perspektiven auf den historischen Ort und macht seine besondere Atmosphäre für die Besucherinnen und Besucher auf neue Weise erlebbar“, sagt Ursula Mehrfeld, Vorsitzende der Geschäftsführung der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur.
„Mit dieser Ausstellung bespielt der BBK nicht nur erstmals die Kompressorenhalle, es ist zugleich der Auftakt für das kommende Jahr, wenn die Künstler und Künstlerinnen des BBK Westfalens im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung, der IGA 2027, diesen besonderen Raum bespielen werden“, sagt Sabine Oecking, Vorsitzende des BBK Westfalen.
Die Eröffnung findet am Sonntag, 12. Juli 2026, um 12 Uhr in der Kompressorenhalle der Kokerei Hansa, Emscherallee 11 in Dortmund-Huckarde statt. Neben Grußworten der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur sowie von Sabine Oecking, Vorsitzende des BBK Westfalen, erwartet die Besucherinnen und Besucher eine Lichtkunstvorführung.
Während der Ausstellungszeit lädt am 22. August um 12 Uhr eine öffentliche Kunstführung dazu ein, die Arbeiten gemeinsam zu entdecken. Für Familien wurde zudem eine Entdecker-Rallye entwickelt. Ab dem 13. Juli ermöglicht ein per QR-Code abrufbarer Film einen Blick hinter die Kulissen: Er begleitet die Künstlerinnen und Künstler beim Aufbau der Ausstellung.
Den Abschluss der Ausstellung bildet die Finissage am 30. August um 12 Uhr, ebenfalls mit einer Lichtkunstvorführung und der Möglichkeit zum Austausch mit den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern.
Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
Beteiligte Künstlerinnen und Künstler:
- Jan Backhaus
- Marlies Backhaus
- Hildegard Drath
- Wolfgang Kleinöder
- Helmut Kottkamp
- Renato Liermann
- Sabine Oecking
- Tobias Post
- Cornelia Regelsberger
- Sandra Tusch-Dünnebacke
- Christoph Werdelmann
- Dirk Zache
Die Ausstellung wird vom BBK Westfalen in Kooperation mit der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur sowie dem Kulturbüro Dortmund veranstaltet.
Hintergrundinformationen
Denkmal Kokerei Hansa
Die unter Denkmalschutz stehende Kokerei Hansa in Dortmund-Huckarde wurde im Rahmen eines Kokerei-Neubau- und Rationalisierungsprogramms der Vereinigten Stahlwerke AG als eine der ersten Großkokereien ab 1927/28 errichtet. Sie ist heute die letzte nahezu vollständig erhaltene Kokerei dieser Zeit im Ruhrgebiet. Das Industriedenkmal befindet sich seit 1995 im Eigentum der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur.
Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur
Die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur wurde 1995 vom Land Nordrhein-Westfalen und der RAG Aktiengesellschaft gegründet, um hochrangige Zeugnisse des Industriezeitalters durch Übernahme ins Eigentum vor dem Abriss zu bewahren. Die Aufgaben der Stiftung bestehen darin, die ihr übertragenen Denkmale zu schützen, zu erhalten, wissenschaftlich zu erforschen, öffentlich zugänglich zu machen und sie so lange in Obhut zu nehmen, bis sich eine adäquate Nutzung durch einen neuen Träger gefunden hat. Bundesweit ist es die erste und bisher einzige Stiftung, die sich explizit für den Erhalt von bedeutenden, vom Abriss bedrohten Industriedenkmalen aus unterschiedlichen Wirtschaftszweigen einsetzt. Die Stiftung gibt den Anlagen Zeit, sich zu neuen, identitätsstiftenden Orten für Handel, Gewerbe, Freizeit, Kunst und Kultur zu entwickeln. Sie führt Bausicherungs- und Instandsetzungsarbeiten an den Gebäuden durch, entwickelt Nutzungskonzepte für einzelne Baukörper oder die gesamte Anlage und trägt durch Öffentlichkeitsarbeit dazu bei, die Akzeptanz für Belange der Industriedenkmalpflege zu erhöhen.
Aktuell zählen Industriedenkmale an 12 Standorten in NRW zum Bestand. Es sind Relikte von Anlagen des Steinkohlenbergbaus, wie z.B. Fördergerüste, Schachthallen und Maschinenhäuser, des Weiteren eine Kokerei als Beleg der Verbundwirtschaft im Ruhrgebiet, ein Denkmal der Energiewirtschaft in Gestalt des Koepchenwerks und das Hammerwerk Ahe-Hammer in Herscheid als technikgeschichtliches Zeugnis.
BBK Westfalen e.V.
Der Bundesverband bildender Künstlerinnen und Künstler Westfalen e.V. — kurz: BBK Westfalen — als größter Berufsverband im westfälischen
Raum mit einem Einzugsbereich vom südlichsten Siegerland über das Ruhrgebiet bis zum nördlichsten Münsterland, vom Niederrhein bis zum Teutoburger Wald und darüber hinaus, sieht neben seinen grundsätzlichen berufsständischen Aufgaben als Anwalt der Künstlerinnen und Künstler (Satzung) besonders seinen Auftrag darin, die Kulturarbeit der Region und die Kontaktpflege zu den Bürgerinnen und Bürgern intensiv mitzugestalten. Dies geschieht durch die Präsentation der Werke seiner Mitglieder in offenen und themenbezogenen Ausstellungen und Projekten und durch die Publikation seiner Arbeitsergebnisse in Form von Katalogen und im Internet.
Der BBK Westfalen mit Sitz in Dortmund ist korporatives Mitglied im Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler e.V. und im Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler, Landesverband NRW e.V. Vorstandsmitglieder sind in den übergeordneten Gremien maßgeblich vertreten.
Quelle: BBK Westfalen