Da lacht der Spanier – Eine Kolumne von Peter Grohmann

Da lacht der Spanier

Von Peter Grohmann

So mancher Ball geht vielen Fußballern – sorry! – buchstäblich am Arsch vorbei – „mir auch“, soll der Balljunge und Fifa-Präsident Donald Trump behauptet haben. Wer sich über rote Linien und teure gelbe Karten, Schwalben Schlägereien, Platzverweise und zu viel Zucker in Coca-Cola sorgt, kommt immer zu spät – und den bestraft das Leben, wie Michael Gorbatschow ahnte. Die DDR kann ein Lied darauf singen, Defensivpapst Nagelsmann auch.Freilich – auch jenseits großer Events kommt vieles zu spät. Ein Fehltritt, ein Fußtritt im Endspiel, die Klimakatastrophe, das Verbot des schnellen Wäschewechselns oder gar die Menschenrechte. Die haben, wie die Praxis zeigt, bei Weltmeisterschaften aller Art nun echt nix verloren und einen Fallrückzieher gemacht, wie meine Omi Glimbzsch in Zittau 1 zu 1 gesehen hat. Da freilich widerspricht der Fußballfreund, sagt STOPP und wedelt mit den drei rechtlichen Säulen des Gerechtigkeitskonzept: dem FIFA-Fairplay-Kodex, dem FIFA- Ethikreglements und der FIFA- Menschenrechtsstrategie, die praktisch alle schlägt. Da lacht der Spanier in uns!

Wir wissen natürlich, dass man sich am Genfer Mont Fairplay bei den FIFA-Outdoor-Aktivitäten ausschließlich für nackte Zahlen interessiert: „Nach Golde drängt, am Golde hängt, doch alles. Ach, wir Armen!“
(Gretchen zu Infantino), während man sich in deutschen Sportkreisen. über ein WM-Minus von 10 Millionen EU aufregt. Lächerlich! Soviel kostet gerade mal eine halbe Haltestelle bei Stuttgart 21, die vergeudeten öffentlich-rechtlichen WM-Sendezeiten nicht gerechnet.

Die FIFA wartet da mit ganz anderen Brummern auf: 15 Milliarden Dollar, schwarze Kassen nicht gerechnet. Doch es geht ja auch ums Image, darum, das Gastgeberland wenigstens optisch sauber zu halten: Im Jahr 2026 wurden sehr geschätzte 250.000 Menschen aus den USA abgeschoben, 2025 waren es 500.000. Rund 140.00 Leute sind in Mexiko spurlos verschwunden. 43 Menschen kamen offiziellen Zahlen zufolge „im Gewahrsam“ der US-Einwanderungsbehörde ICE ums Leben, bislang. Andererseits erfrieren jedes Jahr mehr als 40.000  Menschen in den Staaten – Kältetod. Kein Wort mehr.

Peter Grohmann * ist Kabarettist und Koordinator der AnStifter. Wir danken ihm für die Zustimmung zum Abdruck dieser Kolumne.
* peter-grohmann@die-anstifter.de