KITZ.do braucht Zukunftssicherheit
Im Rahmen ihrer diesjährigen Sommertour hat die Ratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN & Volt das Kinder- und Jugendtechnologiezentrum KITZ.do besucht. Seit 2008 ist KITZ.do ein zentraler Baustein der Dortmunder Bildungslandschaft und vermittelt Kindern und Jugendlichen auf praxisnahe Weise Begeisterung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). KITZ.do versteht sich als Schülerforschungszentrum und Lernlabor, in dem junge Menschen vom Kindergartenalter bis zur Berufsorientierung selbst experimentieren, forschen und eigene Projekte umsetzen können.„Wir wollen möglichst vielen Kindern und Jugendlichen die Begeisterung für MINT- Projekte vermitteln. Im Mittelpunkt stehen dabei „Wissenschaft zum Anfassen“, Eigenständigkeit, Kreativität, Teamarbeit und digitale Kompetenzen. Jährlich erreichen wir damit jährlich etwa 5000 junge Menschen in Dortmund entlang der Bildungskette von der Kita über die Schule bis hin zu Ausbildung oder Studium. Viele von ihnen kommen mehrfach und regelmäßig zu uns. Rechnet man alle Tage ihrer Teilnahmen zusammen, kommt man auf etwa 13.000 Tage. Damit sind wir eines der größten Lernlabore in NRW“, erläuterte Geschäftsführerin Regina Kallen den Mitgliedern der Fraktion.
In den Räumlichkeiten von KITZ.do am Rheinlanddamm stehen professionell ausgestattete Labore, Werkstätten und MakerSpaces zur Verfügung, in denen junge Menschen eigene Ideen ausprobieren und naturwissenschaftlich-technische Zusammenhänge praktisch entdecken können. Das Angebot richtet sich aber nicht nur an Kinder und Jugendliche, sondern auch an Schulen, Kitas, Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte, die über Module, Projekte und Fortbildungen erreicht werden. Dabei arbeitet KITZ.do auch mit Unternehmen und anderen Bildungseinrichtungen eng zusammen.
„Wir gehen mit unseren Angeboten ganz bewusst auch vor Ort in die Schulen oder auf Spielplätze. Auf dem Abenteuerspielplatz Scharnhorst bieten wir einmal wöchentlich und jetzt auch im Rahmen unseres Ferienprogramms ein offenes Angebot für Kinder und Jugendliche an, die sich dort aufhalten“, berichtete der Operative Leiter des KITZ.do, Uwe Ewe. „In den Schulen sprechen wir konkret an, welches Problem aus dem Schulalltag wir gemeinsam lösen wollen. Dabei entstehen dann so kreative Projekte wie eine selbst hergestellte CO2-Ampel oder ein Wecker, der nassspritzt.“
Trägerin und Betreiberin von KITZ.do ist die s.i.d. Fördergesellschaft für Schule und Innovation gGmbH. Ihre Gesellschafter*innen bilden das Trägernetzwerk, das das Projekt absichert und strategisch begleitet. Die Stadt Dortmund ist nicht direkt Gesellschafterin, tritt aber als Kooperations- und Netzwerkpartnerin auf und unterstützt das KITZ.do politisch und organisatorisch. So werden von der Stadt jährlich 250.000 Euro als Grundsicherung sowie die Räume im Gebäude am Rheinlanddamm plus Verbrauchskosten kostenlos zur Verfügung gestellt.
Allerdings muss das Lernlabor Ende 2027 aus den aktuellen Räumlichkeiten ausziehen, weil das Gebäude verkauft wird. Noch ist unklar, wo KITZ.do anschließend einen neuen Standort findet. Aufgrund des Raumbedarfs ist die Suche schwierig.
„Das KITZ.do und auch die Mitarbeitenden brauchen eine Perspektive. Es ist ein Ort der Bildungsförderung, der Chancengerechtigkeit und der Fachkräftesicherung in Dortmund. Hier werden Neugier, Kreativität und Zukunftskompetenzen von Kindern und Jugendlichen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik ganz praktisch gefördert. Die langfristige Sicherung dieses Lernlabors ist deshalb von großer Bedeutung für die Stadt und für viele junge Menschen“, bewertet Britta Gövert, Ratsmitglied für GRÜNE & Volt, die Situation.
Die Stadtverwaltung hat inzwischen eine Vorlage zum KITZ.do angekündigt, um Perspektiven für die Weiterentwicklung aufzuzeigen.
„Wenn es das KITZ.do nicht gäbe, müsste man es erfinden. Es ist ein Vorzeigeprojekt, um das uns viele andere Städte beneiden. Deshalb ist es nicht nur wichtig, es zu erhalten. Eigentlich müsste das Ziel sein, es um ein Haus der Bildung in Dortmund zu erweitern, in das auch andere Bereiche wie Sport und Kultur integriert werden“, so Britta Gövert abschließend.
Quelle: Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN & Volt