Sommertour 2026 – Wie wird die Stadt bewegt? –

GRÜNE & Volt besuchen Betriebsleitzentrale der DSW 21

Die Sommertour der Ratsfraktion GRÜNE & Volt hat begonnen. Wie immer in den Sommerferien besucht die Fraktion auch dieses Jahr wieder Einrichtungen, Organisationen und Initiativen in der Stadt, um sich vor Ort ein Bild der jeweiligen Arbeit zu machen.

Zweite Station der Sommertour war am Mittwoch die Betriebsleitzentrale der DSW21, die sich in der ersten unteren Etage der Stadtbahnhaltestelle Stadtgarten befindet.
Begleitet wurde die Fraktion dabei von Ralf Habbes, Betriebsleiter bei DSW21 und dort für den technischen Bereich, insbesondere für den Gleisbau und die Stadtbahn-Infrastruktur verantwortlich.

DSW21 befördert derzeit in ihren Bussen und Bahnen jährlich rund 120 Millionen Fahrgäste in und durch Dortmund, das sind täglich etwa 330.000. Die Betriebsleitzentrale im Stadtgarten ist dabei das zentrale Kontroll- und Sicherheitszentrum. Von dort wird der gesamte Stadtbahn‑ und Busbetrieb in Echtzeit überwacht, inklusive Standort, Pünktlichkeit und Störungen der Fahrzeuge sowie der Steuerung des Betriebs bei Unregelmäßigkeiten. Dazu kommt die Beobachtung der Haltestellenbereiche und Bahnsteige über zahlreiche Kameras, insbesondere bei Großveranstaltungen, um schnell bei Gefahrensituationen reagieren zu können. Die Leitstelle arbeitet 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, damit der öffentliche Nahverkehr in Dortmund möglichst störungsfrei und sicher läuft.

„Wir beschäftigen dafür circa 650 Mitarbeitende im gesamten Bereich der Technik. Sie arbeiten in unseren Werkstätten, bei der Instandhaltung der Gleisanlagen oder auch der Stromversorgung“, erläuterte Ralf Habbes während des Besuchs.

Vor Ort konnten die Mitglieder der Fraktion erleben, wie die Kolleg*innen der DSW in der Verkehrsleitzentrale vor einer beeindruckende Panoramatafel arbeiten. Dort werden alle aktuellen Bewegungen der Stadtbahnen erfasst und angezeigt, dazu ist das gesamte Streckennetz in Abschnitte unterteilt. Von hier werden auch die Informationen bei Störungen oder Verspätungen von Bussen und Stadtbahnen direkt über Lautsprecher oder Infotafel an die Fahrgäste an den betroffenen Haltestellen weitergegeben.

In der anschließenden Diskussion gab es vor dem Hintergrund des voranschreitenden Klimawandels und der zurückliegenden und weiter zu erwartenden Hitzewellen Kritik an den teilweise nicht klimatisierten Bussen und Bahnen. Viele Fahrgäste hatten sich gerade in den letzten Wochen über die schlecht klimatisierten Fahrzeuge beschwert.

Ralf Habbes verwies darauf, dass sich der Vorstand und der Aufsichtsrat der DSW bereits vor vielen Jahren darauf verständigt hatten, die vorhandene Fahrzeugflotte zu modernisieren sowie zusätzlich 70 Millionen Euro für 34 Neufahrzeuge zu investieren. Bei der Modernisierung werden die Fahrzeuge zwar zusätzlich gedämmt, Klimaanlagen werden allerdings nicht eingebaut. Auch die neuen Hochflurwagen verfügen nicht über eine entsprechende Anlage. Ralf Habbes erläuterte, dass ein großer Teil der Fahrten der Stadtbahn in kühleren Tunnels stattfindet. Zusätzlich soll in einem Versuch mit Folien versucht werden, die Hitze in den Bahnen weiter einzudämmen. Klar sei aber auch, dass die Klimatisierung nicht zu vergleichen sei mit einer Klimaanlage im Auto. Laut der vorhandenen Regelungen ist das Ziel, dass die Temperatur in den Bahnen drei Grad unter der Außentemperatur liegt.

Leander Schreyer: „Aus Sicht der von uns gewünschten Verkehrswende ist das ernüchternd. Wir wollen, dass noch mehr Menschen vom Auto in den ÖPNV umsteigen und Busse und Bahnen nutzen. Schlecht klimatisierte Fahrzeuge sind da nicht unbedingt ein Pull-Faktor.“

Weitere Themen des Besuchs der Fraktion waren der geplante Ausbau der H-Bahn sowie die Barrierefreiheit der Haltestellen. Hier verwies Ralf Habbes darauf, dass dafür nicht die DSW21, sondern die Stadt zuständig ist. Vor dem Hintergrund des geplanten Neubaus der Konzernzentrale der DSW ist auch absehbar, dass die Betriebsleitzentrale in das dann neue Gebäude verlagert wird. Die Anlage im Stadtgarten wird dann nur noch bei einem eventuellen Ausfall als Reserve vorgehalten.

„Insgesamt war das ein beeindruckender Besuch, der zeigt wie umfänglich die Arbeit der Leitzentrale, aber auch der DSW21 insgesamt ist. Als Fraktion Grüne & Volt ist unser Ziel ein gut ausgebauter öffentlicher Personennahverkehr, der komfortabel, barrierefrei und ohne Stau und Stress genutzt werden kann.  Darüber hinaus bedeutet das auch weniger Lärm, bessere Luft und Klimafreundlichkeit. Wir haben während des Besuchs gesehen und gehört, dass wir da auf dem Weg, aber noch lange nicht angekommen sind. Daran werden wir weiterarbeiten“, so Leander Schreyer abschließend.