Gesundheitskiosk: Niedrigschwellige Hilfe, die bei den Menschen ankommt

GRÜNE & Volt besuchen Gesundheitskiosk in der Nordstadt. Die langfristige Absicherung des Hilfsangebots ist wichtiger Schritt für mehr gesundheitliche Chancengerechtigkeit.

Wie finde ich eine Kinderärztin oder einen Kinderarzt? Wer hilft beim Antrag an die Krankenkasse? Und wohin können sich Familien wenden, wenn Sprachbarrieren oder lange Wartezeiten den Zugang zum Gesundheitssystem erschweren? Antworten auf solche Fragen gibt der Dortmunder Gesundheitskiosk in der Nordstadt. Im Rahmen ihrer Sommertour hat die Ratsfraktion GRÜNE & Volt die Einrichtung an der Westhoffstraße besucht und sich mit den Mitarbeitenden über ihre Arbeit und die Erfahrungen aus der täglichen Beratung ausgetauscht.

Der Gesundheitskiosk gehört zum Gesundheitsamt und bietet eine kostenlose und niedrigschwellige Beratung rund um Gesundheit, Vorsorge und soziale Unterstützung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Familien sowie der Frauen- und Kindergesundheit. Viele Ratsuchende haben einen internationalen Hintergrund. Mehrsprachige Mitarbeitende, Sprachmittlung und technische Übersetzungsmöglichkeiten helfen dabei, Barrieren abzubauen.

„Der Gesundheitskiosk zeigt ganz praktisch, was niedrigschwellige Gesundheitsversorgung bedeutet: Menschen bekommen hier nicht einfach eine Telefonnummer oder einen Hinweis auf eine andere Stelle, sondern konkrete Unterstützung, bis eine Lösung gefunden ist. Gerade für Familien, die sich im Gesundheitssystem nur schwer zurechtfinden, kann das einen riesigen Unterschied machen. Deshalb ist es ein starkes Signal, dass Dortmund dieses Angebot langfristig absichert“, erklärt Jenny Brunner, Mitglied der Ratsfraktion GRÜNE & Volt.

 Wie wichtig diese Unterstützung ist, zeigt sich beispielsweise bei der Suche nach Kinderärzt*innen. Während dies nach den Erfahrungen der Mitarbeitenden häufig innerhalb weniger Wochen gelingt, können die Wartezeiten bei sozialpsychiatrischen Angeboten oft mehrere Jahre betragen. Der Gesundheitskiosk kann diese Versorgungslücken nicht schließen, hilft den Betroffenen aber bei der Vorbereitung notwendiger Unterlagen, bei Krankenkassenfragen und bei der Suche nach passenden weiteren Hilfen.

Die Beratung ist dabei so vielfältig wie die Lebenslagen der Menschen: Das Team unterstützt unter anderem bei Pflegegraden, Schwerbehinderung und Teilhabe, Eltern-Kind-Kuren, der Suche nach Pflegeplätzen, Fragen zu Demenz, Anträgen und der Vermittlung ärztlicher Versorgung. Als besonders wichtige Themen bei Kindern haben sich zudem gesunde Ernährung und Zahngesundheit herausgestellt.

Ein großer Vorteil des Standorts ist die enge Vernetzung in der Nordstadt. Durch die Anbindung an das Soziale Zentrum bestehen kurze Wege zu weiterführenden Angeboten, etwa zur Schwangerschaftskonfliktberatung, zur Clearingstelle für nicht krankenversicherte Menschen oder zu pädagogischen Hilfen. Hinzu kommen Kooperationen unter anderem mit Train of Hope, lokal willkommen, MigraDO und dem Familienbüro Nord. Mit Sprechstunden und Informationsangeboten in anderen Einrichtungen geht der Gesundheitskiosk zudem dorthin, wo die Menschen ohnehin sind.

Für GRÜNE & Volt ist der Gesundheitskiosk damit nicht nur eine Beratungsstelle, sondern ein wichtiger Baustein für gesundheitliche Chancengerechtigkeit in Dortmund.

Jenny Brunner abschließend: „Gesundheit darf nicht davon abhängen, ob jemand die richtige Sprache spricht, komplizierte Anträge versteht oder weiß, welche Stelle zuständig ist. Der Gesundheitskiosk baut genau diese Hürden ab. Perspektivisch sollten wir deshalb darüber sprechen, wie wir solche niedrigschwelligen Angebote auch in Stadtteilen wie Scharnhorst, Eving oder Hörde stärken können.“

Quelle: Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN & Volt